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Baumriese wird nach Astbruch gefällt

Rauschenberg verliert ein Wahrzeichen Baumriese wird nach Astbruch gefällt

Nach Einschätzung des Rauschenberger Stadtrats Axel Schmidt ist die Stieleiche bei Zettrichshausen neben den heiligen Eichen die markanteste Eiche in der Gemarkung Rauschenbergs. Und die gibt es nicht mehr.

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Beim Empfang trafen sich (von links) Plomelins Bürgermeister Jean-Paul Le Dantec, Betziesdorfs Ortsvorsteher Gunther Decker, Stadtverordnetenvorsteher Willibald Preis und Dominique Le Roux, der Präsident des Partnerschafts-Komitees.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Es passierte vor einer Woche am Montagnachmittag. Über Stunden hinweg hatte sich die mächtige Krone der Eiche mit Wasser vollgesaugt. Dann brach unter der Kast des nassen Blattwerks einer von zwei Hauptästen der Krone ab und stürzte auf den Weg, der zur ehemaligen Rauschenberger Ziegelei führt. Wobei die Bezeichnung Ast eine unzulässige Untertreibung ist. Wie Axel Schmidt gegenüber dieser Zeitung berichtete, hatte der Ast die Ausformung eines ausgewachsenen Baumes.

Die Rauschenberger Feuerwehr rückte an, um den mächtigen Ast aus der Krone zu entfernen. Dabei wurde sie durch die Kirchhainer Feuerwehr unterstützt, über die die Wehrmänner die Abbruchstelle in der Krone erreichten.

Das Unheil hatte sich bereits wenige Tage zuvor angekündigt. Anwohnern war ein Riss in der Krone aufgefallen, der offenbar durch das Brechen zweier Stahlrohre, die die Krone seit vielen Jahren zusammengehalten hatte, entstanden war. Erst am Freitag zuvor hatte ein Sachverständiger den Baum begutachtet. Sein Gutachten zur Rettung des Baumes ist nun hinfällig, denn noch am Montagabend machte sich die Straßenmeisterei daran, den kompletten Baum zu fällen.

Baum hätte vielleicht erhalten werden können

Die Eiche stand direkt am der Kreisstraße, die Rauschenberg mit Sindersfeld verbindet. Deshalb stand der Baum in der Obhut der Straßenmeisterei und nicht von Hessen Forst. Nach Kenntnis von Axel Schmidt sah die Straßenmeisterei Gefahr im Verzug. Der Verlust der halben Krone habe die Statik des Baumes beeinträchtigt. Von der Kirchhainer Straßenmeisterei gab es gestern zur Fällung des Baumes keine Auskunft, da deren Leiter urlaubsbedingt nicht erreichbar war.

Axel Schmidt, der Forstwirtschaft studiert hat und folglich vom Fach ist, kann diese Überlegung nachvollziehen. Gleichwohl hätte er es für besser empfunden, über eine so weitreichende Entscheidung noch eine Nacht zu schlafen. „Es wäre wahrscheinlich möglich gewesen, den Baum durch einen drastischen Rückschnitt der verbliebenen Krone zu erhalten. Eichen verkraften das und treiben wieder aus“, erklärte Axel Schmidt, der die Kernfäule im Stamm als für die Statik unbedeutend einstufte.

Jetzt fehlt der das Landschaftsbild prägende Baum - nicht zuletzt als Navigationsmarke. Über Jahrzehnte diente er als Wegweiser zur Ziegelei, Rettungspunkt für Waldarbeiter und dem Chronisten diente der Baumriese auf dem Weg Richtung Rauschenberg ein lebendiges Warnschild. Bei dessen Anblick hieß es abbremsen, runterschalten in den zweiten Gang. Denn schließlich steht der Baum an abschüssiger Strecke am Ausgang einer hakeligen Rechtskurve. Wer nicht an dem Baum landen wollte, musste hier mit Samtpfoten fahren.

„Der Baum hat mit seinen erschreckenden Ausmaßen gebremst und Unfälle verhindert“, sagte Axel Schmidt voller Überzeugung. Nach seinem Wissensstand habe es an diesem Gefahrenpunkt nicht einen schweren Verkehrsunfall gegeben. Nicht zuletzt deshalb hat er einen großen Wunsch: Dass an dieser Kreuzung wieder ein Baum gepflanzt wird. Auch wenn mehr als hundert Jahreins Land ziehen werden, eher ein neuer Baum annähernd das Volumen der alten Stieleiche erreicht haben wird.

von Matthias Mayer

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