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Ausdruck der Achtung vor der Schöpfung

Frauenmesse im Herrenwald Ausdruck der Achtung vor der Schöpfung

Die anhaltenden Regenschauer waren wohl der Grund dafür, dass zur traditionellen Frauenmesse anlässlich des Hochfestes Mariä Himmelfahrt am Freitagabend einige Bänke an der Forstkapelle unbesetzt blieben.

von Karin Waldhüter

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Mitten in der Natur zelebrierte Pfarrer Karl Josef Achenbach die Frauenmesse für den Pastoralverbund Stadtallendorf-Neustadt
Mariabild. Foto: Karin Waldhüter

Neustadt. Inmitten des Herrenwalds befindet sich in stiller Abgeschiedenheit die Forstkapelle „Mariabild“. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Platz, an dem früher die Kirche des wüst gewordenen Dorfes „Forst“ stand, zu einem Ort der Marienverehrung. Im Jahre 2006 wurde die Kapelle zur Namensgeberin und zum gemeinsamen Bezugspunkt des im Jahre 2006 geschaffenen Pastoralverbundes Stadtallendorf-Neustadt Mariabild.

Zur Frauenmesse waren auch die Männer willkommen. Die Mitglieder und Vorstandsfrauen der KfD St. Maria Neustadt hatten den Gottesdienst vorbereitet und gestalteten ihn auf vielfache Weise mit. Sie übernahmen die Lesung, Fürbitten und Meditation und hatten zudem einen großen, aromatisch duftenden Kräuterstrauß vor dem Altar aufgestellt.

Zahlreiche Gläubige waren mit zu kleinen „Würzwischen“ gebundenen Sträußchen an die Forstkapelle gekommen, die im Anschluss an den Gottesdienst von Pfarrer Karl Josef Aschenbach geweiht wurden. Die Kräuterbüschel sollen nach Volkglauben vor Unwettern oder Krankheiten schützen, indem sie im Herd verbrannt, dem Essen und Viehfutter beigemischt oder im Herrgottswinkel aufgehängt wurden.

Die katholische Kirche sieht die Kräuterweihe vor allem als Dank und Ausdruck für die Achtung vor der Schöpfung und die Heilkraft der Kräuter als Symbol für die Zuwendung Gottes an den Menschen. „Im Himmel ist sie Königin und aller Welt ein Trösterin“, hob Pfarrer Aschenbach während der Eröffnung des Gottesdienstes hervor.

Das sei eine wunderschöne Kurzbeschreibung des Festes. „Wir dürfen Maria im Himmel wissen und zugleich ihre Nähe und ihren Trost spüren. Durch ihre Fürsprache sind wir nicht allein in den alltäglichen Sorgen“, so Aschenbach weiter. Die Segnung der Kräuter möge sich wohl eher zufällig mit diesem Tag verbunden haben, weil im Hochsommer die Kräuter ihren stärksten Duft verbreiteten. „Vielleicht aber auch, weil Maria als Blume gesehen wurde, als jene Rose, die uns das Blümlein Jesus Christus hervorgebracht hat“, verdeutlichte Aschenbach.

Organist Volker Krapp musste aufgrund des unbeständigen Wetters auf eine einfache Melodica zurückgreifen, mit der es ihm dennoch gelang, die Melodien der Lieder festlich anzustimmen und zu begleiten.

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Pfarrer Aschenbach die Würde des Leibes, die durch die Aufnahme Marias in den Himmel deutlich geworden sei. Er erinnerte an Papst Pius XII, der im Jahre 1950 den Glaubenssatz, wonach Maria mit Leib und Seele als ganzer Mensch in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen wurde, zum Dogma erklärt hatte. Am Ende des Gottesdienstes bat Monika Groll, Vorsitzende der KfD St. Maria, die Besucher zu einem „katholischen Essen“ mit Fisch- und Käsebrötchen.

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