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Auf Protestmarsch werden Vorwürfe laut

Windenergie Auf Protestmarsch werden Vorwürfe laut

Die Bürgerinitiative "Es reicht" setzte vor dem Auftakt des runden Tisches ein Zeichen: Mit einem Sternmarsch zur Mardorfer Kuppe protestierten die Aktivisten gegen den Bau weiterer Windräder.

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Rund 150 Bürger, die sich gegen den Bau weiterer Windkraftanlagen aussprechen, wanderten am Sonntag auf die Mardorfer Kuppe.Foto: Yanik Schick

Mardorf. Etwas mehr als 150 Menschen beteiligten sich laut Angaben der Bürgerinitiative an dem Marsch vom Sportplatz in Mardorf aus, der unterhalb der Mardorfer Kuppe endete. 25 Personen hätten sich zeitgleich aus Deckenbach, Höingen und Haarhausen auf den Weg gemacht und seien am Zielort dazugestoßen, sagte Dr. Annette Schick von der Bürgerinitiative. Auf einem Plateau, wo eines der insgesamt acht angedachten Windräder gebaut werden könnte, spannten Mitglieder der Bürgerinitiative demonstrativ Absperrband. „Wir wollen zeigen, dass das hier keine marode Industrielandschaft, sondern ein intaktes Wald-Öko-System ist. Und dass es Wahnsinn wäre, wenn hier Windräder entstehen“, erklärte Ulrike Rhiel-Jennemann, ebenfalls Mitglied der Bürgerinitiative.

Kurz vor der Auftaktsitzung des runden Tisches am gestrigen Abend (Bericht folgt) untermauerten die Aktivisten damit ihren Widerstand gegen weitere Windkraftanlagen - fünf gibt es bereits im Roßdorfer Wald, der Bau zweier weiterer ist genehmigt. „Wir möchten zeigen, woher unsere Motivation für den Protest kommt“, sagte Dr. Annette Schick während des Sternmarsches.

Die Bürgerinitiative kritisiert unter anderem, durch den Bau von Windrädern würden die Lebensqualität der Menschen und schützenswerte Tierarten beeinflusst.

In diesem Zusammenhang warf Dr. Annette Schick den Waldbesitzern vor, zwei Rotmilan-Horste entfernt beziehungsweise zerstört zu haben. In Richtung Mardorf sei eine Erle, in der ein Horst eingerichtet war, gefällt worden. In Richtung Höingen sei dagegen ein Horst schlichtweg verschwunden. Das Zerstören der Horste ist widerrechtlich, weil der Rotmilan als streng zu schützende Art gilt.

Über die Beweggründe mutmaßlicher Täter will Schick nicht spekulieren. Sie betont nur: „Wir werden weiter danach schauen und die Entwicklung beobachten.“

Waldinteressenten finden Vorwürfe „weit hergeholt“

Josef Kräuter, der Vorsitzende der Mardorfer Waldinteressenten, distanziert sich von den Vorwürfen. Sie seien „weit hergeholt“, sagte er auf Anfrage dieser Zeitung und betonte, er höre das erste Mal davon. „Das besprechen wir am runden Tisch“, entgegnete er auf die Frage, wie die Waldinteressenten auf die Unterstellung reagieren und was sie daraus machen.

Der runde Tisch, an dem es beim Bau weiterer Anlagen um die Findung eines Kompromisses geht, tagte gestern Abend unter Moderation durch das Institut für Organisationskommunikation Bensheim zum ersten Mal.

von Yanik Schick

und Florian Lerchbacher

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