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Bei der Trapeznummer herrscht atemlose Stille

Mitmach-Zirkus Bei der Trapeznummer herrscht atemlose Stille

Kleine Artisten ganz groß: Für mehr als 80 Mädchen und Jungen erfüllt sich ein Zirkus-Traum: Sie zeigen eine grandiose Show und begeistern mit ihrem temporeichen Programm 400 Besucher im Zirkuszelt.

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Neustadt. Lange Menschenschlangen bilden sich vor dem Eingang des Zirkuszeltes in der Leipziger Straße. Der Duft von Popcorn und Zuckerwatte liegt in der Luft. Im Zelt wird es plötzlich dunkel, eine Stimme gibt das Startsignal zu einer rund 90-minütigen Show. Eine Fanfare ertönt, künstlicher Nebel wallt auf, bunte Lichter flackern und Bässe hämmern: Die Show kann beginnen.

Eine aufregende Woche lang hatten die Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren zwölf atemberaubende, lustige und akrobatische Nummern einstudiert, um diese in einer beeindruckenden Show vorzuführen. Und das Publikum kommt kaum aus dem Staunen nicht mehr heraus, als die Kinder, angekündigt von „Zirkusdirektorin“ Leonie, auf die Bühne stürmen, Kunststücke mit Ponys und Hunden zeigen, mit leuchtenden Hula-Hoop-Reifen verzücken oder als Clowns lustige Fotos mit dem Publikum machen.

Die Kinder begeistern als fliegende Bodenakrobaten, mit gewagten Sprüngen auf dem Trampolin, mit schwieriger Jonglage mit Tellern, Bällen und Ringen, mit Zaubertricks oder als Prinzessinnen und Prinzen mit Anmut und Grazie auf dem Drahtseil. Höhepunkt der Vorstellungen ist die Trapeznummer, bei der atemlose Stille und höchste Konzentration herrscht.

Auch bei dieser Nummer ist - genau wie bei allen anderen - zu spüren, wie gut und vertrauensvoll das Verhältnis zwischen den jungen Artisten und der Zirkusfamilie des „Mitmach-Circus Baldini“ geworden ist. Zum heimlichen Publikumsliebling wird schnell die jüngste Akteurin in der Zirkusarena. Die kleine Tracy von der Zirkusfamilie Krämer, gerade einmal zweieinhalb Jahre alt, ist bei einigen Programmpunkten dabei und ergattert so manchen Sonderapplaus.

Mit einer tollen Feuershow, präsentiert von Mitgliedern der Zirkusfamilie, dem großen Finale und dem anhaltenden und nicht enden wollenden Applaus geht die beeindruckende Show viel zu schnell vorbei.

In Anlehnung an das Programm „Soziale Stadt“ mit dem Fördergebiet Leipziger Straße hatte die Stadt den Mitmachzirkus nach Neustadt geholt und auf Ferienspiele verzichtet. Unterstützung bekam sie dabei aus Marburg von „Inklusion bewegt!“, da ein Kind mit einer Behinderung an dem Projekt teilnahm, das genauso in die Gruppe integriert war wie Kinder mit Migrationshintergrund und 15 Flüchtlingskinder.

Bürgermeister Thomas Groll freut sich, dass Kinder aus ganz Neustadt und unterschiedlichster Herkunft zusammenkommen sind, um eine Woche lang Gemeinschaft zu erleben. Das Ziel der Veranstaltung sei somit erreicht, betont er. „Was Zirkus Krone in München, das war der Zirkus Baldini in Neustadt“, ruft der Zirkusfan am Ende der Show ins Mikrofon. Krone sei fast immer ausverkauft, hätte tolle Akteure und eine tolle Lichtshow: „Alles, was wir in Neustadt auch hatten.“ Sein Lob geht an „alle helfenden Hände“ der Zirkusfamilie Krämer, der Kita Regenbogen, der Jugendarbeit, der Gemeinwesenarbeit und des Quartiersmanagements: „Ich glaube, sie haben den Kindern eine wundervolle Woche bereitet“, sagt Groll und ergänzt: „Wenn es gelingt, das Geld zusammenzubringen, dann verspreche ich euch, wieder so etwas zu machen.“

„Total toll“ fand auch Besucherin Daniela Schmitt das Projekt, an dem zwei ihrer Kinder teilnahmen: „Für die Kinder ist das Projekt rundum wertvoll: einmal für die Gemeinschaftsbildung und auch für das Selbstwertgefühl. Die Kinder sind einfach rundum glücklich.“

von Karin Waldhüter

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