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Auftrag: Ruhe vor Ort schaffen

Neue Schiedsleute Auftrag: Ruhe vor Ort schaffen

Ehrenamtliche Schiedsleute schlichten bei Nachbarschaftsstreit und kleineren Auseinandersetzungen.

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Andrea Hülshorst, Direktorin des Amtsgerichtes, verabschiedete drei Schiedsmänner aus dem Amt: Gerhard Dingel (links), Günther Lemmer (Zweiter von links) und Jürgen Franke (Dritter von rechts). Neu ins Amt eingeführt wurden Markus Heeb (vorne Mitte) und Viktor Heise (Zweiter von rechts), unter Anwesenheit von Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD, rechts).Foto: Freya Altmüller

Kirchhain. Ungeschnittene Hecken, Bäume oder Hunde­gebell - Nachbarn können sich aus vielen Gründen in die Haare bekommen. Bei Schiedsleuten können sie einen Antrag auf Schlichtung stellen, wenn sie sich eine Einigung ohne zivil- rechtliche Konsequenzen wünschen.

Solche Schiedsleute wurden nun in Kirchhain neu berufen. Denn nach zehn Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit im Amt wurden drei von ihnen verabschiedet. Günther Lemmer, selbstständiger Landwirt, war stellvertretender Schiedsmann in Großseelheim. Gerhard Dingel, ehemaliger Sparkassenmitarbeiter, war Schiedsmann im selben Bezirk. Jürgen Franke, pensionierter Schulleiter, war als Schiedsmann im Bezirk Kirchhain I, der alle Ortsteile außer Großseelheim umfasst, tätig. Sein Stellvertreter Peter Bittner ist weiterhin im Amt.

Andrea Hülshorst, Direktorin des Amtsgerichts, dankte den Ehrenamtlichen für ihr Engagement. „Alles, was zwischen Tür und Angel befriedet wird, kommt nicht zu uns ins Straf- oder Zivilrecht“, erklärte sie. Es sei die Aufgabe von Schiedsleuten, „Ruhe vor Ort zu schaffen“.Auch Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) bedankte sich bei den scheidenden Schiedsleuten. „Es ist wichtig in dem Amt, die Gegebenheiten vor Ort zu kennen“, erklärte er. Dann wisse man beispielsweise, welche Familien schon lange im Clinch lägen. Das helfe bei der Einschätzung der Fälle. Zudem sei es wichtig, dass die Ehrenamtlichen Respektpersonen seien. Er lobte ihren Einsatz für die Bevölkerung.

24 Tür- und Angel-Geschäfte habe er in seiner Amtszeit bearbeitet, erklärte Jürgen Franke. Diese Fälle hätten mit Gesprächen mit den beiden Konfliktparteien geklärt werden können. In weiteren 40 Fällen sei es zu Verfahren gekommen.

In dem Fall würden beide Parteien zu einem offiziellen Termin geladen, erläuterte Gerhard Dingel. Wer nicht erscheine, müsse dann ein Ordnungsgeld zahlen. Nur einmal sei es ihm in all der Zeit passiert, dass es zu keiner Einigung gekommen sei und eine Klage die Folge war.

„Manchmal reichte ein klares Wort“, so der scheidende Schiedsmann. Er habe zu den Antragstellern häufig gesagt: „Es gibt so viel Elend auf der Welt, da braucht man sich nicht die Köpfe einschlagen“, erklärte Dingel mit Blick auf Nachbarschaftsstreitigkeiten. Zudem habe er daran erinnert, dass man ja auch in zehn Jahren noch friedlich nebeneinander wohnen wolle.

Zu seinem Nachfolger, Viktor Heise, sagte Dingel, er könne ihn jederzeit um Rat fragen. Heise wohnt erst seit 15 Jahren in Großseelheim und kennt damit nicht die Streitigkeiten zwischen Familien im Ort. Dingel erklärte: „Es kann aber auch von Vorteil sein, unvoreingenommen, ohne die Geschichte der Familien zu kennen, an den Fall heranzugehen.“

Heise leitete in einem IT-Unternehmen ein Team von 30 Mitarbeitern. In dem Zusammenhang habe er sich schon mit Deeskalation befasst, erklärte er. Heute ist er Pensionär.

Markus Heeb, der neuer Schiedsmann im Bezirk Kirchhain I wurde, war als stellvertretender Bauamtsleiter in der Kirchhainer Stadtverwaltung und bereits zehn Jahre als stellvertretender Schiedsmann in der Stadt tätig. In den nächsten Tagen soll des Weiteren ­Helmut Knäpper ins Amt berufen werden, als stellvertretender Schiedsmann für Großseelheim. Er konnte bei dem Termin im Amtsgericht nicht anwesend sein.

von Freya Altmüller

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