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Auch umklöppelte Eier faszinieren

Ostereiermarkt Auch umklöppelte Eier faszinieren

Viel Lob für den 38. Erfurtshäuser Ostereiermarkt: Die Aussteller rühmten die besondere Atmosphäre, die Besucher freuten sich über das gezeigte Brauchtum.

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Mardorf. „Es war wieder schön“, war vielfach in dem am Ausgang liegenden Gästebuch nachzulesen. Unterschreiben würde diesen Satz auch Christa Strackbein, Hannelore Jakob und Ingrid Balzer. Die drei Freundinnen waren extra aus Biebertal angereist, um den Markt und Ausstellerin Birgit Wagner, die ebenfalls aus Biebertal kommt, zu besuchen.

Birgit Wagner hat sich vor etwa 35 Jahren das Klöppeln selbst beigebracht. Vor 12 Jahren hat die 65-Jährige, die auch Glückwunschkarten mit geklöppelten Spitzen verziert, begonnen, Hühner-, Gänse- und Straußeneier zu umklöppeln und mit einer feinen Spitze zu einem besonderen Kunstwerk zu machen.

Viele Besucher blieben an ihrem Stand stehen und schauten ihr beim Klöppeln zu. „Ich erfahre sehr viel Bewunderung, die Leute bleiben stehen und staunen“, erzählt Wagner, während sie die Klöppel an ihrem Klöppelsack nach einem selbst entworfenen Klöppelbrief blitzschnell hin und her bewegt. Sie ist zum vierten Mal beim Erfurtshäuser Ostereiermarkt dabei. Ihre Kunst zeigt sie nur hier. Etwa 130 Eier hat sie das ganze Jahr über für den Markt vorbereitet. Je nach Muster arbeitet sie zwei bis zehn Stunden an einer Spitze. Einen Vorteil hat ihre Art der Ostereiergestaltung. „Wenn ein Ei runterfällt, kann man ein neues Ei einsetzen“, erzählt sie mit einem Lachen.

Sehr zufrieden mit dem Verlauf zeigte sich Dr. Volker Seumer vom veranstaltenden Brauchtumskreis Erfurtshausen am Samstagnachmittag. „Die Aussteller, die Ausstellung und die geschmückte Halle haben viel Lob geerntet“, freute sich Seumer. „Der Markt ist nicht auf Gewinn ausgerichtet, wir legen sehr viel Wert darauf, dass es ein reiner Eiermarkt ist, nur selbst gestaltete Eier verkauft werden dürfen und die Gestaltung erklärt wird“, so Seumer.

Auch Eier mit Luther-Rose

Hunderte Besucher genossen am Wochenende genau diesen besonderen Flair des Ostereiermarktes und bewunderten die mit Zeichnungen versehenen, gebohrten, gefrästen, vergoldeten oder bestickten Kunstwerke und die aufwendig gestaltete Sonderausstellung zum Thema „das Tuch in Tracht und Brauchtum“. Besonders der aufgestellte Leiterwagen, versehen mit dem größten Tuch im Brauchtum und geschmückt mit vielen bunten Trachtentüchern, zog im frühlingshaft dekorierten Bürgerhaus die Blicke der Besucher an. Auch Rita Gockel aus Mardorf zog in ihrer katholischen Tracht wieder viele Augen auf sich. Sie zeigte, genau wie Margot Bieker aus Erfurtshausen, wie man mit Bienenwachs, Stahlfeder und Farbe herrliche oberhessische Wachsbatikeier macht. Zum Reformationsjubiläumsjahr hatte Gockel einige Eier mit der Luther-Rose und der Jahreslosung verziert. Eine Idee, die gut ankam, wie die 75-Jährige erzählt. Ihre Enkelin hatte ihr dabei geholfen.

Junge Besucher konnten an einer eingerichteten Malecke unter Anleitung von Anna-Lena Riehl und Carina Nebel Eier selbst marmorieren, und Mitglieder des Brauchtumskreises Loshausen zeigten in Schwälmer Tracht die beeindruckende Kunst der Weißstickerei.

von Karin Waldhüter

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