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Auf gemeinsamer Tour durch die Märkte

Stadtallendorf Auf gemeinsamer Tour durch die Märkte

Die Handelsgesellschaft Edeka hofft darauf, bis zum Herbst Baurecht für den geplanten Markt in Stadtallendorfs Innenstadt zu bekommen. Dann könnte der frühere Herkules-Baumarkt schnell abgerissen werden.

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Auf Besichtigungstour bei Edeka: Am Mittwoch waren Verwaltung und Parlamentarier auf Einladung des Unternehmens gemeinsam unterwegs.Foto: Szafarzyk

Stadtallendorf. Edeka sucht offenbar den engen Schulterschluss mit den Entscheidern wie auch den verschiedenen Interessengruppen in Stadtallendorf. Das Handelsunternehmen will den Bau seines neuen Marktes am Standort „alter Herkulesmarkt“ in der Innenstadt möglichst im breiten Konsens verwirklichen. Am Mittwoch war eine 28 Teilnehmer starke Stadtallendorfer Delegation in Kassel und Vellmar, um sich dort Edeka-Märkte anzuschauen.

Im März sollen die parlamentarischen Beratungen über die Änderung des Bebauungsplanes für das Gebiet beginnen. Edeka plant einen Markt mit einer Verkaufsfläche von rund 2500 Quadratmetern. Ein Punkt, der vor allem die Einzelhändler in der Stadtmitte unmittelbar berührt, scheint einer Lösung nähergerückt zu sein: Der künftige Edeka-Markt soll sich in Richtung der Stadtmitte ausrichten, insbesondere mit seinem zentralen Aus- und Eingang. Gregor Muth, Abteilungsleiter Standortakquisition bei Edeka, hält das für realisierbar. Er sprach am Mittwoch im Anschluss an die Besichtigungstour, von einer „Geste in die Stadt“. Edeka plane mit einem attraktiven Gebäude, eine „Schuhkarton-Architektur“ werde es nicht geben, sagte Muth zu. Welche Hülle der Markt-Neubau am Ende bekommt, ist aber noch nicht endgültig entschieden. Im Inneren wird es das bekannte Lebensmittelsortiment des Handelsunternehmen einschließlich Bedientheken, etwa für Fleisch und Fisch geben. Gregor Muth formulierte auch den Wunsch seines Unternehmens, für die künftigen Parkplätze von Edeka und denen der Stadt eine integrierte Lösung zu finden. Muth äußerte bei der Gelegenheit auch leise Kritik in ganz andere Richtung: Mit Blick auf die Parkplatz-Gestaltung hält er die Ladengalerie mit kleinem Kaufhaus für „deplatziert“.

Marek Sieronski vom Vorstand der Werbegemeinschaft sprach am Mittwoch von „der besten Lösung, die noch geht“. Er machte keinen Hehl aus der bekannten Position der Werbegemeinschaft, die lieber einen Neubau auf den jetzigen Flächen des Hallenbades gesehen hätte.

Doch das Stadtparlament und die Verwaltung hatten sich klar für einen Erhalt ausgesprochen. Sieronski erhofft sich, dass der neue Markt die Unterversorgung Stadtallendorfs bei Lebensmitteln in naher Zukunft beseitigt. „Was der Werbegemeinschaft am Herzen liegt, ist die Anbindung des neuen Marktes“, unterstrich Reiner Bremer vom Werbegemeinschafts-Vorstand und der Stadtverwaltung. Muth animierte zu Anregungen für die Gestaltung von Gebäude und Gelände. Schließlich werde der Markt in einem Eingangsbereich der Innenstadt entstehen. „Wir brauchen ihren Input“, sagte Muth.

Edeka und Stadt haben sich einen ehrgeizigen Zeitplan gesetzt. Bis Herbst soll es Baurecht geben, zeitgleich soll die Planung für das Gebäude miteinander erarbeitet werden. Dann könnte im nächsten Winter mit dem Abriss des alten Gebäudes begonnen werden.

Somogyi erhofft sich Frequenzbringer

Bürgermeister Christian Somogyi (SPD), der die Fahrt ingesamt als wichtigen Schritt auf gemeinsamen Wegen lobte, hält diese Planung für realistisch. „Wir bekommen einen weiteren Frequenzbringer, den wir auch brauchen“, unterstrich Somogyi.

Edeka wird den Markt in eigener Regie bauen und finanzieren, einen Weiterverkauf soll es nicht geben. Betrieben wird der neue Markt von einem selbstständigen Kaufmann. Und wann könnte der Markt eröffnen? „Wir rechnen damit, dass das nächste Weihnachtsfest das letzte ohne Edeka in der Stadtmitte sein wird“, antwortet Muth diplomatisch. Ganz Edeka-frei ist Stadtallendorf ohnehin nie gewesen. Seit Jahrzehnten gibt es den Edeka-Markt Falker.

von Michael Rinde

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