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Bei der Betreuung hapert es am meisten

Standort Bei der Betreuung hapert es am meisten

Seit Mitte Mai hat Brigadegeneral Reinhardt Zudrop das Kommando bei der Division Spezielle Operationen. Er vertritt bis zu dessen Rückkehr aus Afghanistan Generalmajor Jörg Vollmer.

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Alle Pläne, das frühere „Haus Hohenwald“ wiederzueröffnen, liegen weiterhin auf Eis. Brigadegeneral Reinhardt Zudrop (kleines Foto) sieht bei der Soldatenbetreuung Defizite. Fotos: Archiv/Rinde

Stadtallendorf. Wenn Reinhardt Zudrop, stellvertretender Kommandeur der DSO, drei Wünsche frei hätte, so stünde die gesunde Rückkehr aller Soldaten aus dem Afghanistan-Einsatz an erster Stelle. Aktuell sind es rund 750 allein aus Einheiten der Stadtallendorfer Division.

Seit Mitte Mai ist Zudrop am Standort Stadtallendorf, aktuell ist er Befehlshaber der Division, nach jetzigem Stand bis Februar nächsten Jahres. Dann kehrt Generalmajor Jörg Vollmer vom Hindukusch zurück. Zudrop hat sich inzwischen einen Überblick über die Situation am Bundeswehr-Standort Stadtallendorf verschafft. Auf seiner persönlichen Wunschliste käme eine Verbesserung der Betreuungseinrichtungen für die Soldaten gleich an zweiter Stelle.

Seit dem Aus für das „Haus Hohenwald“, das Soldaten-Freizeitheim in der Artilleriestraße, herrscht bei diesem Thema scheinbar endgültig Stillstand. Doch Zudrop hat die Hoffnung, dass sich in Sachen neuer Betreuungseinrichtung noch etwas tut, nicht aufgegeben. „Bei unseren vorgesetzten Dienststellen ist Verständnis für die Situation vorhanden. Doch wird natürlich derzeit jeder Euro zweimal umgedreht“, sagt Zudrop. Das Soldaten-Freizeitheim, das seit Jahren leer steht, war in der Tat auch innerhalb der Bundeswehr besonders. Denn das „Haus Hohenwald“ diente tatsächlich über einen langen Zeitraum als Begegnungsstätte von Soldaten und Zivilbevölkerung, vor allem von Vereinen. Doch seit dem Rückzug der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldaten als Betreiber liegen alle früheren Sanierungspläne auf Eis. Dabei besteht laut Zudrop, ganz auf der Linie seines Vorgängers Volker Bescht, in Sachen Soldatenbetreuung „deutlicher Handlungsbedarf“. Der Brigadegeneral verweist darauf, dass die Bundeswehr insbesondere für die pendelnden Soldaten unter der Woche Angebote schaffen müsse. Schließlich steht die Bundeswehr seit dem Aus der Wehrpflicht endgültig im harten Wettbewerb um junge Menschen. Von den Standorteinrichtungen ist der Brigadegeneral hingegen durchaus angetan. „So können wir in Stadtallendorf prima arbeiten“, sagt Zudrop. Dabei ist klar, dass der Standort Stadtallendorf in ungefähr fünf Jahren endgültig nur noch aus der Herrenwaldkaserne bestehen wird.

Kein Bedarf für die Hessen-Kaserne

Die Bundeswehr wird dann, so sieht es der aktuelle Zeitplan vor, endgültig die Zahnärztliche Station aus der Hessen- in die Herrenwaldkaserne holen. Die „Zahnstation“ ist die letzte Einrichtung, die neben einigen Unterkunftsgebäuden dort noch genutzt wird.

Weitergehenden Bedarf für die Hessen-Kaserne sieht auch Reinhardt Zudrop nicht. Anders sieht es beim Standortübungsplatz aus. Den will auch Zudrop wieder für die Ausbildung der Soldaten nutzen. Zunächst sei es vorgesehen, eine kleinere Fläche für die Sprungausbildung zu nutzen, erläuterte Zudrop. Freifaller, also Fallschirmjäger, die selbstständig ihren Schirm nach Bedarf auslösen, sollen dort trainieren. Später soll ein größeres Areal für die weitere Sprungausbildung hinzukommen. Auch dieses Projekt hat Zudrop von seinem Vorgänger Bescht übernommen und führt es weiter. Zudrop geht davon aus, dass die entsprechenden Teile des Übungsplatzes von Rüstungsaltlasten befreit werden können. Die Altlasten sind es, die seinerzeit zu Sperrungen des Geländes geführt haben.

Bliebe der dritte Wunsch des Brigadegenerals: Der konzentriert sich auf die Zusammenführung der Divisionen Spezielle Operationen und Division Luftbewegliche Kräfte zur neuen Division Schnelle Kräfte (DSK) am Standort Stadtallendorf. Aktuell geht Zudrop davon aus, dass alle festgelegten Termine auch gehalten werden können: Die neue Division, dann nur noch eine von dreien in der Bundeswehr, soll zum 1. Januar 2014 in Dienst gestellt werden. Bis Mitte 2014 soll die Umgliederung abgeschlossen sein. Dann unterstehen der DSK in Stadtallendorf auch die Heeresflieger-Regimenter, sprich Hubschrauberverbände. Außerdem wird die niederländische Luftlandebrigade in die neue Division integriert.

von Michael Rinde

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