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Bahn erneuert Gleis zum Werk komplett

Bauarbeiten Bahn erneuert Gleis zum Werk komplett

An diesem Freitag, 7. August, ab 23 Uhr beginnen umfangreiche Gleisbauarbeiten in Stadtallendorf, in deren Folge es auch zu einer tageweisen Sperrung der Niederkleiner Straße kommen wird.

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Der Bahnübergang in der Niederkleiner Straße wird ebenfalls saniert. Deshalb wird die Straße voraussichtlich ab dem 14. August in beide Richtungen gesperrt.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Mehrfach sind in den vergangenen Jahren Lokomotiven oder Güterwaggons auf der Strecke zwischen Stadtallendorfer Bahnhof und der Eisengießerei Winter aus den Schienen gesprungen. Grund waren nicht zuletzt immer wieder die in die Jahre gekommenen Gleisanlagen. Ab Freitag, 7. August, ab 23 Uhr, erneuert ein von der Bahn beauftragtes Unternehmen die alten Gleise komplett. Es geht um eine Strecke von exakt 1175 Metern, auf der sich allerdings auch drei Bahnübergänge befinden. Der wohl bedeutendste ist dabei der beschrankte Bahnübergang Niederkleiner Straße. Enden sollen die Arbeiten nach Angaben der Bahn erst am Montag, 17. August, um 6 Uhr in der Frühe, wenn alles nach Plan verläuft.

Darauf hoffen zumindest Bahn und Stadtverwaltung. Denn Straßensperrungen sind in dieser Zeit unvermeidlich. Nach Angaben der Stadtverwaltung wird die Zufahrt in die Egerländer Straße bereits ab 7. August nicht mehr möglich sein. Im Iglauer Weg gelten wegen der Umleitungen ab dann auch Halteverbote. In der Zeit von Freitag, 14. August, bis Dienstag, 18. August, also zum Finale der Bauarbeiten, wird die Niederkleiner Straße in Höhe des Bahnüberganges in beide Richtungen gesperrt.

Planungen gibt es seit zwei Jahren

Die Umleitung erfolgt über die Rheinstraße und die „Ferrero“-Umgehung. Für Fußgänger soll es Möglichkeiten geben, die Baustelle zu passieren. Warum bei der Stadt eine Sperrung dieser Hauptverkehrsader über das von der Bahn auch in einer Pressemitteilung angegebene Ende der Arbeiten hinaus beantragt wurde, ließ sich nicht klären. Möglicherweise sind am Bahnübergang noch Restarbeiten nötig. Auch die Südschule und einzelne Häuser werden während der Bauzeit nur über eine Umleitung erreichbar sein. Sie gilt nach Aussage der Stadt ebenfalls ab Freitag und führt über Elzenrain, vorbei am Kindergarten und einen ausgeschilderten Weg. Die Bahn fährt über ihr Gleis 51/52 ausschließlich die Eisengießerei Fritz Winter an. Für das Industrieunternehmen ist die Bahnanbindung „lebenswichtig“, wie Michael Krebs, einer der Prokuristen des Unternehmens, gestern gegenüber der OP betonte. Beim Unternehmen ist man deshalb froh darüber, dass sich die Bahn letztlich entschieden hat, die Strecke komplett zu sanieren.

Erste Planungen dafür gibt es seit zwei Jahren. Michael Pelda ist Eisenbahn-Betriebsleiter bei Winter und für die Logistik des Unternehmens zuständig. Den Bautermin hätten die Eisengießerei und die Bahn bewusst in die Zeit gelegt, in der im Werk II Betriebsruhe herrsche.

Über die Bahnstrecke erhält Winter den für die Produktion unabdingbaren Quarzsand, außerdem geringe Mengen Schrott. Winter selbst liefert via Bahn Gussteile an seine Kunden aus. „Für uns halten sich die Folgen der Bahnarbeiten in Grenzen“, sagt Pelda im Gespräch mit der OP. Alle Speditionen seien frühzeitig informiert worden. Die Gießerei selbst hat ihr eigenes internes Gleisnetz bis auf eine kurze Strecke von rund 80 Metern Länge in den zurückliegenden Jahren bereits saniert. Täglich fahren laut Pelda drei Züge die Gießerei an und bringen Rohstoffe, drei mit Gussteilen beladene Züge gehen von dort aus auf die Strecke.

Arbeiten rund um die Uhr nötig

„Der Bauzeitraum ist sehr eng bemessen, darum ist es erforderlich, rund um die Uhr zu bauen“, erklärt eine Bahnsprecherin gegenüber dieser Zeitung. Auch an den Wochenenden wird gearbeitet werden müssen. Durch den Einsatz moderner Maschine solle die Lärmbelästigung für Anwohner aber so gering wie möglich gehalten werden. Auf der gesamten Strecke werden Schotter, Schwellen und Schienen ausgewechselt. Die betroffenen Bahnübergänge erhalten allesamt neue Fahrbahnbeläge. Anlieger könnten aber von den am Ende ebenfalls sanierten Bahnübergängen profitieren, meint Michael Pelda. „Man wird die darüber fahrenden Autos, insbesondere die Lastwagen, deutlich weniger hören als bisher“, sagt er.

Alle Kosten übernehmen der Bund und die Bahn AG, zur Höhe der Investition machte das Unternehmen keine Angaben.

von Michael Rinde

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