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Autorin gibt Einblick in ihre Arbeit

Lesefest Autorin gibt Einblick in ihre Arbeit

"Wir machen heute ein Bilderbuchkino" verspricht Kinderbuchautorin Katja Gehrmann und muss sogleich zahlreiche Fragen von Brachter Grundschülern beantworten.

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Katja Gehrmann beantwortete die zahlreichen Fragen der Kinder im Alter von vier bis acht Jahren.Foto: Karin Waldhüter

Bracht. Unter den zahlreichen bunten Skizzen, die Autorin und Illustratorin Katja Gehrmann entlang einer Wand aufgestellt hat, weckt das mit fremdartigen Schriftzeichen versehene Buch „Gans der Bär“ die Neugier der Kinder. „Ist das Chinesisch?“ will ein Kind wissen. „Nein, das ist Koreanisch“, klärt Gehrmann auf.

Für das Buch „Gans der Bär“, das auch in russischer und slowenischer Sprache erschienen ist, wurde die Hamburgerin Katja Gehrmann im Jahr 2008 mit dem vierten Troisdorfer Stipendium ausgezeichnet. Für die 30 Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren nimmt sich die Autorin an der Brachter Schule viel Zeit und geht auf jede Frage ein - stellt aber auch selber Fragen. „Was braucht man für eine Geschichte?“, will sie von den Kindern wissen. „Einen Stift, ein Blatt, eine Idee“, fliegen ihr die Antworten der Kinder zu.

Bei einem Waldspaziergang in Kanada war Gehrmann die Idee für ihr Buch gekommen, berichtet sie. „Die dortigen Schilder ,Achtung Bären‘ haben mich auf die Idee gebracht“, verrät sie und zeigt anhand einiger Skizzen und Originale die Entstehungsgeschichte ihres Kinderbuches auf. Etwa ein Jahr Arbeit steckt in dem fertigen Bilderbuch, das durch seine lebendigen Bildkompositionen besticht.

Dann wird es dunkel im Schulzimmer, und Gehrmann erzählt die Geschichte, während Bilder an der Wand aufleuchten: An einem gewöhnlichen Tag entdeckt der Bär ein seltsames ovales Ding, das er kurzerhand dem Fuchs abnimmt. Wie soll der Bär dem kleinen Flattermann, der schließlich aus dem ovalen Etwas schlüpft, klar machen, dass er nicht seine Mama ist, denn schließlich ist er ja groß, stark und kann klettern und schwimmen.

Aber das kann das kleine Gänschen auch - und es ist jedenfalls stark genug, um den Fuchs schachmatt zu setzen. Der „Mama-Bär“ ist ratlos, und dem kleinen Gänschen gelingt es am Ende sogar, mütterliche Gefühle zu wecken und zu beweisen, dass es doch eigentlich „Gans der Bär“ ist.

Lebendig und einfühlsam zeigt Gehrmann, dass man nicht schnell und stark sein muss, um ganz groß rauszukommen. Für Kinder wichtige Themen wie Gemeinsamkeiten und Unterschiede wie Gut und Böse hat sie einfühlsam dargestellt. Zusammen mit der Autorin entwickeln die Kinder eigene Ideen und schreiben, malen und basteln ihr eigenes Kinderbuch.

Der Besuch der Autorin ist ein Teil des Marburger Lesefestes - entsprechend begleiteten Anke Müller und Gerd Krüger vom Organisationsteam die Hamburgerin.

Erstmals fand die Lesung nicht in der Gemeindebücherei sondern in der Grundschule statt, um den Zusammenhang von Schule und Bücherei zu verdeutlichen. „Die Grundschule besucht regelmäßig die Bücherei, das ist für uns sehr wichtig, auch im Hinblick auf die Standortsicherung“, betonte Regina Kranz, Organisatorin und Betreuerin der Bücherei und lud alle Kinder zur diesjährigen Lesenacht am 22. März ein.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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