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Behörde ändert die Festplatz-Pläne

Amöneburg Behörde ändert die Festplatz-Pläne

Bei der Bürgersprechstunde des Stadtparlaments informierte Amöneburgs Bürgermeister über die Pläne, den Festplatz als Parkplatz freizugeben. Das will die Genehmigungsbehörde nur an Wochenende erlauben.

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Der Festplatz soll Parkplatz werden, allerdings wird es massive zeitliche Einschränkungen durch die obere Naturschutzbehörde geben. Archivfoto: F. Lerchbacher

Amöneburg. Der Amöneburger Reinhard Forst hatte die Einrichtung der „Bürgersprechstunde“ für eine Reihe von Fragen zu den Festplatz-Plänen der Stadt genutzt. Bekanntlich hatte das Stadtparlament die Umwandlung des Fest- in einen Parkplatz beschlossen. Forsts Fragen verwiesen zunächst auf den Parkplatz Kuhberg, der nie vollständig belegt sei - was Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg in seiner Antwort auch nicht in Abrede stellte. Auf entsprechende Nachfrage von Forst konnte der Bürgermeister auch keinen einzelnen Tag nennen, an dem der Parkplatz Kuhberg voll besetzt war.

Richter-Plettenberg erneuerte aber seine Argumentation für die Umwandlung, nämlich einen Parkplatzbedarf im Herzen der Stadt Amöneburg. „Der Kuhberg entspricht dabei offenbar auch nicht den Mobilitätswünschen in der Bevölkerung“, sagte der Verwaltungschef.

Allerdings: So, wie es geplant war, wird es in Sachen Festplatz nun doch nicht kommen können. Denn der Festplatz liegt im Naturschutzgebiet. Deshalb braucht die Stadt eine entsprechende Genehmigung. Die obere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums (RP) Gießen will den Befreiungsantrag der Stadt aber in seiner bisherigen Form nicht genehmigen - und zwar, weil der Bedarf für die Parkplatz-Ausweisung nicht nachgewiesen ist. Das bestätigte RP-Sprecherin Gabriele Fischer auf Anfrage der OP. Richter-Plettenberg bezeichnete dies als „Eingriff in die Planungshoheit der Stadt.“ Doch musste er sich in einem Gespräch mit dem RP auf einen Kompromiss einlassen, wie er während der Bürgersprechstunde erläuterte. So will die Naturschutzbehörde einen veränderten Antrag genehmigen, wenn der Festplatz nur an Wochenenden als Parkplatz freigegeben wird. „Erst wenn dieser geänderte Antrag vorliegt, können wir darüber entscheiden, auch, ob nochmals die Naturschutzvereine dazu befragt werden müssen“, sagt RP-Sprecherin Fischer.

Den geänderten Antrag will Amöneburgs Bürgermeister im Laufe dieser Woche auf den Weg bringen, wie er am Freitag gegenüber der OP ankündigte. Er hoffe, dass die Umnutzung des Festplatzes noch im Laufe dieses Jahres vollzogen werden könne. Mit dem erzielten Kompromiss könne die Stadt durchaus leben. „Einzig die Stiftsschule wird davon dann nicht profitieren, doch das war auch nicht unser Hauptanliegen“, sagt Richter-Plettenberg. Größere bauliche Änderungen will die Stadt am Festplatz nicht vornehmen. Es wird keine Asphaltierung oder Pflasterung geben. Baumstämme sollen allerdings dafür sorgen, dass keine Fahrzeuge die Böschung hinabfahren. Die Parkplatz-Problematik ist auch bei der laufenden Erstellung eines Tourismus-Konzeptes für Amöneburg ein wichtiger Punkt. Auch die Erdaushub-Deponie wäre nach ihrer Aufgabe eine Option für zusätzliche Parkflächen - wenn auch nur am Fuße des Berges.

von Michael Rinde

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