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Auf den Spuren der Stadtgeschichte

Stadtallendorf Auf den Spuren der Stadtgeschichte

Seit zwei Jahrzehnten existiert das Dokumenta­tions- und Informationszentrum (DIZ) am Aufbauplatz. Eine große Feier gibt es nicht, wohl aber eine aufwendig vorbereitete Vortragsreihe.

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Ein Blick auf die Allendorfer Synagoge zu Anfang der 1950er ­Jahre.

Quelle: Bildarchiv Foto Marburg

Stadtallendorf. Es ist fast auf den Tag genau 20 Jahre her. Seinerzeit weihten Stadt und Landkreis das DIZ ein. An eine große Feierstunde denkt DIZ-Leiter Fritz Brinkmann-Frisch nicht, zumal ein richtiges Jubiläum auch erst in fünf Jahren zu feiern sein wird. Aber das DIZ und Stadtmuseum werden die erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Einblicke in die Geschichte einer jungen Stadt“ schon in wenigen Tagen fortsetzen. Die Reihe entsteht in Kooperation mit dem Förderverein für Regional- und Stadtgeschichte und dem Heimat- und Geschichtsverein Stadtallendorf.

Es ist die dritte Auflage dieser besonderen Vortragsreihe, die sich in den vergangenen beiden Jahren großer Beliebtheit erfreute. „Manchmal hatte ich schon Angst, dass unser Platz nicht ausreichen könnte“, sagt Brinkmann-Frisch. Ein Schwerpunkt wird in der Stadt mit Menschen aus rund 70 Nationen die Zuwanderungsgeschichte sein: Zum einen befasst sich ein Vortrag mit der Geschichte sardischer Saisonarbeiterinnen. Zum anderen wird der im Vorjahr entfallene Vortrag über die Bedeutung des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens nachgeholt.

Die fünf Vortragsveranstaltungen im Einzelnen:

Donnerstag, 6. November: Karl Weitzel beginnt einen fotografischen Rundgang durch (Stadt)allendorf und führt dabei zu Orten des Glaubens, der Erinnerung und der Trauer.

Donnerstag, 13. November: Helmut Hermann skizziert jüdisches Leben in der Region. In seinem Vortrag widmet sich Hermann besonders dem Schicksal der jüdischen Gemeinden in Allendorf, Niederklein und Schweinsberg. „Er gibt den geflohenen, deportierten und ermordeten Menschen Namen und Gesichter“, heißt es in der Mitteilung des DIZ.

Claus Schäfer vom Büro für Integration des Landkreises spricht am Donnerstag, 20. November über das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei. Es werden außerdem Filmdokumente gezeigt, zum Beispiel Auszüge aus einer Dokumentation über das Leben türkischer Gastarbeiter Anfang der 70er Jahre in Stadtallendorf. Danach gibt es eine Gesprächsrunde mit Aysel Söhret und ­Güner Özbalkan.

Am 27. November geht es abermals um Zuwanderungsgeschichte in der jungen Stadt Stadtallendorf. „Leben und arbeiten im Spagat - Frauen zwischen Sardinien und Stadtallendorf (1960 bis 2014)“, lautet der Titel des Vortrags von Professor Claudia Zaccai, Universität Rom, Laura Moi, Maren Gag und Professor Joachim ­Schroeder von der Universität Hamburg. Es geht um die sardischen Saisonarbeiterinnen des Süßwarenherstellers Ferrero in Stadtallendorf.

Den Abschluss bildet der zweite Teil des fotografischen Rundgangs durch (Stadt)allendorf mit Karl Weitzel am Donnerstag, 4, Dezember. Dabei widmet sich Weitzel Orten der Bildung und der Entwicklung von öffentlichen Einrichtungen.

Alle Vorträge beginnen um 19.30 Uhr und finden im Seminarraum des DIZ/Standesamt, am Aufbauplatz statt.

Wer das DIZ samt Stadtmuseum besuchen möchte, kann dies auch an diesem Sonntag, 2. November von 15 bis 18 Uhr tun. Um 16 Uhr gibt es eine Führung.

von Michael Rinde

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