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Badsanierung: Kosten steigen enorm

Stadtallendorf Badsanierung: Kosten steigen enorm

Klar ist, dass Stadtallendorf nicht mit den mal veranschlagten 7,6 Millionen Euro für die Hallenbadsanierung auskommen wird. Inzwischen ist von 10 Millionen Euro die Rede, die die Stadt mindestens ausgeben muss.

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Das Stadtallendorfer Hallenbad soll ab nächstem Jahr saniert werden. 

Quelle: Archivfoto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Für das Thema Hallenbad-Sanierung hat Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) eigens um Sondersitzungen von Fachausschüssen und Stadtparlament gebeten. Offenbar aus gutem Grund, denn es gibt einigen Redebedarf: Wie Recherchen dieser Zeitung ergaben, steigen die reinen Sanierungskosten für das Hallenbad im Herzen der Stadtmitte effektiv auf mehr als 10 Millionen Euro. Als die Stadtverordneten ihren bisher letzten grundsätzlichen Beschluss zur Badsanierung fassten, waren sie von einem Betrag von 7,6 Millionen Euro ausgegangen.

Somogyi will sich auf Nachfrage der OP nicht zum Finanzierungsthema äußern, bevor er die politischen Gremien nicht informiert hat. Der Fahrplan: Am nächsten Montag soll sich zunächst der Magistrat mit dem millionenschweren Problem abschließend befassen, bevor dann am Mittwoch, 18. September, eine Sondersitzung des Fachausschusses 1 ansteht. Eine Entscheidung könnte in einer Sondersitzung des Stadtparlaments am 24. September fallen.

Nicht nur die Höhe der Sanirungskosten sind noch ein im Rathaus gehütetes Geheimnis. Auch über die Gründe wird derzeit der Mantel des Schweigens gehüllt. Aus verschiedenen Quellen erfuhr die OP, dass bei früheren Berechnungen zumindest teilweise schlicht „brutto“ und „netto“ durcheinandergebracht worden sein soll. Auch dazu will sich Stadtallendorfs Kämmerer zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern.

Mit einem Vergessen der 19-prozentigen Mehrwertsteuer allein ließe sich die jetzt im Raum stehende Summe aber auch nicht ganz erklären. Es bliebe immer noch eine Differenz von rund einer Million Euro.

Nur kleinere Mängel an Dachkonstruktion

„Bei den Zahlen, die wir in der nächsten Woche nennen werden, werden alle anfallenden Positionen enthalten sein“, sagte Somogyi dazu lediglich.

Gibt es Baumängel am Bad, die vorher so nicht abzusehen waren? In der Sommerpause des Hallenbades wurde die Gebäudekonstruktion im Zuge der Bauplanung intensiv untersucht. Bürgermeister Somogyi erklärt allerdings, dass bei den Untersuchungen nur kleinere zusätzliche Mängel, etwa an den Bindern gefunden wurden, die nun allerdings auch beseitigt werden müssten.

Die Sondersitzung will Somogyi, um die selbstgesteckten Zeitpläne einhalten zu können. Er geht davon aus, dass die Arbeiten am Bad wohl im Laufe des zweiten Quartals nächsten Jahres beginnen dürften. „Unser Ziel bleibt es, dass Bad an den Bedürfnissen von Vereins- und Schulsport auszurichten“, betont der Kämmerer.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Stadtallendorfer Stadtverordneten bei größeren Bauprojekten mit Kostensteigerungen befassen müssen. Aktuellstes Beispiel: Der ohnehin schon mit 4,9 Millionen Euro veranschlagte Neubau eines gemeinsamen Baubetriebshofes wird zwischen 250000 und 400000 Euro teurer, weil Altlasten-Probleme wegen eines früheren Schrottplatzes beseitigt werden müssen. Auch der Baubeginn hat sich dort entsprechend verzögert.

Bei Sanierungskosten von etwa 10 Millionen Euro dürfte auch die intensiv diskutierte Frage wieder im Raum stehen, ob nicht doch ein Neubau sinnvoller gewesen wäre. Doch der hätte nach früheren Berechnungen mit mindestens 15 bis 17 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Für den Neubau hätte die Stadt auch den Zuschuss aus dem Förderprogramm „HAI“ des Landes nicht erhalten. Der liegt bei stolzen 1,3 Millionen Euro.

Die übrigen Sanierungskosten werden die Stadt, respektive die Stadtwerke weitgehend über Kredite finanzieren müssen - nun muss sich die Stadt wohl zusätzliches Geld leihen.

  • Die Ausschuss-Sondersitzung findet am 18. September ab 18.30 Uhr im Stadtverordneten-Sitzungssaal statt.

von Michael Rinde

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