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Autofahrer müssen sich umorientieren

Verkehr Autofahrer müssen sich umorientieren

Wie eine 24-stündige Zählung zeigt, dient die Warthestraße inzwischen als Hauptanbindung des DAG-Gebietes. Das muss und will der Bürgermeister ändern.

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Seit gestern können Autofahrer von der Kreisstraße 92 aus vorübergehend nicht mehr in die Warthestraße abbiegen. Foto: Rinde

Stadtallendorf. Diese Entwicklung nach dem Bau der neuen Kreisstraße 92, der „Ferrero-Umgehung“, hatte wohl keiner so erwartet. Die Warthestraße dient inzwischen als die bevorzugte Zu- und Ausfahrt in das DAG-Gebiet. Ursprünglich war diese Anbindung an die K 92 nur als die jahrzehntelang fehlende zweite Zufahrt gedacht gewesen.

- Erste, teils hitzige Auseinandersetzungen zwischen Anwohnern und Stadt gab es schon 2011. Danach schien sich die Situation beruhigt zu haben - zumindest gab es keine öffentlich geführten Auseinandersetzungen mehr. Doch die Ruhe war trügerisch, denn das Problem besteht aus Anliegersicht weiter. Deshalb gibt es zwei Verkehrsversuche:

- Seit gestern läuft der erste: Von der Warthestraße aus gesehen gilt eine Einbahn-Straßenregelung. Autofahrer können zwar aus dem DAG-Gebiet herausfahren, aber von der Kreisstraße 92 aus nicht hinein. Das verhindern Absperrbaken, die die Abbiegespur komplett blockieren. Eine solche Einbahnstraßen-Regelung hatte die Stadt schon vor drei Jahren erprobt und wütende Proteste von Anwohnern geerntet. Diese Regelung soll jetzt noch einmal erprobt werden und zunächst bis Ende nächster Woche gelten.

- Ab 22. September läuft der zweite Versuch mit veränderter Verkehrsführung: Dann wird mitten auf der Fahrbahn der Kreisstraße 92, auf der durchgezogenen Linie, ein 120 Meter langer Bauzaun stehen. Autofahrer können dann von der Warthestraße aus nicht mehr nach links in Richtung Waldstraße abbiegen, das Rechtsabbiegen in Richtung Niederkleiner Straße bleibt möglich. Bei beiden Verkehrsversuchen, die die Stadt vornimmt, wird es Verkehrszählungen geben.

Warum der ganze Aufwand? Auslöser ist ein gerichtlicher Vergleich nach einer Klage gegen die Stadt vor dem Gießener Verwaltungsgericht. Dabei hatte sich die Stadt mit zwei Anliegern aus der Weichselstraße verglichen. Die Anlieger hatten den Magistrat und den Bürgermeister als Straßenverkehrsbehörde Anfang 2013 verklagt und in Sachen Verkehrsbelastung Abhilfe gefordert. Dies erläuterte Richter Reinhard Ruthsatz, Pressesprecher des Gerichts, auf OP-Anfrage.

In dem Vergleich hat sich der Bürgermeister als Straßenverkehrsbehörde zu den Verkehrsversuchen verpflichtet. Ebenso gilt die Verpflichtung, nach Auswertung der Fahrzeugzahlen eine Entscheidung über die künftige Verkehrsführung zu treffen. Fakt ist derzeit: Die Warthestraße ist inzwischen nachweislich stark durch Verkehr belastet. Das hat auch eine 24-stündige Zählung vor den Verkehrsversuchen belegt. Demnach fuhren im Vergleichszeitraum 2642 Fahrzeuge über die Warthestraße in das DAG-Gebiet, 1370 über die eigentliche Zufahrt am neuen Kreisverkehr. „Das ist eine unverhältnismäßige Verteilung des Verkehrs“, erklärt Bürgermeister Christian Somogyi. Er wiederholte im Gespräch mit der OP seine Zusage, dass es nach Analyse der Verkehrsversuche zeitnahe eine Entscheidung seinerseits geben wird. Sie müsse allerdings rechtssicher sein, um neuerliche Klagen zu vermeiden. „Wir dürfen und werden das nicht aussitzen“, verspricht Somogyi.

Sein Hinweis, wie wichtig ihm Rechtssicherheit bei der anstehenden Entscheidung ist, hat seinen Grund. Bei den Diskussionen im Jahr 2011 hatte es im DAG-Gebiet nämlich durchaus geteilte Meinungen bei Bewohnern über die Anbindung und Nutzung der Warthestraße gegeben.

Massiven Protest hatte es dabei gegen die Einbahnstraßenregelung geben - aber auch eine Unterschriftensammlung, wo sich Anlieger für eine solche Änderung ausgesprochen hatten (die OP berichtete).

von Michael Rinde

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