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Ausbau eines Discounters sorgt für Zoff

Nahversorgung Ausbau eines Discounters sorgt für Zoff

Hombergs Bürgermeister Bela Dören und der Aldi-Konzern liegen im Clinch. Der Streit könnte Auswirkungen auf den Ausbau des Discounters in Mardorf haben - was Amöneburgs Rathauschef auf die Palme bringt.

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Die Stadt Homberg möchte eine einstweilige Verfügung erwirken, um den Ausbau des Aldi-Marktes in Mardorf zumindest vorläufig zu stoppen.

Quelle: Florian Lerchbacher

Mardorf. Das ist eine „klare Kampfansage“, schimpft Michael Richter-Plettenberg und bezichtigt seinen Amtskollegen Bela Dören, aus Enttäuschung über die eigenen gescheiterten Verhandlungen mit Aldi den bereits begonnen Ausbau des Mardorfer Marktes verhindern zu wollen. Der Homberger Magistrat beschloss am Mittwochabend, den Rechtsweg zu gehen. Sein Ziel ist es, über eine einstweilige Verfügung einen Baustopp zu erreichen - bis ein Gericht über eine Klage der Stadt gegen das Land Hessen eine Entscheidung gefällt hat.

Aldi habe in Homberg auf der grünen Wiese bauen wollen, berichtet Dören. Er hätte einen Ausbau des innerstädtischen Marktes indes bevorzugt, um das Leben im Stadtkern zu fördern. Die Auseinandersetzung endete damit, dass der Discounter seinen Standort in der Stadt im Vogelsbergkreis aufgab.

Das Fischen in fremden Teichen

Auf dieser Seite der Kreisgrenze wollte Aldi seinen Markt in Mardorf um rund 200 Quadratmeter ausbauen. Amöneburgs Stadtverordnete gaben grünes Licht. Das gleiche gilt für die Landesplanungsbehörde - die auf den Plan trat, weil bei einer Erweiterung über die deutschlandweit geltende 800-Quadratmeter-Grenze eine Sondergenehmigung erforderlich ist. Die Stadt Homberg hatte im Planungsverfahren gegenüber dem Regierungspräsidium (RP) bereits eine negative Stellungnahme abgegeben - aus Gießen kam jedoch die Entscheidung, dass der Ausbau von „zentraler Bedeutung für die wohnortnahe Grundversorgung“ sei. Die Homberger reichten letztendlich gegen die Entscheidung der Landesplanungsbehörde Klage ein.

Der Discounter baue den Markt nur aus, um die Kunden aus Homberg aufzufangen, die nun in ihrer Heimat keinen Aldi-Markt mehr hätten, behauptet Dören - es werde in seinem Teich gefischt, ärgert er sich.

Der Konzern passe den fast zehn Jahre alten Markt den neueren Kundenbedürfnissen an und optimiere ihn, um ihn zukunftssicher zu machen, meint Richter-Plettenberg und geht in die Offensive: Hombergs Bürgermeister schlage mit der Keule in die Gemeindepolitik der Nachbarstadt und richte aus eigener Enttäuschung andernorts Schaden an: Kleine Gemeinden sollten auch in Fragen der Einzelhandelsentwicklung lieber kooperieren, anstatt sich gegenseitig zu schaden.

Kein Charakter bei den Amöneburger

Das wiederum quittiert Dören mit einem Kopfschütteln: Richter-Plettenberg habe gewusst, dass er mit Aldi harte Verhandlungen führe: „Es wäre sinnvoll gewesen, sich solidarisch zu zeigen.“ Sprich: Die Amöneburger hätten die Vergrößerung in Mardorf verhindern sollen. „Aldi will die Maßstäbe diktieren. Dagegen wehren wir uns.“ Wenn alle Gemeinden so wenig Standhaftigkeit wie Amöneburg zeigten, würden die Ortskerne bald aussterben: „Das ist eine Prinzipsache - aber keine Kampfansage. Richter-Plettenberg muss mal ein bisschen die Luft rauslassen.“ Gleichzeitig holt Dören selbst die Verbalkeule heraus: Amöneburg habe keinen Charakter bewiesen.

Nun muss das Verwaltungsgericht entscheiden, ob es eine einstweilige Verfügung gibt, die einen Stopp der Arbeiten am Ausbau des Aldi-Marktes bewirken würden - bis eine Entscheidung über die Klage der Homberger gegen das Land Hessen getroffen wird.

Diese Klage kommentiert Richter-Plettenberg mit den Worten: „Fachleute gehen davon aus, dass die Klage wenig Aussicht auf Erfolg hat. Der Rechtsstreit könnte jedoch lange dauern.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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