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Aus Sand entsteht Kunst

Vernissage Aus Sand entsteht Kunst

Wer das Amöneburger Rathaus besucht, sollte den Treppenaufgang besonders beachten. Bis August sind dort und in weiteren Räumen die Werke der Künstlerin Edeltraud Pomrehn zu sehen.

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Mit Sand aus Nepal und Lanzarote malte Edeltraud Pomrehn das Bild „Die Frau im roten Kleid“. Foto Karin Waldhüter

Amöneburg. Unter dem Titel „Sand in meiner Hand“ zeigt Edeltraud Pomrehn insgesamt 36 Exponate. All ihre Werke hat die 70-jährige Künstlerin aus Wehrda mit Pinsel, einem speziellen Leim und Sand gemalt. Dabei gelingen Pomrehn beeindruckende Effekte: Mal glitzern kleine Steinsplitter wie Edelsteine zwischen fast schwarzen Sandkörnern, mal meint der Betrachter beim Blick aus weiterer Entfernung einen 3D Effekt erkennen zu können. Auch Materialien wie Lavasteine oder kleine Muschel finden in ihren Werken Verwendung. Alle Sandsorten, die Pomrehn verwendet sind naturbelassen und nicht künstlich eingefärbt.

So wird aus dem roten Sand, wie man ihn auf Lanzarote findet, das Bild „Die Frau mit dem roten Kleid“. Zwischen 60 und 70 Sandsorten aus aller Welt, darunter aus dem Nepal, dem Grand Canyon oder der Insel Rügen finden Verwendung. Selbst gesammelt oder mitgebracht von Freunden, Pomrehn bringt den flüchtigen Stoff Sand in eine fest Form und es entstehen realistische Landschaftsbilder, aber auch surrealistische Werke, die an die Kunstrichtung Kubismus erinnern. Edeltraud Pomrehn ist Autodidaktin und beschäftigt sich seit fast 40 Jahren mit verschiedenen Mal- und Zeichentechniken.

Als freie Kinderbuchautorin schrieb und illustrierte sie 14 Kinderbücher. Die vielseitige Künstlerin fertigt auch Modeschmuck. Mit einer Vernissage wurde am Donnerstag die Ausstellung im Rathaus von Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg eröffnet. „Eine solche Vernissage haben wir im Rathaus noch nie gemacht“, betonte das Stadtoberhaupt vor rund zwanzig Besuchern. Das Rathaus habe durch die Ausstellung eine schöne Atmosphäre erhalten und wirke jetzt viel wohnlicher. „Alle die hier arbeiten sind ihnen zu Dank verpflichtet“, so der Bürgermeister. Mit Sand, der als die Verkörperung des Formlosen gelte, sei ihr gelungen etwas zu gestalten, das dann eine Form habe und Dreidimensionalität erhalte.

„Die elementaren Naturfarben des Sandes, erzeugt durch das Meer, machen den Charakter der Bilder aus“, so Richter-Plettenberg. Mit dem Zitat eines unbekannten Künstlers ging Edeltraud Pomrehn auf das Interesse der Besucher ein. „Es ist ein Ausdruck meiner inneren Vergnüglichkeit zu malen. Ich male, um bei dem Betrachter einen Eindruck zu hinterlassen“, sagte sie abschließend.

Zu sehen sind ihre Werke im Bürgerbüro, im Kassenraum, dem Treppenaufgang und im Bürgermeisterzimmer des historischen Gebäudes.

von Karin Waldhüter

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