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Auszeichnung macht Bioenergiegenossen stolz

Preis Auszeichnung macht Bioenergiegenossen stolz

Die Erfurtshäuser machen die Arbeit, die Stadt Amöneburg erhält dafür eine Auszeichnung - und alle sind glücklich über das große Lob für die Bioenergiegenossenschaft des kleinsten Stadtteils.

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Michael Plettenberg (von links), Bernd Riehl, Ivonne Linne, Karl-Heinz Lohmer (Vorstand), Werner Arnold und Aufsichtsratsvorsitzender Erhard Müller präsentieren die Auszeichnung.

Quelle: Lerchbacher

Erfurtshausen. „Das macht uns sehr stolz“, freut sich Bernd Riehl, Vorstandsmitglied der Erfurtshäuser Bioenergiegenossen, über die Auszeichnung als Bioenergiekommune des Monats. Dass die Stadt quasi als Trittbrettfahrer und nicht der Stadtteil das Lob erhalte, sei nebensächlich: „Sie hat uns ja auch stark unterstützt“, betont der Erste Stadtrat.

Die Agentur für Erneuerbare Energien ernannte Amöneburg zur Energie-Kommune des Monats - weil die Bioenergiegenossen seitdem Jahr 2013 über ein Nahwärmenetz rund 70 Prozent der 240 Erfurtshäuser Haushalte mit klimafreundlicher Wärme aus zwei Hackschnitzelanlagen und einer Biogasanlage versorgen. Die Kunden erhalten jährlich rund 2,4 Millionen Kilowattstunden Wärme, die zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien stammt - und sparen damit 300000 bis 350000 Liter Heizöl pro Jahr ein.

Doch es wird noch besser, wie Riehl betont: Die rund 25 Prozent Wärme, die Erfurtshausens Genossen über Holzhackschnitzel produzieren, werden bald aus in der Region gesammelten Baum-, Ast- und Heckenschnitt gewonnen - im Optimalfall sollte diese Ressource komplett reichen. „Bisher war es ein Problem, dieses Landschaftspflegeholz sinnvoll zu verwenden“, wirft Bürgermeister Michael Plettenberg ein. Da die Stadt bisher für die Entsorgung dieses Materials zahlen musste, sei die Neuerung eine Win-Win-­Situation.

Kapazität reicht für das gesamte Dorf aus

„Ermöglicht wird das durch ­eine entsprechende Kesselanlage“, kommentiert Werner Arnold, der Geschäftsführer des betreuenden Ingenieurbüros für Energie-, Wärme- und Versorgungstechnik. Nicht jede Holzhackschnitzelanlage könne Astschnitt verarbeiten: „Die höheren Investitionskosten haben sich also gelohnt.“

Primärenergiefaktor liegt beim Spitzenwert null

Die Bioenergiegenossen haben nun außerdem ihr Netz zertifizieren lassen, indem sie den Primärenergiefaktor ermittelten. Dieser zeigt das Verhältnis von der eingesetzten Primärenergie zur abgegebenen Endenergie. Sprich: Je kleiner der Primärenergiefaktor, desto umweltschonender und effizienter ist der Energieeinsatz und -aufwand von der Quelle bis zum Endverbraucher.

In Erfurtshausen ist dieser Faktor -1,39. Da es aber keine Negativwerte gibt, lautet er faktisch null. Besser geht‘s also nicht. Ein weiterer Wert sei ebenfalls exzellent, weiß Vorstandsmitglied Ivonne Linne: Dank eines speziellen Elektrofilters entweicht der Holzhackschnitzelanlage im Betrieb quasi reiner Wasserdampf als Ausstoß.

Aufgrund der Zertifizierung kann nun auch ein Neubau an das bestehende Netz angeschlossen werden - zudem kommen drei ältere Gebäude hinzu, sodass es bald 119 Hausübergabestationen gibt. Erweitert wird das Netz nicht mehr: Es sind nur noch Lückenschlüsse geplant. Theoretisch würde die Wärme für alle Erfurtshäuser Haushalte ausreichen.

Ein weiterer Vorteil neben den niedrigen Energiekosten ist, dass die Genossen mit dem Anschluss auch Glasfaserkabel für schnelles Internet ins Haus legen - den Service haben sie Mitbürgern aber auch schon ohne Nahwärmeanschluss angeboten, woraufhin vier Haushalte zugriffen.

  • Weitere Infos gibt es im Internet unter www.energiegenossenschaft-erfurtshausen.de

von Florian Lerchbacher

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