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Bedarf gibt es auch ohne Autobahn

Geplanter Autohof Bedarf gibt es auch ohne Autobahn

Der Stadtallendorfer Unternehmer Hasan Ögretmen plant im Gewerbegebiet Nordost eine Millioneninvestition. Er will einen Autohof schaffen und Zug um Zug ausbauen. Start ist im nächsten Frühjahr

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Im Gewerbegebiet Nordost warten Lastzüge auf die Weiterfahrt zu einem der großen Stadtallendorfer Unternehmen. Foto: Rinde

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Stadtallendorf. Rund 32000 Quadratmeter Grundstück am Fuße des Gewerbegebiets Nordost, direkt an der B454, kauft der Stadtallendorfer Unternehmer Hasan Ögretmen von der Stadt. Die Zufahrt zum Gewerbegebiet liegt in Zukunft gleich gegenüber der Auf- und Abfahrt zur Autobahn 49 – wenn sie denn wie geplant realisiert wird. Doch schon jetzt sind die Pläne für einen Autohof aus Sicht Ögretmens und des von ihm beauftragten Architektenbüros rentabel. „Unsere Kunden sind bereits hier“, sagt er bei der Präsentation im Stadtallendorfer Rathaus. Etwa 1200 Lastwagen fahren täglich Unternehmen in Stadtallendorf an oder verlassen sie. Seit Jahren nutzen Lastzüge das Gewerbegebiet bereits als Wartebereich. Auf Initiative der Stadt stehen dort Abfallbehälter und Dixi-Toiletten. Außerdem hat sich ein privater Imbiss auf dem Gelände angesiedelt. Geschätzte 30 bis 40 Lastwagen warten dort im Verlaufe eines Tages. Weitere stehen im Stadtgebiet verteilt.

Im ersten Ausbauabschnitt ist eine Lkw- und Pkw-Tankstelle samt eines Bistros, Sanitäranlagen mit Duschen und einem kleinen Shop vorgesehen. Und natürlich Parkplätze. Im ersten Ausbauabschnitt sind es 50. Bis zu 80 werden möglich.

Gleichzeitig baut Ögretmen auf dem Grundstück ein neues Verwaltungsgebäude für sein Unternehmen „S&H-Reinigung“. An den Standorten Homberg/Ohm und Stadtallendorf beschäftigt er rund 200 Mitarbeiter. Weitere sollen hinzukommen, wenn am Neubau auch eine Fahrzeugaufbereitung entsteht.

Gespräche mit Fast-Food-Ketten

Das Autohofgelände ist so geplant, dass es sich unkompliziert erweitern lässt, beispielsweise um eine große Waschanlage. Oder auch um ein Schnellrestaurant, das in den Planungen bereits berücksichtigt ist. Eröffnet eine Kette vom Format McDonald oder Burger King nun doch eine Filiale in der zweitgrößten Stadt des Landkreises? „Es gibt Gespräche und Interesse“, sagt Ögretmen im Gespräch mit der OP, ohne schon jetzt konkreter werden zu wollen. Vor allem für die beiden großen Stadtallendorfer Industrieunternehmen Ferrero und der Eisengießerei Fritz Winter ist der Lkw-Verkehr ein großes Thema. Für Ferrero steht vor diesem Hintergrund auch der Weiterbau der Autobahn 49 auf der Agenda weit oben. Das Werk in Stadtallendorf verfügt über eine computergesteuerte Disposition, wann welcher Lastwagen mit welchen Waren im Werk ankommen darf, um dort entladen zu werden.

Bürgermeister Christian Somogyi wie auch Ögretmen stehen mit Ferrero und Winter nach eigenen Angaben in engen Gesprächen über die Anbindung des geplanten Autohofes an die Werke. Denkbar wäre zum Beispiel, dass eines oder beide Unternehmen Parkflächen dort vorbuchen könnten.

In den Planungen ist auch ein Sperrgelände vorgesehen, dass zusätzlich gesichert, sprich unter anderem eingezäunt werden könnte. Dort könnten Fahrzeuge auch über Nacht sicher abgestellt werden.

Alle Pläne seien so ausgelegt, dass die Anlage im Stadtallendorfer Gewerbegebiet auch als Autohof geführt wird. Dies erläuterte Architekt Manfred ­Beier.

Stadt verhandelte über langen Zeitraum

Ein Standbein seines Büros in Bad Hersfeld ist der Bau und die Sanierung von Tank- und Rastanlagen sowie Autohöfen. Nur, wenn die Vorgaben erfüllt sind, darf ein Autohof-Schild an Autobahnen auf die Einrichtung hinweisen.

„Eine Vorgabe ist die Zahl der Parkplätze“, sagt Manfred Beier. Anderthalb Jahre hat Bürgermeister Somogyi mit verschiedenen möglichen Investoren über eine Parkplatz-Anlage im Gewerbegebiet verhandelt, bis das jetzt vorgestellte Projekt letztlich festgezurrt war. Der Magistrat hat den Grundstücksverkauf einstimmig gebilligt. Die Vorsitzenden der Stadtparlaments-Fraktionen wurden von Somogyi vorab vertraulich über die Planungen informiert. „Sie haben sie durchweg begrüßt“, sagt Somogyi.

Eine Bebauungsplan-Änderung ist für den Autohof im Gewerbegebiet nicht erforderlich. Somogyi betont gegenüber der OP die positiven Aspekte des Vorhabens: ein Ende des „wilden Parkens“, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Effekte auf den Lkw-Verkehr im Stadtgebiet.

Er sieht das Vorhaben auch als Weiterentwicklung des Mittelzentrums Stadtallendorf. „Ein Leben von der Hand in den Mund ist für uns nicht mehr möglich“, betont Somogyi.

von Michael Rinde

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