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Ausschuss votiert für Sanierung statt Neubau

Hochbehälter Josbach Ausschuss votiert für Sanierung statt Neubau

Im Mai 2015 wurden Schäden am Trinkwasser-Hochbehälter in Josbach entdeckt. Jetzt zeichnet sich ab, dass mit der Sanierung im Sommer begonnen werden kann.

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Stimmen die Stadtverordneten zu, kann der Josbacher Hochbehälter im Sommer saniert werden. Archivfoto: Florian Lerchbacher

Rauschenberg. Mit vier Ja-Stimmen gab der Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und Bauwesen eine Beschlussempfehlung für die Stadtverordnetenversammlung für die vom Magistrat favorisierte Sanierung des Hochbehälters ab. Der Ausschussvorsitzende Hermann Koch (parteiloses Mitglied der SPD-Fraktion) votierte für einen Neubau aus Edelstahl, und Hans-Jürgen Haberzettel (Grüne) enthielt sich.

Gut die Hälfte der Ausschussmitglieder hegte Sympathien für die Edelstahllösung, die die Stadtverordneten bei einem Ortstermin an einer solchen Anlage in Rauischholzhausen sehr beeindruckt hatte. Der Vorteil gegenüber der konventionellen Betonsanierung: Edelstahlbehälter halten 80 Jahre, Betonbehälter nur 40 Jahre. Nachteil der Edelstahllösung: Sie ist für Josbach mit 500000 Euro doppelt so teuer wie eine Sanierung im Bestand.

Für diese warb Bürgermeister Michael Emmerich vehement, und verwies auf den 2017 notwendigen Haushaltsausgleich, bei einem Defizit von 550000 Euro im laufenden Haushaltsjahr. Die teurere Edelstahllösung belaste die Bürger noch mehr, die ohnehin mit weiter steigenden Grundsteuern rechnen müssten.

„Die Edelstahllösung ist wünschenswert, aber der Haushalt gibt es nicht her“, stellte die Brachter Stadtverordnete Dagmar Althainz (CDU) als Erste die Weichen in Richtung Betonsanierung.

Der Bürgermeister hatte eingangs deutlich gemacht, dass die Wasserversorgung in großen Teilen des Stadtgebiets mit einem Investitionsbedarf von rund zwei Millionen Euro in den nächsten Jahren ein städtischer Investitionsschwerpunkt ist. Im Vorfeld war die Stadtverwaltung mit der Klärung der Frage beauftragt worden, ob die Anlieger für die anstehende Sanierung der Hochbehälter in Josbach, Ernsthausen und Albshausen oder eine alternative Lösung und den Bau der Wasserversorgung für das Brachter Neubaugebiet Im Wolfsgarten veranlagt werden können.

Der Bürgermeister erklärte, dass dies unter bestimmten Voraussetzungen rechtlich möglich sei. Zugleich warb er dafür, diese Kosten auf den Wasserpreis umzulegen, um extrem teure Mehrfach-Veranlagungen zu vermeiden. Die meisten Rauschenberger seien gezwungen, ihre Veranlagungs-Beiträge abzustottern, sagte er.

Heinrich Müller nahm dies zum Anlass, eine Aufgabe der städtischen Wasserversorgung zu erwägen und einen Beitritt zum ZMW zu prüfen. Hermann Koch brachte eine monatliche Umlage für alle Bürger als Ersatz für alle Veranlagungen ins Spiel.

von Matthias Mayer

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