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Auf einer Deichseite fallen die Bäume

Schweinsberg Auf einer Deichseite fallen die Bäume

An einem Abschnitt des Deiches in Schweinsberg ertönen seit Mittwoch Motorsägen. Ein Fachunternehmen entfernt dort Bäume und Sträucher, zumindest auf der Landseite.

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Thomas Kreißl zerkleinert einen Strauch am Deich Schweinsberg.

Quelle: Rinde

Schweinsberg. Die Zeit für Baumfällarbeiten drängt, sie müssen bis Ende Februar erledigt sein. Am Schweinsberger Deich am Moor ist derzeit ein Stadtallendorfer Gartenbauunternehmen damit beschäftigt, 387 Bäume und Sträucher zu entfernen. In dieser Zahl sind nur die Pflanzen mit einem Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern enthalten. Es kommen also noch einige kleinere Büsche und jüngere Bäume hinzu. „Bis Ende Februar schaffen wir das“, sagt Thomas Kreißl. Möglicherweise erfolge der Abtransport eines Teils der gefällten Bäume aber erst im März.

Der Grund für die Aktion: Die von Schweinsbergern langersehnte Deichsanierung rückt in greifbare Nähe. Es gibt den Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Gießen, die Stadtverwaltung hat bei der federführenden WI-Bank einen Zuschuss für das Projekt beantragt. Es geht um eine Deichlänge von rund 500 Metern, die saniert und erweitert werden wird.

Wann das geschieht, das hängt jetzt vor allem vom Zeitpunkt des Förderbescheids des Landes ab. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) will das Bauprojekt wenn irgend möglich in diesem Jahr umsetzen. Für die Arbeiten sind Kosten von 546000 Euro veranschlagt. Stadtallendorf hofft dabei auf einen Landeszuschuss von knapp 220000 Euro. „Wir bereiten Ausführungsplanung und Ausschreibung vor, damit wir gleich anfangen können, wenn der Bescheid kommt“, sagt Fachbereichsleiter Klaus Hütten beim Ortstermin am Deich.

Vorgesehen ist, dass der Deich landseitig um einen neuen Wall ergänzt wird und dort auch ein Verteidigungsweg für den Fall der Fälle entsteht. Über einen Verteidigungsweg ist sichergestellt, dass Einsatzkräfte bei entsprechendem Hochwasser zum Beispiel Sandsäcke heranbringen könnten. Dass der Bewuchs nur auf der Landseite, nicht auf der dem Moor zugewandten Seite des vorhandenen Deiches entfernt wird, verwundert Schweinsbergs Ortsvorsteher Adolf Fleischhauer schon, auch wenn er sich freut, dass die Sanierung nun bevorsteht. „Ich habe aber noch nie Deiche gesehen, auf denen Bäume wachsen“, gibt er zu bedenken. Er mutmaßt, dass ein umfallender Baum auf der Wasserseite den Deich beschädigen könnte.

Grund für die Verschonung der Bäume auf der Moorseite ist das bestehende Naturschutzgebiet, wie Hütten erläutert. „Wir haben das lange mit dem Regierungspräsidium diskutiert und halten uns hier strikt an eine Auflage, die wir bekommen“, sagt Somogyi. Die eigentliche Schutzfunktion des Ortes solle aber ohnehin die landseitige Deichverbreiterung übernehmen. Bei der Deichsanierung hätten die Behördenmühlen langsam gemahlen, so Ortsvorsteher Fleischhauer. Die erste Deichschau, bei denen die Mängel festgestellt worden seien, liege fast genau 13 Jahre zurück, beklagt Fleischhauer. Im Jahr 2008 hatte die Stadt Stadtallendorf bereits ein erstes Deichstück saniert. Danach zogen sich die Verfahren in die Länge, nicht zuletzt, weil der Hessentag 2010 hinzukam. Angesichts von Sorgen und Bedenken hatte die Stadt das Deichstück im Jahr 2013 noch einmal begutachten lassen. Dabei hatte der beauftragte Ingenieur keine akuten Gefährdungen festgestellt, allerdings den starken Bewuchs auf dem fraglichen Deichstück als Hauptproblem angesehen. Nach der Sanierung will die Stadt den Bewuchs künftig im Zaum halten.

von Michael Rinde

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