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Auswertungsfehler - falsches Team siegt

Stadtpokal Auswertungsfehler - falsches Team siegt

Die Einsatzabteilungen und die Jugendwehren kämpften auf dem Festplatz in Mardorf um den Stadtpokal der Amöneburger Feuerwehren.

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Für die Einsatzabteilungen galt es, verschiedene Stationen zu bewältigen.

Quelle: Stefanie Wellner

Mardorf. „Ich möchte mich in aller Form bei den beteiligten Mannschaften entschuldigen und versichere, dass so etwas künftig nicht wieder passieren wird“, betont Stadtbrandinspektor Stefan Krähling und übernimmt für einen massiven Fehler beim Pokalwettkampf der Amöneburger Feuerwehren volle Verantwortung.

Zunächst hatte er die Mannschaft aus Roßdorf zum Stadtpokalsieger vor dem Team aus Rüdigheim erklärt. Bei der Auswertung der Unterlagen des externen Schiedsrichters war ihm dann allerdings ein Fehler bei den Rüdigheimern aufgefallen - durch dessen Korrektur selbige auf Platz eins gesprungen wären: „Da aber leider die Auswertungsbögen, die den Fehler zeigen, verlorengegangen sind, kann ich dies nun doch nicht berücksichtigen und muss meine bekanntgebende Entscheidung mit dem Erstergebnis nun doch bestätigen“, teilt Krähling voller Bedauern mit.

Entsprechend bleibe Roßdorf Stadtpokalsieger. „Ich kann es mir nicht erklären, wo die Auswertungsbögen der Mannschaft aus Rüdigheim hingekommen sind. Es ist mir sehr peinlich, dass dies passiert ist. Und nur mir ist hier als Stadtbrandinspektor und Übungsleiter ein Vorwurf zu machen - und sonst keinem“, ergänzt er und beweist Größe, indem er die volle Verantwortung übernimmt.

Alle Handgriffe für den Ernstfall geübt

Dabei war der Veranstaltungstag bis dahin ein voller Erfolg und eine gelungene Sache gewesen. Die Aufgabe der erwachsenen Wettkampfteilnehmer war es gewesen, eine bewusstlose Person aus einem brennenden Raum zu retten und über ein Hindernis hinweg zu löschen. „Das trainiert unter anderem den Umgang mit der Steckleiter. Das Hindernis stellt dabei ein Fenster oder eine hohe Mauer dar“, erklärte Jürgen Deubner, einer der Schiedsrichter. „Die Einsatzkräfte üben damit die Handgriffe für den Ernstfall“, ergänzte er.

Ein Katalog gibt dabei vor, auf welche Handgriffe die vier Unparteiischen aus Rauischholzhausen und Kirchhain besonderen Wert legen mussten. Wurden diese Tätigkeiten richtig ausgeführt, gab es Punktgutschriften für die Mannschaften. Außerdem musste eine Zeitvorgabe eingehalten werden: eine Gruppe (neun Personen) hatte 7,5 Minuten, eine Staffel (sechs Personen) 8,5 Minuten Zeit, um die Übung zu beenden. Zusätzlich mussten sechs Mitglieder der Mannschaft bei einem 15 Fragen umfassenden Bogen ihr theoretisches Wissen belegen.

Auch die Jugendfeuerwehren zeigten ihr Können bei einem realistischen Szenario. Unter anderem kuppelten sie Saugschläuche an die Pumpe, bauten einen Verteiler auf, warfen Schläuche aus und knüpften verschiedene Feuerwehrknoten. „Als zweiten Teil absolvierten die Jugendlichen einen Staffellauf, der unter anderem auch praxisrelevante Parts, wie das Anziehen von Ausrüstungsteilen oder das Aufwickeln eines Schlauchs, beinhaltete“, erläuterte Stadtjugendfeuerwehrwart Johannes Ivo.

Stadt überreicht Anerkennungsprämien

Zum Dank für ihr Engagement sponserte die Stadt Amöneburg den jungen Teilnehmern an diesem heißen Tag alkoholfreie Getränke. Neuer und alter Stadtpokalgewinner bei der Jugend ist die Gruppe aus Rüdigheim (1381 Punkte), gefolgt von der Staffel Roßdorf I (1378 Punkte), der Gruppe aus Mardorf (1352 Punkte) und der Staffel Roßdorf II (1211 Punkte).

Krähling hofft, dass viele Jungen und Mädchen den Sprung von der Bambini-Feuerwehr in die Jugendfeuerwehr oder von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung machen und somit der Feuerwehr treu bleiben. In diesem Jahr waren zum Beispiel vier Gründungsmitglieder der Bambini-Feuerwehr, die es seit 2008 in Amöneburg gibt, mit der Gruppe aus Rüdigheim am Start. Bei den Einsatzabteilungen siegte die Staffel aus Roßdorf (89,16 Prozentpunkte), gefolgt von den den Staffeln aus Rüdigheim (87,97 Prozentpunkte) und Erfurtshausen (85,27 Prozentpunkte) und der Gruppe aus Mardorf (80,17 Prozentpunkte).

Die Stadt Amöneburg nutzte diesen Anlass, um Anerkennungsprämien für langjährige Dienste in den Einsatzabteilungen der freiwilligen Feuerwehren zu verleihen, die vom Land Hessen bereitgestellt werden. Bürgermeister Michael Plettenberg übergab die Geldprämien und Urkunden. Er wies darauf hin, dass die Prämien bei weitem nicht das aufwiegen, was die Feuerwehrleute in ihrer aktiven Zeit leisten, aber eine Würdigung ihres langjährigen Engagements im Brandschutz darstellen.

Für 10 Jahre ausgezeichnet wurden Rene Bauer (Roßdorf), Andreas Dörr (Rüdigheim), Johannes Ivo (Mardorf) und Florian Mengel (Rüdigheim).

Christoph Kliem (Amöneburg-Mitte) und Stefan Rhiel (Roßdorf) wurden in Abwesenheit für 20 Jahre geehrt. Seit 30 Jahren engagieren sich Gunter Kaufmann (Erfurtshausen), Stefan Krähling (Rüdigheim), Michael Nau (Mardorf) und Frank Wagner (Mardorf). 40 Jahre aktiv ist Bernhard Schick (Mardorf), der dafür besonderen Applaus von den Kameraden aus dem Stadtgebiet erhielt.

von Stefanie Wellner und Florian Lerchbacher

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