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Badpläne nehmen entscheidende Hürde

Stadtallendorf Badpläne nehmen entscheidende Hürde

Architekten und Stadtverwaltung hatten die Parlamentarier in der vergangenen Woche offenbar in Gänze überzeugt. Nach 50 Minuten fiel am Dienstagabend die Entscheidung für die deutlich teurere Hallenbad-Sanierung.

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Das Parlament hat den Start für die Badsanierung freigegeben. Foto: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. In der vergangenen Woche stellten die Architekten erstmals öffentlich ihre Planungen für Sanierung und Aufwertung des Stadtallendorfer Hallenbads vor, mit Mehrkosten von rund 1,1 Millionen Euro. Unter dem Strich ist das auf 16 Monate Bauzeit veranschlagte Großprojekt mit 8,6 Millionen Euro veranschlagt. Etwa 7,3 Millionen Euro müssen Stadt beziehungsweise Stadtwerke davon selbst aufbringen, die Differenz wird über eine Förderung aus dem HAI-Programm des Landes finanziert.

Gestern Abend zeigte sich sehr schnell, dass die Stadtverordneten aller Fraktionen von den jetzigen Planungen trotz der Mehrkosten gegenüber den Zahlen von 2011 überzeugt sind.

Stephan Klenner (CDU) betonte für seine Fraktion, dass die Mehrkosten, die er als „keine Kleinigkeit“ bezeichnete, gut zu begründen seien. Er verwies beispielhaft auf marode Grundleitungen oder die nötige komplette Deckenerneuerung im Keller. „Als wir die Sanierungsentscheidung trafen, haben wir gewusst, dass das auf uns zukommen kann“, erinnerte Klenner. Er räumte auch ein, dass es in seiner Fraktion durchaus Diskussionen über die Notwendigkeit eines Whirlpools (veranschlagt mit 215000 Euro) gegeben habe. Klenner verwies aber auf den Attraktivitätsgewinn und den Umstand, dass das Stadtallendorfer Bad auch in Konkurrenz zu Bädern wie dem Marburger Aquamar stünde.

Mehr "Erlebnisqualität" im neuen Bad

Werner Hesse, Fraktionsvorsitzender der SPD, machte gleich klar, dass auch seine Fraktion die jetzigen Pläne einschließlich Mehrkosten mitträgt. Hesse machte aber auch klar, dass ein Urteil über die Badausstattung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich sei. „Ich erwarte, dass wir über die Entwicklungen reden und mitentscheiden“, betonte er. Das sagte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) dem Stadtparlament zu. Ausdrücklich lobte er nochmals die vorgestellten Pläne, er erwartet „mehr Erlebnisqualität“ im künftigen Bad.

Manfred Thierau (Republikaner) und Michael Feldpausch (B 90/Die Grünen) billigten zwar die Sanierungspläne ausdrücklich und betonten die Notwendigkeit des Projekts. Sie mahnten aber auch, die Kosten im Blick und im Griff zu behalten.

Winand Koch (FDP) erinnerte zunächst daran, dass seine Fraktion seinerzeit gegen die Planungen für den neuen Baubetriebshof gestimmt habe, weil sie der Meinung war, dass sich Stadtallendorf nicht zwei Großprojekte leisten könne. Er bezeichnete die Badplanungen allerdings als „vernünftiges Projekt“. Er verwies, ähnlich wie Redner anderer Fraktionen, aber auch darauf, dass die eigentliche Ausstattung noch festgelegt werden muss - etwa für die TSV Schwimmabteilung, die Ausstattung wie eine Zeitmessung für die Austragung von Wettbewerben benötigt. Bürgermeister Somogyi wiederholte, dass es bei der Ausstattung die auch von Parlamentariern angesprochene Einbindung von Vereinen und Schulen geben wird.

Ein neuer Aspekt in der Diskussion war ein von der CDU initiierter Änderungsantrag zur geplanten Bewirtschaftung. Der Antrag war im Vorfeld gestern mit anderen Fraktionen abgestimmt worden. So muss die Verwaltung nun „zeitnahe“ ein Nutzungskonzept erstellen, dass auch eine private Bewirtschaftung berücksichtigt. Auch dieser Änderungsantrag passierte das Stadtparlament gestern Abend einstimmig.

Nach den bisherigen Planungen sollen die Arbeiten im Hallenbad im Mai nächsten Jahres beginnen.

von Michael Rinde

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