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Begegnungsfest bringt den Dialog in Gang

Integration Begegnungsfest bringt den Dialog in Gang

Beim Begegnungsfest in der Hofreite Wohra spielte die Herkunft keine Rolle. Bei Kaffee und Kuchen, Baklava und Samosa lief der Austausch bestens.

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In der Hofreite ließen sich Bürger aus Wohratal und Flüchtlinge die verschiedenen internationalen Gerichte schmecken.

Quelle: Karin Waldhüter

Wohra. Die Tische und Stühle in der Hofreite waren voll besetzt. Unter einem Pavillon genossen Männer und Frauen die warmen Temperaturen, Kinder spielten.

Auf dem Hof wartete das Spielmobil der Gemeinde Wohratal. Es herrschte eine einladende Stimmung. Ganz hinten im Saal saß die afghanische Familie Anand. Sie gehört zu den Stammgästen und war schon bei jedem Begegnungsfest dabei: Vater Rajesh, seine Frau Seema, die dreijährige Erika und der sechsjährige Sohn Shivam, der den Kindergarten besucht und schon recht gut Deutsch spricht.

Erika ist in Deutschland geboren und trägt deshalb einen deutschen Namen, wie Papa Rajesh erklärt. Die Anands sind aus Kabul geflohen und leben seit vier Jahren in Wohra. In Kabul hat das Familienoberhaupt Stoffe und Kleider verkauft. Jetzt hat die Familie endlich die Anerkennung bekommen und darf in Deutschland bleiben.

Rajesh Anand will besser Deutsch lernen. Schlimm findet der 40-Jährige, dass er in all den Jahren bisher nur einen zweimonatigen Deutschkurs besuchen konnte. Seine zwei Jahre jüngere Frau bietet derweil die mitgebrachten Spinat-Knoblauch-Ingwer-Blumenkohlbällchen an und lässt sich selbst die süßen Baklava schmecken.

Zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren hatte der Arbeitskreis „Runder Tisch Integration“ zu einem Begegnungsfest eingeladen. Ins Gespräch zu kommen, gemeinsam zu essen und zu trinken und Zeit zusammen zu verbringen war das Ziel des Begegnungsfestes. Viele der derzeit 85 in Wohra lebenden Flüchtlinge waren gekommen.

15 Ehrenamtliche engagieren sich

Geflohen aus den Kriegs- und Krisengebieten Afghanistans, Pakistans, dem Iran, Syrien und dem Irak haben sie in der Bahnhofstraße und in der Biegenstraße eine Unterkunft gefunden. Während in der Bahnhofstraße hauptsächlich Familien untergebracht sind, leben in der Biegenstraße überwiegend alleinstehende Männer und eine syrische Familie.

Nachdem es vor zwei Jahren zu Randale in der Bahnhofstraße gekommen war, hatte sich der Arbeitskreis „Runder Tisch Integration“ neu formiert. Derzeit zählt er 15 Mitglieder. „Die Menschen, die wir hier vor uns haben, machen beispielhaft die Tragödie deutlich. Was wir im Fernsehen zu sehen bekommen, ist in Persona hier, verdeutlicht der Sprecher des Arbeitskreises „Runder Tisch Integration“ Harald Homberger.

Der Arbeitskreis setzt sich in vielfältiger und beeindruckender Form für die Flüchtlinge ein, ist Ansprechpartner und Unterstützer in vielen Dingen. Sowohl für die Einrichtung in Halsdorf, als auch für die Einrichtung in Wohra hatte der Arbeitskreis zum Beispiel viele Fahrräder organisiert.

Mobilität spielt eine große Rolle

Mit dem Fahrrad sind an diesem Nachmittag auch etliche junge Flüchtlinge, die unbegleitet nach Deutschland gekommen sind und in Halsdorf untergebracht sind, nach Wohra gekommen. „Es ist wichtig für die Flüchtlinge, mobil zu sein“, betont Gitti Schulte-Westenberg vom Arbeitskreis. Die fehlende Mobilität sei ein Problem und kostspielig dazu, erklärt Schulte-Westenberg.

Die Flüchtlinge, die auf dem Land landen, seien deshalb auch benachteiligt, so Homberger. Er hält einen kostenfreien Zugang für die öffentlichen Verkehrsmittel für wichtig. Ein persönliches Dankeschön an all diejenigen, die sich so engagieren, überbrachte der Erste Beigeordnete Oliver Mohr.

„Was gibt es Schöneres, als Begegnung zu feiern“, sagte Mohr. „Es gibt viele Helfer, die sich mehrmals in der Woche engagieren und ganz viel Herz und Engagement für die Flüchtlinge zeigen“, unterstrich Gitte Schulte-Westenberg.

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