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Begegnungstreff macht Namen alle Ehre

Neuerung Begegnungstreff macht Namen alle Ehre

Der Auftakt ist gelungen: Die Neustädter und ihre neuen Mitbürger waren so begierig, sich miteinander zu unterhalten, dass die Grußworte im Gemurmel der Besucher des Begegnungstreffs untergingen.

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Der Begegnungstreff war gestern voll mit Menschen. Das Essen hatten Hassan Alsaid (von links), sein Neffe Ali sowie Mohamad Stef mit ihren Familien vorbereitet.Fotos: Florian Lerchbacher

Neustadt. „Ich bin stolz auf Neustadt und das, was die Menschen hier entwickelt haben. Was Sie hier an Willkommenskultur auf die Beine gestellt haben, ist mit das Beste im Kreis“, freute sich Landrätin Kirsten Fründt. Bürgermeister Thomas Groll betonte, dass es weitaus besser sei, miteinander als übereinander zu reden - und diesem Hinweis folgten die Neustädter und die Flüchtlinge, die entweder bereits in der Stadt untergekommen sind, oder derzeit in der Erstaufnahmeeinrichtung leben: Sie machten dem neuen Begegnungstreff in der Marktstraße 6 alle Ehre und pflegten den Austausch - nach den Grußworten bei syrischem Essen und der Musik einer interkulturellen Band.

Mittendrin stand dabei auch Dr. Christoph Ullrich, der zuvor die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge besucht hatte. Deren Leiter, Dominik Zutz, führte den Regierungspräsidenten über das Gelände und gab ihm einen Zwischenbericht: Derzeit leben 800 Flüchtlinge in der Einrichtung - deren Kapazität bei 1100 Plätzen bleibt. Die Zahl wieder auf die ursprünglichen 800 herunterzuschrauben sei nicht vorgesehen, sagte Gabriele Fischer, die Pressesprecherin des Regierungspräsidiums. Sämtliche sanierten Gebäude werden weiterhin genutzt, sodass die Maximalbelegung von sechs Personen pro Zimmer nicht erreicht wird. Sofern es die Flüchtlingszahlen zuließen, würden die Räume mit ­maximal vier Menschen belegt, berichtete Zutz.

Ullrich lobte, dass die Erstaufnahmeeinrichtung in Neustadt „gut läuft“. Dem schloss sich Bürgermeister Groll an. Er ergänzte, dass die Stadt stets ein offenes Ohr für ihre Bürger, vor allem die Anlieger, habe. Es ­gebe gelegentlich Beschwerden über Lärm oder Müll: „Aber wir versuchen, darauf einzuwirken.“ Zutz ergänzte, dass er und seine Mitarbeiter den Flüchtlingen Verhaltensregeln mit auf den Weg gäben. Ein afghanischer Mann wolle nun zudem Abende organisieren, an denen er die anderen Flüchtlinge beispielsweise über Sauberkeit und ähnliche Themen informieren wolle. Auf dem Gelände der Einrichtung engagieren sich die Bewohner: Sie halten Straßen sauber, pflegen Grünflächen, kümmern sich um die Wäsche oder bringen sich anderweitig ein.

Nicht zu vergessen ist zudem das Engagement der Ehrenamtler, die beispielsweise Deutschunterricht geben. Benötigt werden noch Freiwillige, die Angebote für Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren machen, sagte Janneke Daub, die Koordinatorin der Ehrenamtsarbeit.

Groll nutzte die Gelegenheit des hohen Besuchs derweil, um einer Mitarbeiterin des Sozialministeriums einen Vorschlag mit auf den Weg nach Wiesbaden zu geben: Wenn das Land ein bisschen Geld für die Sanierung der Sportplätze der Einrichtung gebe, dann schicke er den Bauhof, um die Arbeiten zu unterstützen.

von Florian Lerchbacher

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