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Ausgezeichnetes "Gesamtlebenswerk"

Hessischer Verdienstorden Ausgezeichnetes "Gesamtlebenswerk"

Hans-Jürgen Schneider nahm für sein Engagement für das "Triple T" - Tennis, Tierschutz, Tafel - und für die Belange der Elektroindustrie den Hessischen Verdienstorden entgegen.

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Landrätin Kirsten Fründt (links) und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (rechts) überreichten den Hessischen Verdienstorden an ­Ehrengast Hans-Jürgen Schneider. Blumen gab es für Ehefrau Irmgard Schneider.Foto: Ina Tannert

Stadtallendorf. Zahlreiche Gratulanten begleiteten die Ordensübergabe im Landratsamt. Ehrengast des Tages war der Chef des Ingenieurbüros „Elektroplan Schneider“ aus Stadtallendorf. Angesichts seiner Wurzeln gehe der bis heute „mit Starkstrom bergauf“, lobte Landrätin Kirsten Fründt. Im Berufsleben wie privat zeichne sich Schneider durch einen vielfältigen Einsatz für das Gemeinwohl aus, vor allem „ein großes ehrenamtliches Engagement für den Berufsstand - man weiß gar nicht, wann er das alles eigentlich schaffen konnte“, gratulierte Fründt.

Hans-Jürgen Schneider, geboren 1944, begann seine berufliche Laufbahn mit der Ausbildung zum Starkstromelektriker, studierte ab 1966 elektrotechnische Energietechnik und arbeitete bei verschiedenen Elektro-Firmen als Prokurist. Seit 1978 ist er geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Schneider. Mit seinem Fachwissen setzte er sich ehrenamtlich in verschiedenen Gremien für die Belange der Elektroindustrie ein - und das bis auf europäische Ebene. Er sitzt im Senat des Europäischen Wirtschaftsforums, war Vorsitzender im Verein Deutscher Ingenieure sowie im Arbeitskreis Fachplaner für Sicherheitstechnik im Bundesverband. Bis heute ist er Vorsitzender des daraus resultierenden Fachausschusses. Über den Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie förderte er vor allem die Belange der Elektroplaner und leitet seit 2007 deren Arbeitskreis. Durch seine berufliche Erfahrung habe er früh Zukunftstrends der Branche erkannt und die Ausbildung des Nachwuchses gefördert. So gilt Schneider etwa als Experte für den jungen Beruf des technischen Systemplaners, brachte sein Wissen als Bundessachverständiger zur Neuordnung der Ausbildung mit ein.

Auch privat gehört das Ehrenamt fest zum Alltag der Familie Schneider: Er engagiert sich im Tennisclub Stadtallendorf und setzt sich seit 30 Jahren im Vorstand des Tenniskreises Marburg-Biedenkopf für den Sport und die Nachwuchsförderung ein, ist seit 20 Jahren erster Vorsitzender des Verbandes und beteiligt an der Organisation großer Turniere wie der überregional bekannten „Marburg Open“.

Schneider war als Stadtverordneter und ehrenamtlicher Richter tätig. Ebenso hat er im sozialen Bereich seine Spuren hinterlassen: Er fördert die Marburger Tafel sowie die Kinderhilfsorganisation Plan Nicaragua.

Bei allem beruflichen Erfolg habe er „nie vergessen, an die zu denken, denen es weniger gut geht“, lobte Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi.

Auch der Tierschutz liegt Schneider am Herzen: Er pflegt seit Jahren Kontakt zum Marburger Tierheim - nicht zuletzt ein Grund, warum Familienhund „Palino“ mit ins Kreisausschusszimmer durfte, wo Tiere normalerweise keinen Zutritt haben.

Wie man alleine schon an der dicken Akte des Ehrengastes sehe, setzte sich Schneider neben der Entwicklung seiner Branche „für das Triple-T ein - also Tennis, Tafel und den Tierschutz“, betonte auch Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. Er sei „ein lebendes Gegenbeispiel“ für die falsche Annahme, dass sich ein ausfüllender Beruf nicht mit einem ehrenamtlichen Engagement vereinbaren lasse, lobte der Minister.

Für „sein Gesamtlebenswerk“ überreichten Schäfer und Fründt dem Ehrengast den Hessischen Verdienstorden. Dieser wird für „hervorragende Verdienste um das Land und seine Bevölkerung verliehen“ und ist auf 700 lebende Geehrte begrenzt. Die Anregung für die Auszeichnung hatte der ehemalige Landrat Robert Fischbach gegeben.

Nach seinen Dankesworten gab Schneider zu jedem der 23 Gäste seiner Ehrung eine persönliche Anekdote zum Besten. „Ich freue mich sehr über den Orden“, betonte er und stellte vor allem seine Familie und ihre Unterstützung heraus. Diese habe dafür gesorgt, dass er nicht nur die Zeit für zahlreiche Ämter finden konnte, sondern trotz aller außerberuflichen Verpflichtungen „nie etwas im Büro versäumte“.

Sein Tipp für ein ausgefülltes Leben zwischen Beruf und Ehrenamt: „Man muss Spaß an Menschen, Tieren und Pflanzen haben und sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhalten - daraus holt man sich seine Kraft.“

von Ina Tannert

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