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Auf den Marsch folgen Bravo-Rufe

Jubiläumskonzert Auf den Marsch folgen Bravo-Rufe

Ein begeistertes Publikum feierte am Samstagabend Organistin Soonyoun Yoo und Cellist David McDonald in der Schweinsberger Stephanskirche.

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Großen Applaus gab es am Ende des Konzerts für die beiden Musiker.

Quelle: Karin Waldhüter

Schweinsberg. Am Samstag hatte der Arbeitskreis „800 Jahre Svensberg-Schweinsberg“ im Rahmen der 800-Jahr-Feier zu einem besonderen Konzert in die Stephanskirche eingeladen. In der vom Schein der Lampen erleuchteten Kirche ertönte Orgelmusik zusammen mit dem warmen Klang des Cellos und eine erfreulich große Anzahl von Besuchern füllte den Kirchenraum bis auf wenige leer gebliebene Plätze aus. Das herausragende und vielfältige Programm führte Antonio Vivaldis „Sonata 6 RV 46“ über Edward Elgars „Salut dámur“, Josef Gabriel Rheinberger „Abendlied“ und Enno Morricone „Gabriels Oboe“ zusammen.

Dabei gelang den beiden Musikern in überzeugender Weise Cello und Orgel einfühlsam zu verbinden und zunehmend die Zuhörer in einen unwiderstehlichen Bann zu ziehen. Organistin Soonyoun Yoo brachte die volle Klangvielfalt der Orgel aufs Beste zur Geltung und harmonierte mit den sanften, warmen Klängen des Cellisten David McDonald in wundervoller Weise. Für Zuhörer schien es unglaublich, wie schnell die Finger von Soonyoun Yoo bei Johann Sebastian Bachs Präludium e Moll BWV 548 zur Eröffnung über die Orgel flogen und welch schöne Brillanz das Cello in den Händen von David McDonald entwickelte.

"Benedictus" als Konzerthöhepunkt

Mit dem irischen Volkslied „Down by the Salley Gardens“ und dem koreanischen Volkslied „Ariang“ brachten die beiden Musiker auch ihre Heimatverbundenheit zum Ausdruck. Neben dem Montagnana-Cello hatte McDonald noch ein zweites Instrument mitgebracht. Sein Stradivari-Cello berührte mit seinem feinen Klang ganz besonders die Seele der Zuhörer und machte das schöne „Benedictus“ aus „The armed Man“ von Karl Jenkins zu einem wunderbaren Konzerthöhepunkt.

Bei seinen Instrumenten handele es sich natürlich nicht um Originale, wie McDonald am Rand erzählte, sondern um Nachbauten der berühmten Instrumente. Wie man ein Publikum zu Bravo-Rufen und stehenden Ovationen ermuntern kann, zeigte Soonyoun Yoo noch einmal ganz am Ende des Konzertes mit dem leichten und mit frechem Schwung intonierten „Radetzky Marsch“ von Johann Strauss, in das McDonald schließlich mit fröhlichem Spiel einstimmte.

Gäste sind keine Unbekannten

Soonyoun Yoo und David McDonald sind in Schweinsberg keine Unbekannten und begeisterten schon einmal vor zwei Jahren in der Stephanskirche. Die Südkoreanerin war von 2012 bis 2014 Kantorin der Stadtkirche in Stadtallendorf und leitete dort die Sing- und Musikschule. Seit Juni 2014 ist sie Kantorin der Kirchengemeinde Bornhoeved. David McDonald unterrichtet Cello seit 1993 an der Wetzlarer Musikschule und seit 1996 an der Kreismusikschule Westerwald, der Weilburger Musikschule, am Landesmusikgymnasium Rheinland Pfalz und an der Musikschule in Stadtallendorf. Die Frage, warum es so etwas Schönes nicht öfter in der Stephanskirche zu hören gebe, muss wohl auch Adolf Fleischhauer am Ende des Konzertes durch den Kopf gegangen sein. „Ich hoffe, das Konzert ist der Start für weitere kulturelle Auftritte hier in Schweinsberg“, erklärte er.

Die Spenden der Zuhörer kommen dem Arbeitskreis „800 Jahre Svensberg-Schweinsberg“ zugute. Der Beitrag soll helfen die Kosten im Jubiläumsjahr zu stemmen.

Am 1. August, am Tag des Wallfestes, erwartet die Besucher im Rahmen des Jubiläums eine große Exponaten-Ausstellung im Festsaal des Samt-Baus der Schweinsberger Burg. Dann werden viele interessante Exponate zu sehen sein, „die man auch in Schweinsberg noch nicht gesehen hat“, versprach Josef Becker vom Arbeitskreis 900 Jahre Schweinsberg im Gespräch mit der OP.

von Karin Waldhüter

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