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Begeisterung um Deutz, Lanz und MAN

Oltimer-Traktoren Begeisterung um Deutz, Lanz und MAN

Zu einem Volksfest am Maifeiertag wurde die Ausstellung historischer Landmaschinen des Landwirtschaftlichen Kultur- und Technik Club Wohratal (LKTC).

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Platz da für den blitzblank polierten Deutz! Selbst die jüngsten Fans begeisterten sich in Ernsthausen für alte Landtechnik. Ältester Traktor: Der Deutz aus dem Jahr 1938 (unten).

Quelle: Klaus Böttcher

Ernsthausen. Rund um das Gemeinschaftshaus Storchennest und den Sportplatz herrschte ein dichtes Gewusel. Die Besucher scharten sich um die rund 150 ausgestellten Fahrzeuge. Das waren zumeist Traktoren in den typischen Farben Grün, Rot oder Blau. Aber auch kleine geländegängige Lastkraftwagen oder schnittige Oldtimer waren zu bewundern. Maiausflügler zu Fuß oder mit dem Fahrrad, einige mit dem geschmückten Bollerwagen, fanden das Ausstellungsgelände in Ernsthausen und verweilten dort. Viele Familien nutzten die Gelegenheit, bei der fünften Ausstellung des LKTC alter Landmaschinentechnik ganz nahe zu kommen.

"Kennst du den noch?"

„Wir laden die Oldtimerclubs ein. Diese entscheiden dann, was sie an Maschinen mitbringen“, erzählt der Vorsitzende des ausrichtenden Vereins, Alexander Meß. 10 bis 15 Clubs sind der Einladung gefolgt. So beispielsweise aus Wasenberg, Gießen-Wieseck, Ockershausen, Schwabendorf oder Odershausen. „Einige hatten über 100 Kilometer Anfahrt mit dem Wohnwagen hinten dran. Die sind schon vorgestern angereist und bleiben bis Sonntag“, sagte Meß.

Traktoren aus den unterschiedlichsten Zeitepochen waren zu bewundern. Eine Sonderausstellung zeigte MAN-Schlepper, die nur bis 1963 gebaut wurden. Gerade für die älteren Besucher waren die ganz alten Maschinen ein Erlebnis, die sie oftmals selbst nur aus ihrer Kindheit kannten. So beispielsweise der Deutz-Schlepper aus dem Jahr 1938, der älteste der ganzen Ausstellung. Immer wieder Beachtung findet der legendäre Lanz-Bulldog, der zur Freude der Besucher erst zögernd, dann aber schneller lief. Immer wieder sah man einzelne Grüppchen, zumeist ältere Männer, die über die Landmaschinen fachsimpelten, und öfter hörte man die Frage: „Kennst du den noch?“

Neben der umfangreichen Traktorenausstellung waren interessante Standmotoren in sehr unterschiedlicher Größe ein Sonderthema der Ausstellung.

Auch Standmotoren ausgestellt

Jannik Pfeil aus Bad Laasphe schmiert mit einer Ölkanne die beweglichen Teile eines 4 PS leistenden Motors. „Den Motor hat man für das Antreiben von Kornmühlen oder Wasserpumpen verwendet. Man konnte aber auch einen kleinen Stromgenerator antreiben“, erzählt der Freund alter Maschinen. Ihm gehört auch der nächste Standmotor: ein 8-PS-Dieselmotor von 1926, mit dem ebenfalls über Flachriemen andere Maschinen angetrieben wurden. Der Tüftler aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein gehört keinem Club an, zeigt seine alten Maschinen aber gerne der Öffentlichkeit.

Der LKTC, der 1993 gegründet wurde, hatte auch an die kleinen Besucher gedacht und ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Die Attraktion war neben dem Basteln von Holztraktoren die Hüpfburg; und ein Erlebnis ist es, mal auf einem Traktor zu sitzen. Sammler aus der Oldtimerszene oder Landmaschinen liebende Kinder hatten an den Verkaufsständen reichlich Auswahl. Wer eine Pause benötigte, konnte sich bei kühlen Getränken oder Grillwurst sowie im Storchennest bei Kaffee und Kuchen stärken.

von Klaus Böttcher

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