Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Behörde schränkt "Schnuppern" ein

Absage Behörde schränkt "Schnuppern" ein

Eigentlich wollte die Mittelpunktschule Wohratal am 23. November möglichst viele Viertklässler und deren Eltern begrüßen. Diese "Schnuppertage" haben an der MPS lange Tradition. Doch jetzt kommt es anders.

Voriger Artikel
Viel Einsatz für die Pflege
Nächster Artikel
Wenn Flüchtlinge zur Chance werden

An der Mittelpunktschule Wohratal hatten „Schnuppertage“ lange Tradition, um Eltern und Grundschüler zu informieren. Das ist jetzt so nicht mehr möglich. Archivfoto

Wohratal. Staatliches Schulamt und Schulleitung sprechen bei den Ereignissen letztendlich von einem „Missverständnis“. Die Mittelpunktschule Wohratal in Halsdorf hatte wie in all den Jahren zuvor Grundschulen im Vorfeld über ihren geplanten „Schnuppertag“ informiert und eingeladen. Es gab auch einige Anmeldungen von Kindern beziehungsweise Eltern für den nächsten Mittwoch, 23. November. Bei den Viertklässlern steht in diesen Monaten die Entscheidung an, auf welche weiterführende Schule sie wechseln. Jene Schulen nutzten die Zeit im Vorfeld immer wieder, sich und ihre Angebote ausführlich vorzustellen und zu informieren.

Doch in Halsdorf kam es anders als geplant. Schulleiter Michael Vaupel bekam vom Staatlichen Schulamt die Mitteilung, dass es jenen „Schnuppertag“ nicht genehmigt und dieser nicht stattfinden kann. Dabei hatte Vaupel im Vorfeld mit der Behörde Kontakt aufgenommen, da er von einer Neuregelung auch wusste. „Nachdem, was ich zunächst gehört hatte, dachte ich, dass wir den Schnuppertag wie beabsichtigt veranstalten können“, sagt Vaupel im Nachhinein gegenüber der OP. Das sei wohl ein Missverständnis gewesen.

Worum geht es bei den erwähnten neuen Vorgaben des Marburger Schulamtes? Seit wenigen Monaten duldet die Behörde derartige „Schnuppertage“ während der Unterrichtszeit der Grundschüler nicht mehr. Schulamtsleiter Arndt Bernhardt argumentiert aus seiner Sicht mit guten Gründen. Für manchen Grundschüler seien durch diese „Schnuppertage“ mitunter mehrere Tage Unterrichtszeit in der Vergangenheit ausgefallen. „Wobei in Grundschulklassen dann auch kein geordneter Unterricht mehr möglich war“, sagt Bernhardt auf Nachfrage der OP. Das heißt nicht, dass weiterführende Schulen keine solchen Informationsveranstaltungen mehr machen dürfen, nur nicht mehr während der Unterrichtszeit der Grundschüler eben.

„Für die Grundschüler sind die jetzigen Unterrichtswochen mitunter besonders wichtig, gerade mit Blick auf das Halbjahreszeugnis, das für die weitere Schullaufbahn wichtig ist“, sagt Bernhardt. Er räumt dabei aber auch gegenüber der OP ein, dass es gegen die jetzige grundsätzliche Regelung teilweise erheblichen Widerstand von Schulen gegeben habe, insbesondere aus Marburg.

Dort ist allerdings auch der „Konkurrenzkampf“ der Schulen untereinander besonders ausgeprägt. Anders verhält es sich im Übrigen bei Kooperationen zwischen einer Grundschule und einer weiterführenden Schule wie der MPS Wohratal.

Informationsabend für Eltern bleibt wie geplant

Dort wären Besuche der Viertklässler möglich, etwa in Form einer Projektarbeit und dann, wenn dies klassenweise geschieht. Eine solche Kooperation gibt es auch zwischen der Grundschule Wohra und der MPS.

So ganz überzeugt ist Schulleiter Vaupel von der Vorgabe und deren Begründung nicht, auch wenn er die Wünsche des vorgesetzten Schulamtes natürlich akzeptiere. „Doch es ist noch kein Schüler dümmer geblieben, der an solchen ‚Schnuppertagen‘ teilgenommen hat“, sagt er gegenüber dieser Zeitung. Gerade für Schulen, die in starker regionaler Konkurrenz zu anderen stünden, sei Information wichtig. Zumal die Mittelpunktschule Wohratal mit aktuell rund 230 Schülern gute Argumente für sich hat. Die MPS sei sehr erfolgreich bei der „Anschlussfähigkeit“ ihrer Absolventen. 70 Prozent der Abgänger der Realschüler hatten zuletzt die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe geschafft. „Viele entscheiden sich dabei auch für höher qualifizierte Ausbildungen“, hebt Vaupel hervor. Und dass die früheren Mittelpunktschüler wirklich gut in gymnasialen Oberstufen zurechtkommen, dass zeigen für Michael Vaupel auch zahlreiche persönliche Rückmeldungen.

Entmutigen lässt sich das Team der MPS durch das Aus des „Schnuppertages“ nicht. Es sei natürlich ärgerlich, dass man Eltern, die sich angekündigt hätten, absagen müsse. Den geplanten Informationsabend am Mittwoch, 23. November, ab 20 Uhr in der Cafeteria der MPS gibt es natürlich trotzdem wie geplant. Dort wird es Informationen für Eltern über den Übergang von der vierten zur fünften Klasse geben.

Und für Kinder und Eltern ist ein Tag der offenen Tür in der zweiten Januarhälfte geplant. Dann an einem unterrichtsfreien Samstag.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr