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Bad soll für Jugend attraktiver werden

Saisonabschluss in Rauschenberg Bad soll für Jugend attraktiver werden

Armin Köhler redet gar nicht lange drumrum: „Es war eine schlechte Saison, denn seit dem 11. August hatten wir praktisch keinen Sommer mehr.“ Nur 9800 Besucher kamen ins Rauschenberger Freibad. Der Durchschnitt liegt bei 18000 Badegästen.

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Ein Bild mit Seltenheitswert: Armin Köhler versieht seinen Dienst im Freibad sonst immer in kurzen Hosen. Beim Saisonabschluss am Mittwoch war es dazu zu kalt. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Am letzten Öffnungstag hat Armin Köhler genügend Zeit für einem Plausch mit der OP am Beckenrand. Nur ein gutes Dutzend Stammgäste ist bei frischen Außentemperaturen erschienen, um im auf angenehme 23,6 Grad aufgeheizten Wasser ein paar Bahnen zu schwimmen. Diese hat das „Mädchen für alles“ im Rauschenberger Freibad aus dem Augenwinkel im Blick. Seit 34 Jahren ist das Freibad im Sommer sein zweites Wohnzimmer. Der Bauhof-Mitarbeiter ist für Wartung, Pflege und Unterhalt der Technik und des Badgeländes ebenso verantwortlich wie für die Badeaufsicht.

„Anfangs habe ich zwölf Stunden am Tag Badeaufsicht gemacht und das sieben Tage die Woche“, erzählt er und bekennt, dass ihm das schwimmbad-typische Kindergeschrei noch spät abends in den Ohren geklungen hat. Das war zu den großen Zeiten des Rauschenberger Freibads, als an schönen Tagen bis zu 1600 Besucher in das wunderschön gelegene Bad strömten. In diesem Jahr lag die Bestmarke bei 600 - erreicht am Pfingstmontag.

Die Renner am Kiosk: Pommes und Bockwurst

Heute wünscht sich Armin Köhler etwas mehr Kinderlärm im Freibad, denn Kinder und Jugendliche machen sich nach seiner Wahrnehmung zunehmend rar. Deshalb soll das Bad für Rauschenbergs Jugend und Kinder attraktiver werden. Armin Köhler erzählt von der Bereitschaft des Gewerbevereins, bis zu 2000 Euro für das Bad zu spenden, wenn die Stadt 1000 Euro dazugibt. Für dieses Geld solle Wasserspielzeug gekauft werden - unter anderem miteinander verknüpfbare Schwimm-Matten, auf denen man übers Wasser laufen kann. Köhlers Wunsch für die Jugend: Ein WLAN-Netz im Freibad. Ohne Internet-Zugang machten Jugendliche kaum noch einen Schritt vor die Tür.

Unterstützung findet Armin Köhler in dieser Frage bei Alt-Bürgermeister Manfred Barth, der auch in dieser Saison mit seiner Frau Sabine und Sohn Marlon bei der Badeaufsicht ausgeholfen hat. „Wir müssen an mehreren Rädchen drehen, um das Bad noch attraktiver zu machen. Neue Angebote für Kinder und Jugendliche gehören dazu“, sagt Manfred Barth, der zum „Abbaden“ als Schwimmer erschienen ist. Gleich zu Beginn der nächsten Saison solle es einen Aktionstag für Kinder geben. Geplant seien zudem regelmäßige Spielenachmittage im Freibad. „Am Kiosk wird es Kindergeburtstage geben und die Ferienspiele wollen wir auch zurück ins Freibad holen“, kündigt der ehemalige Leistungsschwimmer an, der sich zudem mehr Werbung für das Freibad wünscht. Das Kreisgesundheitsamt habe erst jetzt wieder die herausragende Wasserqualität, den sehr guten Pflegezustand des Bades und die dank der Solarthermie angenehmen Wasser-Temperaturen gelobt, aber außerhalb der Stammkundschaft wisse das kaum jemand, bedauert Barth.

In einem Punkt ist das Bad in dieser Saison trotz der Wetterpleite entscheidend weitergekommen: Der Kiosk war dank des Einsatzes von Sabine Barth und Susanne Köhler zu verlässlichen Zeiten geöffnet. Das Angebot werde künftig noch mehr am tatsächlichen Bedarf der Besucher ausgerichtet, kündigt Manfred Barth an.

Die Renner dieser Saison: Pommes und die Waldecker Bockwürste. „Du hast die besten Pommes“. Diesen Satz hat Sabine Barth in dieser Saison mehr als einmal gehört. Und wenn hungrige Kinderaugen sie anschauten, hat sie die Friteuse auch kurz vor Badschluss noch einmal angeworfen.

von Matthias Mayer

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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