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Aus baufälligem Denkmal wird „Backhaus 2.0“

Dorferneuerung Aus baufälligem Denkmal wird „Backhaus 2.0“

Bei einer Sitzung des ­Arbeitskreises Dorferneuerung in Erfurts­hausen wurde das neue Projektvorhaben „Backhaus 2.0“ vorgestellt.

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Das denkmalgeschützte Backhaus (links) soll saniert werden. Im Obergeschoss soll das „Erfurtshäuser Gästezimmer“ entstehen. Für den geplanten Anbau eines neuen Gebäudeteils an das Backhaus soll das angrenzende Grundstück gekauft werden.Fotos: Waldhüter

Erfurtshausen. Viele der Anwesenden hatten im Vorfeld schon von dem Projekt gehört, öffentlich gemacht wurden die Planungen aber zum ersten Mal an diesem Abend. Dr. Annette Schick stellte das neue Projektvorhaben mit dem Arbeitstitel Backhaus 2.0 „Am Platz“ vor. Seit Februar hatte sich ein „Backhausteam“ mit dem denkmalgeschützten Gebäude beschäftigt. Das nun entstandene Konzept basiert auf den Überlegungen, beide Funktionen des Backhauses, nämlich Unterkunft und Backen, zu erhalten.

Groß ist in Erfurtshausen auch der Wunsch nach einem Funktionsgebäude für Brauchtum und Ehrenamt, das die Unterbringung von Eventmobiliar und Zelten ermöglicht. Aus diesen Überlegungen heraus entstand das neue Backhauskonzept, das den Ankauf des direkt an das Backhaus angrenzenden Grundstücks „Hauptstraße 7“ vorsieht. Die Bewohner wurden bereits über das Vorhaben informiert. Bei der Suche nach einer neuen Wohnung soll Hilfestellung geleistet werden.

Gleichzeitig sieht das Konzept die Sanierung des Backhauses vor. Für das Erdgeschoss ist ein Backraum mit einem neuen Holzbackofen vorgesehen. Im Obergeschoss soll das „Erfurtshäuser Gästezimmer“ entstehen. In dem Anbau des neuen Gebäudeteils sollen im Erdgeschoss ein Backvorbereitungsraum und im Obergeschoss ein Bad und eine Teeküche für das „Erfurtshäuser Gästezimmer“ unterkommen. Daneben soll das Gebäude als Funktionsgebäude genutzt werden, hier sollen Gerätschaften, Wagen und Zelte ihren Platz finden.

Architektin Yvonne Linne, sie ist Ansprechpartnerin für Förderanträge für Privatmaßnahmen vor Ort, hatte eine 3-D-Animation des Gebäudes am Computer vorbereitet und erläuterte die Planungen gemeinsam mit Schick. Die Kosten mit Gebäudeankauf und Rückbau des Gebäudes, Sanierung des Backhauses, Neubau des Funktionsgebäudes und Nebenkosten des Gebäudeankaufes bezifferte Schick auf 254600 Euro. Der Anteil, den die Stadt tragen muss liegt bei 52152 Euro. Das Konzept sieht damit die Zusammenlegung der beiden Dorferneuerungsprojekte „Backhaus“ und „Funktionsgebäude Ehrenamt“ vor.

Vor dem Hintergrund, dass der bewilligte Rahmen der Dorferneuerung von 570000 Euro nicht überschritten werden darf ist geplant, die Mittel aus den Projekten Dorf­innenbegrünung, Leerstandsmanagement, Trennwand für das Bürgerhaus, Phase zwei des alten Friedhofs, Moderationskonzept Bürgerhaus und ­„Älter werden in Erfurtshausen“ auf das neuen Backhausprojekt zu übertragen. Diese Projekte können nicht mehr angegangen werden.

Der Heimat- und Verschönerungsverein Erfurtshausen (HVV) hat seine Unterstützung zugesagt, beteiligt sich mit einem Betrag von 25000 Euro und wird die Trägerschaft übernehmen. Bürgermeister Michael Plettenberg sprach von einer „großartigen Idee“, zumal er im Verlauf der Dorferneuerung das Gefühl gehabt habe, es fehle noch etwas. In einer der nächsten Sitzungen werden die Stadtverordneten darüber informiert. Die Umsetzung soll nicht vor dem kommenden Jahr beginnen.

Arnold Mengel, Vorsitzender des HVV, sprach von viel Zustimmung im Ort und sicherte weitere Unterstützung durch Eigenleistungen zu. „Ich denke wir können das stemmen“, erklärte er. Bernd Riehl gab den Anstoß, die vielen ehrenamtlichen Helfer mit einem Dorffest besonders zu würdigen. Allein 800 Stunden ehrenamtliche Arbeit stecken bisher in den aufwendigen Pflasterarbeiten rund ums Bürgerhaus.

von Karin Waldhüter

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