Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Bäume treten die letzte Reise an

Jugendfeuerwehr Bäume treten die letzte Reise an

Bei klirrender Kälte waren Mitglieder der Rauschenberger Jugendfeuerwehr an Samstag unterwegs, um ausgediente Weihnachtsbäume einzusammeln. Kameraden der ­Einsatzabteilung halfen.

Voriger Artikel
Parksituation hat sich „verdichtet“
Nächster Artikel
Schüler gegen Rassismus

Mit der Glocke kündigte sich das „Einsammelteam“ bei den Rauschenbergern an.

Quelle: Karin Waldhüter

Rauschenberg. Im Ostkreis hat es Tradition, dass Jugendfeuerwehren und Einsatzabteilungen die Bürger der jeweiligen Städte von ihren ausgedienten Weihnachtsbäumen erlösen, ehrenamtlich. Am Samstag war die OP stellvertretend beim Start des Baumeinsammelns in Rauschenberg dabei. Pünktlich um neun Uhr sind, trotz neun Grad unter null, fast alle 22 Mitglieder der Jugendfeuerwehr da und die Mädchen und Jungen freuen sich schon auf das Einsammeln der ausgedienten nadelnden Gesellen. Denn die unterwegs eingesammelten Spenden sind, wie Jugendwart Mario Fritsch erzählt, „eine Stütze für die Arbeit der Jugendfeuerwehr für das gesamte Jahr“.

Wollmützen, Handschuhe, dicke Hosen und Jacken sowie ­darunter getragene Pullover schützen an diesem kalten Morgen vor der Kälte. Heißer Orangensaft und Tee, in Thermoskannen abgefüllt, ist reichlich vorhanden und soll helfen, die Kälte zu vertreiben.

Als Ziel haben die drei Jugendwarte Mario Fritsch, Joachim Fokuhl und Nicolai Henkel eines klar im Blick: „Fertig werden bis es dunkel wird“. „Doch das schaffen wir selten“, sagt Fritsch und erzählt, dass es manchmal schon 21 Uhr geworden sei, bis alle Bäume eingesammelt und am Grillplatz verbrannt worden waren. Zunächst stellen sich aber erst einmal alle für ein Erinnerungsfoto vor dem Feuerwehrgerätehaus auf. „Das machen wir jedes Jahr so, dann sieht man im Laufe der Jahre, wer alles in die Einsatzabteilung gewechselt ist“, so Fritsch. „Ich habe so viel angezogen wie möglich, dann noch heiße Getränke, so wird es schon gehen“, erzählt die siebzehnjährige Lea Szabo, bevor es losgeht.

Viel Dankbarkeit bei den Rauschenbergern

Mit dabei sind auch zahlreiche Kameraden der Einsatzabteilung. Sie achten darauf, dass unterwegs nichts passiert, steuern die beiden Schlepper und fahren auf dem Wagen mit. Mit lautem Glockengeläut macht der Tross unterwegs auf sich aufmerksam und zwei jüngere Mitglieder der Jugendfeuerwehr gehen mit ihren Spendendosen hinterher.

Etliche Anwohner kommen den Feuerwehrkameraden mit ihren ausgedienten Tannenbäumen im Schlepptau entgegen. Jeder zeigt seine Anerkennung und steckt einen Schein oder Münzen in die Spendenbox. Willkommene Zeichen der Dankbarkeit in Form von Süßigkeiten und wärmenden Getränken gibt es unterwegs an mehreren Stationen. Schon seit 1981 lädt Manfred Rous alljährlich alle zur Einkehr und zum Aufwärmen zu sich ein. Im Feuerwehrgerätehaus sorgt Margret Wittekindt-Regulski derweil für ein warmes Mittagessen und bereitet Nudeln mit Hackfleischsoße vor. Momentan sieht Stadtjugendfeuerwehrwart Heiko Schein die Feuerwehr im Jugendbereich ganz gut aufgestellt. „Wenn alle dabei bleiben, wäre das ein Traum“, so Schein.

Bis zu 500 Bäume werden entsorgt

Um Nachwuchs zu gewinnen ist für dieses Jahr ein großer Aktionstag in Rauschenberg geplant. Im gesamten Stadtgebiet samt den Ortsteilen zählen die Jugendfeuerwehren derzeit 47 Mitglieder. „Vor elf Jahren waren es noch über Hundert“, weiß Schein. Als Gründe für die schwindende Mitgliederzahl nennt Schein zum einen den Geburtenrückgang.

Da das Eintrittsalter bei zehn Jahren liege, hätten sich viele Jugendliche in dem Alter oft schon einem anderen Hobby zugewandt und so fehle die Zeit, zählt Schein einen weiteren Grund auf. Geschätzte 450 bis 500 Fichten und Nordmanntannen werden an diesem Tag in Rauschenbergs Kernstadt eingesammelt, an der Grillhütte zu einem etwa dreieinhalb bis vier Meter hohen Berg aufgetürmt, schließlich angezündet und unter der Kontrolle der Feuerwehr schließlich verbrannt.

In Bracht werden die Weihnachtsbäume erst am Samstag, 14. Januar, eingesammelt. Es wird gebeten, die Bäume ab 9 Uhr vor die Türen zu stellen.

von Karin Waldhüter

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr