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Aus der Gemeinde nach Südafrika

Soziales Engagement Aus der Gemeinde nach Südafrika

Ein Jahr lang begleitet Daniela Schudy ein südafrikanisches Team von iThemba quer durch Deutschland. Für die ­ehemalige Leistungs­sportlerin ist das eine ­„tolle“ Erfahrung.

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Daniela Schudy (hinten links) war mit ihrem iThemba-Team in der Stadtallendorfer Stadtkirche zu Gast.

Quelle: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Daniela Schudy ist eine außergewöhnliche junge Frau und nicht nur ihr fester Glaube zeichnet die 19-Jährige aus, sondern auch der Wille, diesen mit anderen zu teilen. Seit Anfang des Jahres stellt sich das Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde Stadtallendorf einer ganz besonderen ­Herausforderung.

Als Dolmetscherin und Teammitglied begleitet sie, nach ihrem Abitur an der Elisabethschule in Marburg, ein südafrikanisches Team von iThemba quer durch Deutschland. Der Weg dorthin war kein leichter und gekennzeichnet von einer inneren Zerrissenheit. Als erfolgreiche Leistungssportlerin bestimmte lange Zeit das Schwimmen ihren Tagesablauf.

2013 wurde sie Vizejahrgangsmeisterin bei den hessischen Meisterschaften und mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Um so weit zu kommen, mussten aber andere Interessen auf der Strecke bleiben. „Es war für mich immer das Problem, ich wollte in die Kirche gehen und in der Gemeinde sein“, erzählt sie. „Ich war zerrissen zwischen Sport und dem Wunsch, meinen Glauben zu leben, weil keine Zeit da war“, so Schudy.

Drei Monate in Südafrika

Die Folge sind extreme Rückenschmerzen. Ein halbes Jahr lang trainierte sie trotz Schmerzen weiter, irgendwann ging es nicht mehr. „Ich habe eingesehen, dass Gott mir etwas anderes im Leben zeigen wollte“, so ihre Auffassung.

Die mehrfachen Begegnungen mit iThemba in der Stadtallendorfer Kirchengemeinde ermutigten sie, das Team zu begleiten. Im Januar ging sie für drei Monate nach Südafrika und bereiste zunächst für drei Wochen das Land, das sie als lebendig und wunderschön kennenlernte.

Die Spontanität der Menschen in Südafrika und die lebendigen Gottesdienste beeindruckten sie. Danach begann dort für sie ein dreimonatiges Training. iThemba bietet neben Tanz- und Theateraufführungen auch Workshops zu Themen wie Rassismus, Gewalt, AIDS oder südafrikanischer Geschichte an.

Gott für Jugendliche erlebbar machen

Daneben gestaltet iThemba auch Jugendprogramme und Gottesdienste. „Wir teilen unsere persönliche Geschichte, um Gott für die Jugendlichen erlebbarer zu machen“, berichtet Schudy, die junge Menschen mit ihrer eigenen Geschichte vom Glauben begeistern will. „Durch ­iThemba ist mein Glaube noch gewachsen und das Interesse an der Kirche größer geworden“, sagt sie.

iThemba ist Teil der Organisation Jugend für Christus. Die Zentrale ist in Mühltal bei Darmstadt beheimatet. Dort sind die Mitglieder der beiden iThemba-Teams, die derzeit Deutschland bereisen, untergebracht, wenn gerade kein Termin ansteht. iThemba finanziert sich vor allem über Spenden. Daniela Schudy hat sich in der Kirchengemeinde einen Spendenkreis aufgebaut, der Unterstützung leistet. Einen Teil der Kosten finanziert sie selbst.

Abschlusskonzert in Darmstadt

„Daniela hat sich über Projekte immer wieder eingebracht und war immer eine zuverlässige ehrenamtliche Mitarbeiterin“, berichtet Pfarrer Thomas Peters. Neben einem Workshop mit den neuen Konfirmanden besuchte das iThemba-Team unter anderem auch die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Stadtallendorf. In Mühltal hatte das Team bereits Erfahrungen mit Flüchtlingen machen können. „Die Flüchtlinge sind sehr offen, tanzen und machen mit“, erzählt Daniela Schudy.

Am dritten Dezember geht die Zeit mit einem Abschlusskonzert in Darmstadt zu Ende. Am fünften Dezember fliegen die Südafrikaner allein in ihre Heimat zurück. Bis zum Beginn des Studiums beginnt für Daniela Schudy dann eine mehrmonatige Überbrückungszeit, in der sie eventuell eine weitere FSJ-Zeit anschließen will. Bis dahin will sie sich bewusst machen, was sie letztendlich studieren will.

von Karin Waldhüter

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