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Baukosten steigen wieder deutlich

Hallenbad Baukosten steigen wieder deutlich

Mehr als zehn verschiedene Unternehmen arbeiten aktuell vor allem im Inneren der Stadtallendorfer Hallenbad-Baustelle.

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Ein Arbeiter dichtet die Überlaufrinne am Sprungbecken wasserdicht ab. Foto: Michael Rinde

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Rötlich eingefärbt schwappt Wasser in der Überlaufrinne des großen Beckens. Die Dichtheit des mit Spezialfarbe isolierten Betons wird geprüft. Erst dann können Fliesen geklebt werden. Fertigwände für die künftigen Umkleiden stehen. Im Keller haben die verschiedenen Leitungsbauer ihre Arbeit zu einem großen Teil erledigt. Gut verpackt steht das neue Blockheizkraftwerk an seinem Platz, ebenso die riesig anmutenden Lüftungsanlagen.

In den vergangenen Monaten hat sich das Erscheinungsbild der Badbaustelle deutlich verändert, wie sich bei einem Rundgang der OP mit Projektleiterin Julia Seifert von der Verwaltung, Bürgermeister Christian Somogyi und dem Leiter der Stadtwerke Giselher Pontow zeigt. „Die Arbeiten sind eigentlich so gut fortgeschritten, dass wir an dem ursprünglichen Termin für die technische Inbetriebnahme hätten festhalten können“, sagt Somogyi. Angepeilt war der 1. Juli, doch hatte das Stadtparlament den Termin auf den 1. Oktober verschoben, um 59000 Euro für Abschreibungen auf das dann neue Bad zu sparen.

Es gab allerdings auch einige negative Überraschungen in den zurückliegenden Wochen seit dem Richtfest. Im Januar erschien das Unternehmen, das die Ausschreibung der Putzarbeiten gewonnen hatte, nicht auf der Baustelle. Nach mehreren Ermahnungen kündigte die Stadt den Vertrag. Glück im Unglück: Das Fliesenleger-Unternehmen übernahm die dringendsten Putzarbeiten im Beckenbereich, da es über die entsprechende Qualifikation verfügt. Die übrigen Putzarbeiten wurden neu ausgeschrieben. Allein der Einsatz der Fliesenlegerfirma hat aber auch zu kurzfristigen Mehrkosten von 20000 Euro geführt. Bewährt hat sich aus Bauherrensicht der Einsatz eines zusätzlichen Projektsteuerers, insbesondere bei der Überwachung. Es gebe ständige Kontrollen. Die sind auch nötig, denn Mängel etwa bei der Behandlung von Metallteilen in dem Schwimmbad könnten in einigen Jahren schwerwiegende und zugleich sehr teure Folgen haben. Beim Rundgang zeigte Giselher Pontow Beispiele, etwa Schraubenverbindungen zwischen Trägern. Korrosion hätte dort Folgen.

Inzwischen gibt es eine aktuelle Hochrechnung der Baukosten, die letzte stammte vom vergangenen Oktober. Und die fällt unerfreulich aus. Stand dort im Oktober noch die Zahl 9,25 Millionen Euro unter dem Summenstrich, so liegt der aktuell zu erwartende Betrag bei 9,7 Millionen Euro. Es gibt eine Kostensteigerung von 450000 Euro. Dafür gibt es zahlreiche Gründe: So lag das Ausschreibungsergebnis bei den Elektroarbeiten um mehr als 57000 Euro über den Erwartungen. Ins Geld gehen auch zusätzlich nötige Arbeiten an der Dachabdichtung.

Nachträglicher Wunschkostet 58000 Euro extra

Allein dort muss Stadtallendorf 70000 Euro mehr investieren. Es sind aber nicht nur baubedingte Mehrkosten. Auch ein nachträglicher „Bauherrenwunsch“ geht noch einmal zusätzlich „ins Geld“. Die Stadt will 58035 Euro für den Einbau von Unterwasserscheinwerfern mit LED-Technik ausgeben. Das habe Sicherheitsgründe, da sie für eine bessere Sicht im Becken gerade während der Abendöffnung sorgten, begründen Pontow und Somogyi die Ergänzung. Außerdem lässt sich bei Veranstaltungen auch die Lichtfarbe ändern. Ursprünglich hatte die Stadt Unterwasserscheinwerfer aus ihrer Planung herausgestrichen. Seinerzeit waren sie schlichtweg zu teuer. „Doch es gibt neue Technik und die ist deutlich günstiger“, erläutert Somogyi. Um sich von deren Qualität zu überzeugen, habe es vorher Tests im Bundeswehr-Hallenbad gegeben.

Die Betriebskommission der Stadtwerke nahm das neueste Zahlenwerk am Donnerstagabend „zur Kenntnis“, wie Somogyi auf Nachfrage der OP am Freitag erklärte. Eine zusätzliche Kreditaufnahme sei aber nicht erforderlich. Faktisch ist es derzeit so, dass die Stadt ihrem Eigenbetrieb Stadtwerke ein internes Darlehen von 6,1 Millionen Euro gewährt. Das ist noch nicht verbraucht.

Eines will im Moment noch niemand: Einen endgültigen Termin für die Wiedereröffnung nennen. „Wir werden uns von keinem treiben lassen, sondern erst dann eröffnen, wenn wir sicher sind, dass alles funktioniert“, betont Somogyi.

Klar ist, dass das Anfahren der Badtechnik Zeit brauchen wird. Die Situation, dass ein gerade eröffnetes Bad wegen Keimen wieder geschlossen werden muss, soll in Stadtallendorf unter allen Umständen verhindert werden.

von Michael Rinde

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