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Ausschuss soll Rettungsplan ausloten

Grundschulbetreuung Ausschuss soll Rettungsplan ausloten

Im Wohrataler Gemeindeparlament ging es am Dienstagabend wie gewohnt fast nur ums Geld, dass der Kommune fehlt. Das galt auch bei der Diskussion über die Zukunft des Gemeindeanteils an der Grundschulbetreuung.

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Diese Kinder der Grundschule Wohra genossen den Besuch der „Waldschule“. Archivfoto: Matthias Mayer

Wohratal. So viele Zuschauer gab es wohl seit sehr langer Zeit nicht mehr bei einer Sitzung des Gemeindeparlaments. Rund 30 Eltern, Lehrer und andere Interessierte waren in die Langendorfer Dorfscheune gekommen. Ihnen ging es um die Diskussion über die Zukunft der Grundschulbetreuung in den Zeiten von 7 bis 8.30 Uhr und 15 bis 17 Uhr. Bisher organisiert und finanziert das die Gemeinde Wohratal in Ergänzung zum Betreuungsangebot des Landkreises. Doch angesichts der Finanzlage hatte der Gemeindevorstand beschlossen, dieses Angebot ab August nächsten Jahres aufzugeben - schweren Herzens. Diese Zahl ergibt sich aus den Durchschnittskosten pro Jahr abzüglich aller Einnahmen wie Elternbeiträgen. Es geht um eine Einsparung von rund 27000 Euro pro Jahr bei einer der letzten freiwilligen Leistungen der kleinen Gemeinde für ihre Bürger. Die SPD-Fraktion unternahm mit einem breit gefassten Antrag einen Versuch, das Angebot doch zu retten: Es soll Verhandlungen mit dem Landkreis über eine Übernahme des kompletten Angebots geben, ebenso mit den Fördervereinen der Grundschule Wohra wie auch der Mittelpunktschule Wohratal über eine Mitfinanzierung. Vorab gesagt: Die Beratungen über diesen Antrag wurden in den Sozialausschuss verlegt. Dennoch gab es am Dienstag bereits einige Erkenntnisse: Der Landkreis wird das zusätzliche Angebot der Gemeinde nicht übernehmen. Dies ergab ein Gespräch zwischen Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos) und Landrätin Kirsten Fründt (SPD). Eine Übernahme wäre aus Gründen der Gleichbehandlung aller Städte und Gemeinden nicht möglich.

Fraktionsvorsitzender Klaus Dieter Engel signalisierte in der Begründung des SPD-Antrags ein gewisses Verständnis für die Entscheidung des Gemeindevorstands angesichts einer Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde von rund 2700 Euro und „neuen Finanzvorschriften des Landes im Wochentakt.“ Aber: „Wir müssen die wenigen tollen Dinge, die wir in Wohratal noch haben, erhalten. Dazu zählen zwei tolle Kitas und zwei tolle Schulen mit ihren Angeboten.“

Harald Homberger (Offene Bürgerliste Wohratal) war es, der die weitere Beratung im Sozialausschuss beantragte, um dort „mit allen Beteiligten eine Lösung zu finden“. Ziel müsse es sein, die Kosten der erweiterten Grundschulbetreuung auf mehr Schultern zu verteilen.

Eine Option wären die Fördervereine der beiden Schulen. In der Sitzung bekamen Ben Bender von der Grundschule Wohra wie auch Michael Vaupel, Leiter der Mittelpunktschule, ein Rederecht. Bender begrüßte vor allem, dass es jetzt zu einer öffentlichen Diskussion komme. Die Grundschule hatte zuvor heftige Kritik am Zustandekommen des Votums des Gemeindevorstands geübt. Bender machte deutlich, dass bei einer Aufgabe des ergänzenden Angebots in den Randzeiten die komplette Betreuung in Gefahr geraten könnte. „Denn dann könnte die Zahl der angemeldeten Kinder unter 13 sinken“, sagte der Pädagoge. Bei 13 Kindern liegt die Mindestzahl, die der Kreis für ein Grundschulbetreuungs-Angebot festgelegt hat.

Aus Sicht von Hartmann hätte eine Einbindung der Fördervereine in die Bezahlung auch den Vorteil, dass diese im Gegensatz zur Gemeinde auch Spenden annehmen dürften. Michael Vaupel trübte zunächst die Fördervereins-Hoffnungen. Die Gesamtkonferenz wie auch der Schulelternbeirat seien der Meinung, dass Betreuung nicht in die Hände von Fördervereinen gehöre. Als Vorsitzender des Fördervereins der MPS Wohratal erteilte Vaupel aber keine generelle Absage für eine finanzielle Unterstützung.

Bei der Sozialausschuss-Sitzung soll möglicherweise auch ein Vertreter des Kreises anwesend sein. Sie wird möglicherweise erst im Januar stattfinden, wie Ausschuss-Vorsitzender Homberger erläuterte.

von Michael Rinde

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