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Bahn setzt ihre Versprechen um

Intercity-Halte Bahn setzt ihre Versprechen um

Was die Bahn im Juli nach umfassenden Gesprächen in Aussicht gestellt hatte, ließ sich auch im Fahrplan der Main-Weser-Bahn umsetzen. Das erklärte eine Bahnsprecherin am Montag gegenüber der OP.

Ein Intercity durchfährt den Stadtallendorfer Bahnhof. Ab Dezember halten die Fernzüge dort häufiger.

Quelle: Archivfoto: Mayer

Stadtallendorf. Am Dienstag wird die Bahn AG bundesweit umfassend über ihre Fahrplanänderungen zum 11. Dezember informieren. Für Stadtallendorf gab es gestern bereits die seit Juli erhofften Informationen exklusiv gegenüber der Oberhessischen Presse.

Das sind die von der Bahn genannten Fakten im Überblick:

nStatt bisher einem bekommt Stadtallendorf ab der Fahrplanumstellung künftig zwölf Intercity-Halte täglich. Aktuell hält lediglich ein Intercity morgens um 5.45 Uhr in Fahrtrichtung Frankfurt in Stadtallendorf.

- In Stadtallendorf und Wabern halten die IC-Züge tagsüber abwechselnd, bei sechs IC-Fahrten in den Hauptverkehrszeiten werden sogar beide Halte angeboten, erklärte eine Bahnsprecherin.

- Damit erhalten Zugreisende aus Stadtallendorf, Treysa und Wabern umsteigefreie Intercity-Verbindungen morgens zum Beispiel nach Frankfurt, Ankunft um 7.08 Uhr und 9.08 Uhr und nach Kassel-Wilhelmshöhe, Ankunft um 8.53 Uhr, sowie abends aus Frankfurt, Abfahrt dort um 16.50 Uhr und 18.49 Uhr und Kassel, Abfahrt 19.03. Diese ersten Zeiten nannte die für Hessen zuständige Bahnsprecherin beispielhaft gegenüber der OP.

- Hinzu kommt ein Intercity-Halt freitag- und samstagabends.

Es ist offenbar der erhoffte, aber nicht unbedingt erwartete „große Wurf“ für Stadtallendorf und die Umgebung bis in den Vogelsbergkreis hinein. Für dieses Ergebnis hatte sich ein breites Bündnis aus Politik, den Industrieunternehmen Ferrero, Eisengießerei Fritz Winter, ­HOPPE und der Division Schnelle Kräfte eingesetzt.

Unterstützung kam dabei auch von Nachbarstädten, die sich ihrerseits direkt an die Bahn AG gewandt hatten (die OP berichtete). Die Unterstützung für eine zeitgemäße Intercity-Anbindung Stadtallendorfs und der Region reichte dabei bis nach Alsfeld. Rückendeckung bekam das Bündnis dabei auch vom Kreistag.

Keine Verschlechterungenin Treysa geplant

Die Bahn erklärte am Montag­gegenüber der OP, dass die Region in naher Zukunft „häufiger und nachfragegerechter angebunden wird“. Demnach erhöhe sich die Zahl der Intercity-­Halte zwischen Kassel und Marburg pro Tag um rund 20 Prozent auf 38.

Der Fahrplan habe dies hergegeben, erklärte die Bahnsprecherin auf die Frage, ob sich dadurch möglicherweise an anderer Stelle Einschränkungen beim Zugangebot ergäben. Besonders die Gemeinde Wabern hatte in den Frühsommermonaten um ihre Zukunft als Intercity-Halt gekämpft. Laut Bahn bleibt Wabern sogenannter „Systemhalt“ mit täglich zehn Intercity-Halten. Auch in Treysa wird es bei den Fernverbindungen demnach keine Verschlechterung geben.

Dort halten weiterhin unter der Woche alle Züge der Intercity-Linie 26. Es bleibe unverändert bei 16 Fahrten pro Tag, so die Bahn AG.

Bürgermeister Christian Somogyi erreichte die frohe Kunde im Urlaub. Er erfuhr von der OP davon. Somogyi machte keinen Hehl daraus, dass er mit einem derart positiven Ergebnis am Ende nicht gerechnet habe. „Das ist für unsere Region, besonders für die Industrie- und Divisionsstadt Stadtallendorf, ganz wichtig“, betonte er. Es habe sich gezeigt, wie wichtig und wertvoll Zusammenschlüsse unterschiedlicher Partner bei einem derartigen Thema seien.

Für Somogyi profitieren neben den Unternehmen und der Bundeswehr auch zahlreiche Stadtallendorfer Bürger, die täglich zu ihren Arbeitsplätzen pendelten, von den zugesagten Verbesserungen. „Je attraktiver die Verkehrsverbindungen auf Straße und Schiene sind, desto besser können wir unseren Standortvorteil als nördlichste Region des Rhein-Main-Gebietes und südlichste des Ballungsraums Kassel ausspielen“, erklärte Vize­landrat Marian Zachow gegenüber der OP.

Allerdings wird die Bahn die jetzigen Optimierungen in zwei Jahren noch einmal auf ihren Erfolg hin überprüfen.

von Michael Rinde

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