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Auszeichnung für ein Aushängeschild

Verdienstorden Auszeichnung für ein Aushängeschild

Gerhard Badouin wurde nun für seinen Einsatz bei der Aufarbeitung der Geschichte der Hugenotten und Waldenser mit dem hessischen Verdienstorden geehrt.

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Landrätin Kirsten Fründt (links) und Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (von rechts) ehrten Gerhard Badouin und ­überreichten dessen Ehefrau Anita einen Blumenstrauß.

Quelle: Nico Arnold

Schwabendorf. Der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer überreichte Gerhard Badouin, der inzwischen in Gemünden lebt, den hessischen Verdienstorden gemeinsam mit Landrätin Kirsten Fründt. „Gerhard Badouin hat mit seinem Wirken für die Region Werbung gemacht“, sagte die Landrätin während der Verleihung am vergangenen Freitag.

Sie wies darauf hin, dass inzwischen etwa 25000 Menschen aus dem In- und Ausland das Schwabendorfer Museum „Daniel-Martin-Haus“, an dessen Aufbau der Geehrte maßgeblichen Anteil hatte, besichtigt hätten.

Fründt verwies darauf, dass sich die Gemeinde Rauschenberg durch ihren hohen Anteil an Nachkommen von Hugenotten auszeichne. Badouin habe durch sein großes ehrenamtliches Engagement vielen Familien geholfen, ihre Geschichte und ihre Wurzeln zu finden.

Parallelen zur Flüchtlingsproblematik

Die Landrätin zog dann noch Parallelen zwischen der Vertreibung der Hugenotten im 17. Jahrhundert und der derzeitigen europäischen Flüchtlingsproblematik: „Deshalb hat diese Auszeichnung heute einen besonderen Wert.“

Das bestätigte auch Dr. Thomas Schäfer. Zwar wiederhole sich Geschichte nicht, aber der Blick zurück helfe oft bei Entscheidungen zu aktuellen Themen. Er betonte, dass die Hugenotten seit ihrer Flucht die deutsche Sprache wesentlich mitgeprägt hätten. „Omelett oder Rouladen gäbe es ohne die Hugenotten nicht unter diesen Namen“, so Schäfer.

Gerhard Badouin erhielt den hessischen Verdienstorden am Bande, eine der höchsten Auszeichnungen des Landes, für sein jahrzehntelanges Engagement. Er selbst sei von der Auszeichnung überrascht worden. „Ich sehe diese Auszeichnung als Verpflichtung, unser kulturell-historisches Erbe zu bewahren und weiterzutragen“, so Badouin.

Stets bemüht, Wissen weiterzugeben

Er habe durch seinen Einsatz zwar oft familiäre Einschränkungen hinnehmen müssen, trotzdem seien die vergangenen 40 Jahre sehr erfüllend gewesen: „Ich habe unheimlich viel gelernt über Religionen, Intoleranz und viele Bevölkerungen im In- und Ausland.“ Er habe sich immer bemüht, das erlangte Wissen weiterzugeben.

Seit der Gründung des Arbeitskreises für Hugenotten- und Waldensergeschichte Schwabendorf setzte sich Badouin für die Aufarbeitung der Geschichte der Hugenotten ein. 1984 eröffnete das Daniel-Martin-Haus, in dem Handwerkszeug und Hausmobiliar aus verschiedenen Epochen der Dorfgeschichte zu sehen sind. Darüber hinaus ist Badouin der Herausgeber mehrerer Schriften zur lokalen Geschichte der Hugenotten und Waldenser.

Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich hob vor allem Badouins Mitarbeit am europäischen Kulturwanderweg „Hugenotten- und Waldenserpfad“ hervor. Dadurch habe Badouin Rauschenberg überregional bekannt gemacht. Für sein Engagement erhielt er 2003 bereits den Otto-Ubbelohde-Preis des Landkreises sowie 2005 den Ehrenbrief des Landes Hessen.

von Nico Arnold

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