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Aus dem alten Dorf in die hohe Rhön

Stadtallendorfer will Bürgermeister in gersfeld werden Aus dem alten Dorf in die hohe Rhön

Ein ehemaliger Stadtallendorfer schickt sich an in der Rhöner Kurstadt Gersfeld Bürgermeister zu werden.

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Der aus Stadtallendorf stammende Rechtsanwalt Steffen Korell tritt am 20. Juli als Bürgermeisterkandidat für die CDU in Gersfeld in der Rhön an.

Quelle: Privatfoto

Stadtallendorf. Steffen Korell, ein echtes „Ahndorfer“ Kind aus der Altstadt, gab kürzlich seine Kandidatur für die am 20. Juli in Gersfeld stattfindende Bürgermeisterwahl bekannt. In der vergangenen Woche wurde er vom dortigen CDU-Vorstand einstimmig als Kandidat benannt. Seine Nominierung durch die Mitgliederversammlung der Gersfelder CDU am Mittwoch gilt als sicher.

Mit ihm bewerben sich der Gersfelder Tourismus-Chef Uli Dickas als unabhängiger Kandidat sowie der Sozialdemokrat Rolf Banik. Der ehemalige Bundeswehr-Angehörige ist Vorsitzender der SPD-Fraktion, die in der Gersfelder Stadtverordnetenversammlung die stärkste politische Kraft in der Stadt am Fuße der Wasserkuppe stellt.

Steffen Korell führt seit geraumer Zeit den Gersfelder Stadtverband der Union, gehört aber nicht der Stadtverordnetenversammlung an. Geboren am 6. Februar 1984 in Marburg, hat der heute 30-Jährige seine Kindheit und Jugend in der Stadtallendorfer Altstadt verbracht. Nach dem Abitur an der Stiftschule St. Johann in Amöneburg im Jahre 2003 und dem Grundwehrdienst sowie einem freiwilligen zusätzlichen Wehrdienst bei der 5./Logistik Bataillon 51 im heimischen Neustadt studierte er von 2004 bis 2010 Jura an der Marburger Philipps-Universität. Das Studium beendete er in 2010 mit dem Staatsexamen. Daran schloss sich das Rechtsreferendariat juristischer Vorbereitungsdienst an. Derzeit arbeitet er als Rechtsanwalt in einer Gersfelder Anwaltskanzlei mit einem breit aufgestellten Aufgabengebiet: Verwaltungsrecht, Strafrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Baurecht und allgemeines Zivilrecht. Parallel arbeitet er an der Marburger Universität an seiner Promotion.

In seine neue Wahlheimat Gersfeld gezogen hatte ihn bereits in 2003 seine jetzige Lebensgefährtin und künftige Ehefrau Verena. Beide wohnen gemeinsam mit den Schwiegereltern in einem mit viel Liebe und Engagement umgebauten Haus im Gersfelder Ortsteil Sparbrod. In seinem Hobby als aktiver Sportschütze ist Korell darüber hinaus Vorsitzender der Schützengilde Rodenbach.

Nach eigenen Angaben hat er sich nach der Ausbildung bewusst gegen eine gut bezahlte Tätigkeit in Frankfurt entschieden und ist froh, in Gersfeld Wurzeln geschlagen zu haben. „Wir leben hier in einem Paradies, in dem andere Urlaub machen“, nannte der Jurist einen weiteren Grund für seinen Umzug in die Rhön.

Neben der Sanierung der Gemeindefinanzen will Steffen Korell Gersfeld vor allem als Gesundheitsstandort und, zusammen mit den Ortsteilen, als attraktives Urlaubsziel etwa für Wanderer sowie Flug-, Rad- und Skisportler ausbauen und besser bekannt machen. Außerdem liegen ihm Vereine am Herzen und er will die Bürger für mehr ehrenamtliches Engagement begeistern. „Kommune kommt nämlich vom lateinischen „communis“ und bedeutet gemeinschaftlich“, betonte der CDU Kandidat, der parteiübergreifend arbeiten möchte.

Amtsvorgänger Peter Wolff abgewählt

Die Bürgermeisterwahl in Gersfeld ist außerplanmäßig. Ihr ging ein kommunalpolitisches Trauerspiel voraus. Nach nur 18-monatiger Amtszeit war der Gersfelder Bürgermeister Peter Wolff (FDP) am 27. März von seinem Amt zurückgetreten. Vorausgegangen war ein Abwahlantrag in der Stadtverordnetenversammlung, der mit 25 Ja-Stimmen bei zwei Neinstimmen und einer Enthaltung eine überwältigende Mehrheit gefunden hatte. Unter dem Eindruck dieses Ergebnisses verzichtete Wolff auf einen Bürgerentscheid, der für den 25. Mai vorgesehen war. Seit dem hat Gersfeld keinen Bürgermeister. Der 1. Stadtrat führt die Amtsgeschäfte.

Die Stadtverordneten hatten Wolff Überforderung im Amt, unzulängliche Personalführung und eine lasche Einstellung zu den Arbeitszeiten vorgeworfen. Selbst die eigene Fraktion rückte von dem FDP-Mann ab. FDP-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Schüssler warf Peter Wolff vor, Beschlüsse von Parlament und Magistrat missachtet, oder „aktiv fehlinterpretiert“ zu haben.

von Alfons Wieber  und Matthias Mayer

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