Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Bäume setzen als Zeichen für das Leben

Geburtenwald Bäume setzen als Zeichen für das Leben

Seit dem Jahr 2013 können Eltern anlässlich der Geburt ihres Kindes eine Trauben-Eiche im neu errichteten Geburtenwald pflanzen: Zum dritten Pflanztag hatten sich 42 Eltern angemeldet.

Voriger Artikel
Erst Kompromiss bringt Beruhigung
Nächster Artikel
Historie lebendig präsentiert

Bianca Völzing und ihr Mann Benjamin aus Schweinsberg setzten für ihre beiden Kinder Simon (sieben Monate) und Samira (sieben Jahre) einen Baum.

Quelle: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Der Geburtenwald der Stadt Stadtallendorf befindet sich auf einer städtischen Waldfläche im Eichenhain in der Nähe des Kindergartens Süd. Auf einer 1200 Quadratmeter großen Fläche wurden in den vergangenen beiden Jahren bereits 104 Trauben-Eichen gepflanzt.

Wie Neugeborene steht ein Baum symbolisch für das Leben und die Zukunft, und mit dem Pflanzen eines Baums will die Stadt Stadtallendorf zum einen die Tradition des Baumpflanzens anlässlich der Geburt eines Kindes aufgreifen und zum anderen eine nachhaltige Waldbewirtschaftung fördern.

Begleitet wurde die Pflanzaktion von Revierförster Alexander Wolf und dem Waldpädagogen Florian Zilm von Hessen-Forst sowie Justina Paul und Susan Weißleder, die derzeit dort ein Praktikum und freiwilliges ökologisches Jahr absolvieren. Hessen-Forst ist generell für die Betreuung des Stadtwaldes verantwortlich und hatte bereits im Vorfeld die Fläche für das Bepflanzen vorbereitet.

In diesem Jahr erstmals Vandalismus im "Geburtenwald"

Bis auf fünf Bäume, die nachgebessert wurden, sind alle Pflanzen, die in den vergangenen beiden Jahren gepflanzt wurden, gut angewachsen, erzählt Alexander Wolf am Rande der Veranstaltung. „Problematisch war, dass wir in diesem Jahr erstmals mit Vandalismus zu tun hatten“, berichtet der Revierförster. Vereinzelt seien Bäume umgetreten worden und es sei zu Verschmutzungen an den aufgestellten Bänken gekommen.

Zum offiziellen Start der Pflanzaktion freute sich Bürgermeister Christian Somogyi, dass so viele Eltern mit ihren Kindern zu dem Termin gekommen waren. Er verwies darauf, wie wichtig es ist, dass Eltern und Großeltern ihren Kindern die Bedeutung des Waldes vermitteln.

Allein durch Sponsoren sei es möglich geworden, den Kostendeckungsgrad von fünf Euro zu erreichen, hob Somogyi heraus. Fast 2.000 Euro Spendengelder hatten die VR Bank Hessenland, die Eisengießerei Fritz Winter, die HOPPE AG, die Sparkasse Marburg-Biedenkopf und EAM GmbH insgesamt zur Verfügung gestellt. „Die Trauben-Eiche wächst hier besonders gut“, erläuterte Revierförster Alexander Wolf.

Bäume werden bis zu 1000 Jahre alt

Der Baum kann bis zu 1000 Jahre alt werden und erreicht eine Höhe von 30 bis 40 Meter. Ziel sei es, so Wolf, mit dem Pflanzen eine Verbundenheit zu der Örtlichkeit zu schaffen und den Bezug zur Natur zu stärken. Er lud alle Kinder, Eltern und Großeltern dazu ein, den Baum zu besuchen und die Entwicklung des Baums zu verfolgen.

Den ersten Baum an diesem Tag pflanzte das Stadtoberhaupt gemeinsam mit dem Ersten Stadtrat Otmar Bonacker und Alexander Wolf für „Sternenkinder“, in Erinnerung an verstorbene Kinder in der Gemeinde. Aus Schweinsberg war Bianca Völzing mit ihrem Mann Benjamin und den beiden Kindern Samira (7 Jahre) und Simon (7 Monate) gekommen.

„Wir sehen die Aktion als ein Zeichen zum Leben, ein schöner Gedanke“, erzählt Bianca Völzing. „Die Kinder sind die Zukunft und ein Baum auch, die Pflanzaktion ist dafür ein schönes Symbol“, findet Sabine Alexander.

Vor der eigentlichen Pflanzaktion konnten die Eltern den Namen und das Geburtsdatum des Kindes mit einem Lötkolben in eine Holzscheibe brennen. Diese wurde dann an dem betreffenden Baum befestigt. Es gab Speisen und Getränke. Kinder konnten sich bei Hessen-Forst mit dem Ausmalen eines Naturbilds die Zeit vertreiben.

von Karin Waldhüter

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr