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Ausschuss diskutiert am Beckenrand

Rauschenberg Ausschuss diskutiert am Beckenrand

Wie sieht die Zukunft des Rauschenberger Freibads aus? Der Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales hat sich beim Ortstermin Gedanken über diese Frage gemacht.

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Rauschenbergs Parlamentarier machten sich im Bad ein eigenes Bild. Foto: Yanik Schick

Rauschenberg. Fast 90000 Euro muss die Stadt jährlich nachlegen, damit alle Kosten des Schwimmbads gedeckt werden können. Diese Zahl nannte Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) während eines Rundgangs durch das Gelände. Allein schon aus finanzieller Sicht herrscht also dringlicher Handlungsbedarf, Besucherzahlen und Umsatz sollen zeitnah steigen. Über den Weg dorthin ist sich die Politik weitgehend einig: Die Attraktivität des Bads muss zunehmen, betonten Mitglieder mehrerer Fraktionen in der Diskussionsrunde des Sozialausschusses.

Konfliktpotenzial besteht noch, was die praktische Umsetzung betrifft. In der Stadtparlamentssitzung hatte ein Antrag des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Stefan Seibert für Zündstoff gesorgt (die OP berichtete). Seibert kritisierte darin unter anderem, dass das Freibad trotz der verhältnismäßig warmen Maiwochen geschlossen geblieben war. Emmerich reagierte bestimmt, wies auf das unrentable Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Stadt hin.

„Ich habe nicht überreagiert“, verteidigte Emmerich seine deutliche Stellungnahme während des Ortstermins. Grünen-Politiker Seibert beteuerte neuerlich, dass der Antrag, ein Konzept zu optimierten Nutzungsmöglichkeiten zu entwerfen, nicht als Vorwurf zu werten sei. „Es soll einfach mehr Transparenz für die Besucher geschaffen werden“, so Seibert.

Die Fraktionen kamen überein, die Abstimmung über den Antrag erneut zu verschieben, neuer Termin ist der 29. September. Von dieser Entscheidung an wandelte sich die Ausschusssitzung am Beckenrand zu einer Ideensammlung. Die Politiker warfen verschiedenste Ideen in den Raum, mit denen das Schwimmbad moderner und letztlich ertragreicher werden könnte. Konsens: Gerade die junge Generation soll, beispielsweise durch separate Schwimmnachmittage oder die Einrichtung von W-Lan auf den Liegeplätzen, stärker an das Freibad gebunden werden. Gleichzeitig müsse man allerdings auch die „Stammkundschaft“ schützen.

Die sei vor allem wegen des besonders warmen und sauberen Wassers begeistert. Diesen Spagat zu schaffen, könnte in den kommenden Jahren zur Herausforderung werden. Zumal bereits einige Reparaturen anstehen, wie die Besichtigung des Freibads offenbarte. An den Wänden der Schwimmbecken liegt eine Folie an, die das Durchsickern des Wassers verhindert. Michael Emmerich schätzt, dass diese im Laufe der nächsten fünf Jahre ausgetauscht werden muss. „Da kommen Kosten in Höhe von 30000 bis 40000 Euro auf uns zu“, sagte der Bürgermeister, der außerdem im sogenannten Technikraum „längerfristigen Sanierungsbedarf“ sieht. Einzelne Rohre sind dort zum Teil mehr als 30 Jahre alt.

Hoffnung verspricht das angestrebte Nahwärmenetz, von dem auch das Schwimmbad profitieren soll. Energiekosten könnten extrem gemindert werden, so Emmerich. Auch mit der Anzahl der Schwimmgäste sieht es momentan nicht schlecht aus. 6500 Besucher waren schon da.

von Yanik Schick

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