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Bayern bedrängen die Heiligen Eichen

Windkraftpläne Bayern bedrängen die Heiligen Eichen

Welche Windkraft-Standorte sind in Rauschenberg denkbar? Antworten auf diese Frage gab die Stadt bei einer Bürgerversammlung, zu der Stadtverordnetenvorsteher Norbert Ruhl eingeladen hatte.

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Zwei XXL-Windräder vom Typ Nordex 117 stehen im Burgholzer Forst. Ähnlich könnte es demnächst auf dem Roten Küppel aussehen, wo vier dieser Anlagen entstehen sollen. 50 Bürger informierten sich über das Vorhaben. Fotos: Mayer/ Henkel

Rauschenberg. Rauschenberg. 50 Bürgerinnen und Bürger waren in das Gemeinschaftshaus Kratz‘sche Scheune gekommen, um sich über die ersten Untersuchungsergebnisse des Planungsbüros Holger Fischer (Linden) zu informieren. Das Büro bereitet im Auftrag der Stadt die für die Rauschenberger Windkraftpläne im Stadtwald nötige Teiländerung des Flächennutzungsplans vor. Referent Julian Adler bestritt den Hauptteil des Abends.

In seinem zweigeteilten Referat betrachtete er zunächst die formalen Aspekte, die beim Bau eines Windparks beachtet werden müssen, um abschließend auf die Ergebnisse der bisherigen Erhebungen einzugehen.

Aktuell beschäftigen sich sowohl die Stadt Rauschenberg wie auch das Regierungspräsidium in Gießen mit der Erstellung von Planungen zur Windenergie. Während man in Gießen dabei ist, den seit 2010 gültigen Raumordnungsplan im Teilbereich Windenergie zu aktualisieren, versucht die Stadt Rauschenberg mit einer Flächennutzungsplanänderung die Voraussetzungen für den Bau eines weiteren Windparks auf dem Roten Küppel zu schaffen. Dies erfolge in enger Abstimmung mit den Planungen auf Regierungsbezirksebene.

Wenig überraschend, hat das Planungsbüro bei seiner Ermittlung potentieller Standorte für Windenergie-Anlagen sechs Standorte vornehmlich nach Abstandskriterien ermittelt. Von diesen wurden allerdings zwei wegen fehlender Größe und zu geringer Windgeschwindigkeiten bereits zu einem frühen Stadium ausgeschlossen.

Übrig bleiben die bereits bekannten vier Standorte. Dies sind der bestehende Windpark bei Ernsthausen „Auf der Hecke“, eine Fläche zwischen Ernsthausen und Burgholz, der Sosenberg mit den Heiligen Eichen in der Kernstadt und der sowohl von der Politik wie auch von den anwesenden Bürgern - mit einer Ausnahme - bevorzugte Standort im Stadtwald am Roten Küppel.

Aktuell sei man dabei, naturschutzfachliche Detailuntersuchungen vorzunehmen, erläuterte Adler. Wie diese Untersuchungen ausgehen, sei derzeit noch völlig offen. Die Bürgerversammlung könne man als Bürgerbeteiligung im Rahmen des Bauleitverfahrens ansehen, meinte der Diplom-Geograph und sah sich zumindest formal einen Schritt weiter.

Auf Nachfrage versicherte der Referent, dass aktuell einzig der Bereich „Auf der Hecke“ genehmigt sei und Bestandsschutz genieße. Weitere Fragen verdeutlichten, dass es für alle der genannten möglichen Standorte Interessenten gäbe, die Windenergieanlagen bauen wollen. So seien Projektierer für ein bayerisches Unternehmen derzeit dabei, langfristige Pachtverträge mit Grundeigentümern auf dem Sosenberg abzuschließen, berichtete Bürgermeister Emmerich. Diesen will die Stadt aber windkraftfrei halten, wie diese Zeitung mehrfach berichtete.

Diese Absicht unterstützte Professor Peter Janich und forderte dazu auf, den Sosenberg aus dem Verfahren auszuschließen. Dafür erntete er Applaus bei den Anwesenden.

von Heinz-Dieter Henkel

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