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Auf der Deponie tritt Gas aus

Problem Auf der Deponie tritt Gas aus

Der Austritt von Methangas auf der ehemaligen Kreiserddeponie könnte bei einer touristischen Nutzung des Gebietes zum Problem werden. Eine konkrete Gefährdung besteht aber nicht.

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Auf der betroffenen Fläche wird derzeit keine weitere Erde eingebaut.Foto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Läuft alles wie gewünscht, und die Stadt kann die Erddeponie, wenn sie denn voll ist, für touristische Zwecke nutzen, dann könnte es ein Problem mit der bisherigen Planung geben: Bei einer geologischen Untersuchung wurde eine Methangasbelastung festgestellt - und zwar an einer Stelle, für die eigentlich ein Parkplatz vorgesehen ist. „Eine Zigarette oder auch die Hitze eines Auspuffs beziehungsweise des Katalysators reicht aus, um das Methan zu entzünden“, heißt es in einem geotechnischen Bericht.

Doch so weit ist die Stadt noch lange nicht - weder ist die maximale Kapazität der Erddeponie erreicht, noch steht die Zukunft des Gebietes konkret fest. Sicher ist nur: Eine geologische Untersuchung ergab, dass die Stabilität des mit Erde aufgefüllten Bereichs des ehemaligen Steinbruchs gegeben ist - aber auch, dass neben Fäulnisgasen auch Methangas austritt. Die Suche nach der Ursache blieb bisher ergebnislos, die Einlagerung von Hausmüll oder ähnlichem Abfall seien nicht der Grund. Wahrscheinlich seien beim Verfüllen nicht nur mineralisches, sondern auch organisches Material wie Gras und Wurzeln eingearbeitet worden, sagt Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg. Ist dieses dann von Sauerstoff abgeschlossen und wird mit Wasser angereichert, bildet sich Methangas.

Eine Gefährdung für die Bürger besteht nicht - es sei denn, sie kriechen auf allen vieren über das belastete Gebiet, betont der Rathauschef und ergänzt, dass eine ebenfalls angedachte Beweidung mit Schafen oder Ziegen aus diesem Grund derzeit nicht in Frage kommt. Momentan wird dort auch kein angeliefertes Material mehr eingebaut.

Die Stadt jedenfalls will für die weiteren Untersuchungen und die gegebenenfalls notwendige Sanierung der methangasbelasteten Bereiche finanziell nicht aufkommen. Richter-Plettenberg verweist auf das „Verursacher-Prinzip“ und will, dass die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF), die bis Ende des vergangenen Jahres Betreiber war, die Kosten - die sich mindestens im fünfstelligen Bereich befinden - übernimmt: „Im Außenverhältnis steht fest, dass die Stadt Amöneburg gegenüber der Fachbehörde haftet. Und zwar bereits aus ihrer Eigentümerstellung heraus. Zweifelsfrei ist die Stadt aber nicht Verursacher der Methangasbelastung“, teilt er mit und betont, dass das organische Material bereits vor längerer Zeit eingebaut worden sein müsse. „Das ist ein versteckter Mangel, mit dem niemand gerechnet hat. Das Regierungspräsidium hat uns auch schon mitgeteilt, dass eine Methangasbelastung bei einer solchen Deponie eher untypisch ist.“ Nun muss die Stadt abwarten, wie der Vorstand der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda reagiert. Für den 4. Februar ist eine „Antragskonferenz“ mit verschiedenen Parteien geplant, um den weiteren Fortgang des Projektes zu thematisieren - unter anderem ist dann auch der ALF-Geschäftsführer mit von der Partie.

Zudem muss die Stadt abwarten, was die weiteren Untersuchungen ergeben. Unter Umständen könne es sein, dass die betroffenen Flächen nur eingeschränkt nutzbar sind oder die Nutzbarmachung Zusatzkosten verursacht, so Richter-Plettenberg. Es sei zum Beispiel „mit höherem Aufwand“ möglich, die Gase abzuführen, ergänzt er: „Wir wollen jedenfalls unversehrte Flächen haben.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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