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Bayern geben Sosenberg nicht auf

Windkraft Bayern geben Sosenberg nicht auf

Die Stadt Rauschenberg hat sich gegen Windkraftanlagen auf ihrem Hausberg positioniert. Doch die Energieallianz Bayern macht klar, dass sie das Projekt trotz der Widerstände weiterverfolgt.

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Die Heiligen Eichen sind ein Rauschenberger Wahrzeichen, ein Grund, warum die Stadt einen Windpark auf dem Sosenberg verhindern will. Archivfoto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Das Regierungspräsidium Gießen hatte, zumindest vorläufig, Nein zu einem „Vorbescheidsantrag“ der Energieallianz Bayern (EAB) gesagt. Wie die OP berichtete, plant das Unternehmen Windkraftanlagen auf dem Sosenberg. Doch eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Joachim Martini, Geschäftsführer der EAB, machte gegenüber dieser Zeitung auch deutlich, dass sein Unternehmen das Projekt nicht aufgeben will.

Seit 2011 arbeite die EAB daran und habe bereits einen sechsstelligen Betrag investiert. Fünf Windräder, Nabenhöhe 140 Meter, plant die EAB. „Wir haben faktisch fast alle nötigen Flächen vertraglich gesichert. Außerdem hat die Ablehnung unseres Antrages nur formale Gründe“, sagt Martini. Eine endgültige Entscheidung des Regierungspräsidiums aus grundsätzlichen Gründen sei dies noch nicht. Die EAB geht aktuell davon aus, dass der Sosenberg im Regionalplan als Vorrangfläche für Windkraftanlagen ausgewiesen wird.

Die Stadt Rauschenberg präferiert ganz klar einen Windpark im Stadtwald, in der Gemarkung Roter Küppel. Ebenso eindeutig hat das Stadtparlament den EAB-Plänen auf dem Sosenberg politisch eine klare Absage erteilt. Die Stadt will ihren Hausberg mit den heiligen Eichen nicht zugebaut bekommen. Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) steht absolut hinter der Sicht der Parlamentarier. Emmerich verweist aber auch darauf, dass er bei den anstehenden Änderungen am Flächennutzungsplan allein mit sachlichen Gründen für den Stadtwald und gegebenenfalls gegen den Sosenberg als Windpark-Standort argumentieren kann, wie er auf Nachfrage betont: „Alles andere wäre nicht gerichtsfest.“Die Änderung des Flächennutzungsplanes ist formal auf dem Weg, wird aber noch einige Zeit dauern. Unter anderem sind auch noch artenschutzrechtliche Prüfungen nötig. Wie die OP erfuhr, hat die EAB zwischenzeitlich gegen die Ablehnung des „Vorbescheidsantrags“ beim Verwaltungsgericht in Gießen Klage eingereicht.

Bayern klagen bereits

Das bestätigte am Freitag die stellvertretende Pressesprecherin des Gerichts, Richterin Beate Zickendraht, auf Anfrage. Bis eine Entscheidung in der Sache fällt, wird es aber dauern. „In der Regel zwischen einem und zwei Jahren“, sagt die Sprecherin. Geschäftsführer Martini hatte diese Klage beim Gespräch mit dieser Zeitung noch nicht erwähnt. Es ist auch denkbar, dass sich die Klage des Unternehmens im Laufe der planungsrechtlichen Verfahren von selbst erledigt, falls das Regierungspräsidium zum Beispiel den Sosenberg doch als Vorrangfläche für die Windenergienutzung ausweisen wird und die EAB noch ausstehende Gutachten, zum Beispiel zu Turbulenzen und Artenschutzfragen beibringt. EAB-Geschäftsführer Martini sagt, dass sein Unternehmen gegenüber der Stadt Rauschenberg keinen Konfrontationskurs fahren wolle. „Wir sind selbst ein kommunales Unternehmen“, betont Martini. Die EAB ist ein Verbund kommunaler Stadtwerke. Man habe Kooperationen und Beteiligungen angeboten, sei dabei aber bei der Stadt Rauschenberg bisher nicht auf offene Ohren gestoßen. „Ich bin immer offen für ein Gespräch. Allerdings wird sich an meiner Position dadurch nichts ändern“, sagt Bürgermeister Emmerich. Die Stadt fürchtet auch die Umzingelung durch Windkraftanlagen, eine Gefahr, die die EAB nicht sieht.

Emmerich geht derzeit davon aus, dass es bis zu einer Entscheidung über Windkraftanlagen auf dem Sosenberg noch etliche Monate dauert.

von Michael Rinde

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