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Bald leert sich das Hallenbad-Becken

Sanierungsstart Bald leert sich das Hallenbad-Becken

Am 31. Mai öffnet das Stadtallendorfer Hallenbad zum letzten Male. Mit einem Aktionstag verabschieden sich die Stadtwerke vom Bad. Besucher bekommen einen Vorgeschmack auf "ihr" künftiges Hallenbad.

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Das Kinderbecken wird nach der Sanierung ganz anders aussehen. Es soll sehr viel attraktiver ausfallen. Archivfoto: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. Am Samstag ist letzte Gelegenheit, noch einmal das Hallenbad in seiner jahrzehntelang gewohnten Form zu erleben, danach ist es für 16 Monate wegen Sanierung geschlossen. Beim Aktionstag, Beginn ist um 13 Uhr, werden die Planer gemeinsam mit Stadtwerken und Stadtverwaltung zeigen, wie das Bad bei der Wiedereröffnung aussehen wird. Es gibt eine 3D-Präsentation, Besucher gehen auf einen virtuellen Rundgang durch das künftige Bad. Außerdem sind alle Besucher dazu aufgerufen, sich an einem Namensgebungs-Wettbewerb für das künftige Bad zu beteiligen. Es gibt eine Tombola, natürlich Speisen und Getränke und Vorführungen im Becken. Am Samstag eröffnet außerdem das Stadtallendorfer Freibad, etwas früher als bisher üblich. Stadtallendorf ist damit während der Sommermonate nicht ganz bäderlos.

Ab Sonntag ist das Hallenbad dann für die Öffentlichkeit geschlossen.Dann beginnt das große Ausräumen des Inventars, die fachgerechte Außerbetriebnahme der Technik.

Zwischenzeitlich haben sich einige erhebliche Probleme, die es durch die Badschließung gab, offenbar bewältigen lassen. Im Zentrum stand das Problem der Trainingszeiten der Schwimmabteilung des TSV Eintracht Stadtallendorf (die OP berichtete mehrfach). Zwischenzeitlich liegt der Stadt der Vertragsentwurf für Trainingsstunden im Bundeswehrbad vor. Die Aufsicht stellen dabei die Stadtwerke, wie Betriebsleiter Giselher Pontow erläutert. Für das Bundeswehrbad gibt es für die Sommer- und Winterzeit dabei unterschiedliche Belegungspläne, was mit dem zur Verfügung stehenden Personal zusammenhängt.

Letzte Entscheidung über Kostenübernahme

Für die Nutzung des Bundeswehrbades müssen die Stadtwerke respektive die Stadt zahlen. Entstehen den Vereinen, die ohnehin massiv unter der Badschließung in der Stadtmitte zu leiden haben, Kosten? Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) will, dass die Stadt die Kosten trägt. Eine Entscheidung darüber sollte aber erst gestern Abend in der nichtöffentlich tagenden Betriebskommission fallen. Bei Redaktionsschluss dieser Seite war noch kein Ergebnis bekannt.

Zusätzliche Trainingszeiten für die Schwimmabteilung soll es nun auch im Kirchhainer „Phönix“-Hallenbad geben, jeweils Samstags und Sonntags von 13 bis 15 Uhr. Eine vertragliche Regelung steht aber derzeit noch aus, der Beirat des Kirchhainer Bades habe aber schon zugestimmt, sagt Somogyi. Auch das wird Geld kosten, auch diesen Betrag soll nach Wunsch Somogyis die Stadt tragen. Entsprechende Zusagen, den Vereinen während der Badsanierung zu helfen, rühren bereits aus der Zeit von Somogyis Vorgänger Manfred Vollmer (CDU). Nach Wiedereröffnung des Bades soll es auch keine Verschlechterungen für die Schwimmsportvereine geben.

Die genauen Summen, um die es bei den Ausweichbädern geht, wollte gestern beim Pressegespräch mit Rücksicht auf die Betriebskommission noch keiner nennen. 35 Euro nimmt der Bund pro Stunde, in der er sein Bad bereitstellt , wie die OP bereits berichtete. Wermutstropfen bleibt, dass die Stadtallendorfer Schwimmvereine im Bundeswehrbad keinen Schwimmunterricht für Kinder anbieten können, weil das Bad dafür nicht ausgelegt ist.

Am Freitag räumt die Schwimmabteilung ihren Kraftraum mit den schweren Trainingsgeräten leer. Dafür musste extra eine Mauer geöffnet werden. Abteilungsleiterin Gabi Dingel erkundigte sich gestern nach der Übernahme der Umzugskosten. „Denn wir haben kein Geld, was wir an Rücklagen haben, brauchen wir, um Jugendliche zu Wettkämpfen zu schicken“, sagt Dingel. Auch dafür will die Stadt einstehen. All dieses Geld soll aus dem Topf der Vereinsförderung genommen werden.

8,6 Millionen Euro wird die Badsanierung kosten. Aktuell läuft die europaweite Ausschreibung der Rohbauarbeiten. Voraussichtlich ab 7. Juli beginnt aber zunächst der Abbruch, der wohl bis September dauern wird, wie Projektleiterin Julia Werner von der Stadtverwaltung gestern erläuterte. Für die Bauarbeiten wird dann der Abschnitt der Teichwiesenstraße in direkter Umgebung des Hallenbades gesperrt. Die Alternative wäre die Nutzung der Parkplätze beim Kaufhaus Pfeiffer gewesen. Lieferantenverkehr und Feuerwehrzufahrt sind sichergestellt. Die Teilsperrung der Teichwiesenstraße wird voraussichtlich bis Mitte nächsten Jahres dauern.

Alle Beteiligten sind zuversichtlich, dass sich die geplante Sanierung auf 16 Monate einschließlich eines einmonatigen Probebetriebs beschränken wird. „Allerdings weiß man natürlich nicht, was sich an Problemen noch bei der Sanierung des Bades findet“, schränkt Werner ein.

von Michael Rinde

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