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Bei der Premiere sind es 19 Kinder

Religionsunterricht Bei der Premiere sind es 19 Kinder

Zunächst geht es beim "bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht" ab dem nächsten Schuljahr um zwei Unterrichtsstunden pro Woche, die in den künftigen ersten Klassen gegeben werden sollen.

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An der Bärenbachschule wird ab nächstem Schuljahr islamischer Religionsunterricht erteilt. Archivfoto

Stadtallendorf. Eine von 27 Schulen in Hessen, an denen es zuerst islamischen Religionsunterricht geben wird, ist die Stadtallendorfer Grundschule I mit ihren Standorten Bärenbach- und Nordschule (diese Zeitung berichtete).

Im März hatte das Kultusministerium vorab in eine engere Wahl gezogene Schulen aufgefordert, bei Eltern der künftigen ersten Klassen den Bedarf nach islamischem Religionsunterricht abzufragen. Die Leiter der Grundschulen I und II, Michael Bonnard und Elfriede Wollmer, verschickten entsprechende Fragebögen an die in Frage kommenden Eltern. An der Grundschule I waren es rund 40. Am Ende meldeten 19 Eltern ihre Kinder an der Grundschule I an. Bei der Grundschule II waren es offenbar etwas weniger.

„Ich war überrascht über das Interesse“, sagt Bonnard im Gespräch mit dieser Zeitung. Beim Fragebogen hatten Eltern zudem auch die Möglichkeit, ihre Kinder gänzlich vom Religionsunterricht abzumelden oder auch Interesse an einem Ethikunterrricht zu bekunden. Ob Letzterer allerdings zustande kommt, ist noch nicht abzusehen. Danach hörten beide Schulen einige Wochen nichts mehr aus dem Kultusministerium, bis es letztlich die Zusage für die Grundschule I gab. Die Grundschule II mit ihren Standorten Süd- und Waldschule wurde für das nächste Schuljahr nicht berücksichtigt. Elfriede Wollmer will die Eltern, die ihre Kinder angemeldet hatten, darüber informieren, dass es zunächst keinen islamischen Religionsunterricht an der Grundschule II geben wird. „Ich werde dann deren Rückmeldungen abwarten“, sagte Schulleiterin gegenüber der OP. Zunächst geht es um zwei wöchentliche Unterrichtsstunden islamischen Religionsunterricht. Wer den Unterricht in Stadtallendorf erteilen wird, wird sich in den nächsten Wochen klären. 20 Pädagogen muslimischen Glaubens absolvieren derzeit an der Universität Gießen eine entsprechende Fortbildung. Der Unterricht erfolgt grundsätzlich in deutscher Sprache.

20 Lehrer für 27 Schulen

Diese 20 Lehrer werden zwangsläufig weitere Wege zurücklegen müssen. Denn die 27 Schulstandorte verteilen sich über das gesamte Bundesland mit einem Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet. Die beiden nächstgelegenen Schulen aus Stadtallendorfer Perspektive sind Grundschulen in Lollar (Kreis Gießen) und Fritzlar.

Michael Bonnard hält es für sinnvoll, den islamischen Religionsunterricht in einer Doppelstunde zu unterrichten, um dem betreffenden Lehrer eine zweite Anreise in der Woche zu ersparen. Möglicherweise wird aber auch Nachmittagsunterricht notwendig sein. „Dass sämtlicher Religionsunterricht parallel erteilt werden kann, wird organisatorisch nicht möglich sein“, schätzt Bonnard. Inhaltlich ist er genauso gespannt auf das neue Fach wie die Eltern und Kinder. „Für muslimische Kinder wird das sicherlich eine Bereicherung sein“, schätzt Bonnard. Die Stadtallendorfer Grundschule gehört zu denjenigen, bei denen in Zusammenarbeit mit der muslimischen Religionsgemeinschaft Ditib unterrichtet werden wird. In Stadtallendorf existiert eine große Ditib-Gemeinde mit der Fatih-Moschee als Mittelpunkt.

Ein Blick in die vom Kultusministerium veröffentlichten Leitlinien offenbart viele Ähnlichkeiten mit den Grundlagen christlichen Religionsunterrichts. Es geht darum, Grundlagen des muslimischen Glaubens zu erlernen, aber auch um Begriffe wie Bewahrung der Schöpfung, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Achtung und Toleranz.

von Michael Rinde

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