Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Auch nach der Scheidung schlägt der Ex-Mann noch zu

Verurteilung Auch nach der Scheidung schlägt der Ex-Mann noch zu

Immer wieder wird ein Mann aus Marburg gegen seine Frau gewalttätig, selbst nach der Scheidung. Das Amtsgericht Kirchhain verhandelte nun einen der Vorfälle, die sich im Ostkreis ereigneten und verhängte eine Bewährungsstrafe.

Voriger Artikel
Neuer Kommandeur fühlt sich heimisch
Nächster Artikel
Gewalt und Randale sind verboten
Quelle: Symbolfoto

Kirchhain. Richter Edgar Krug sprach wegen vorsätzlicher Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung aus. Angesichts der gehäuften, einschlägigen Fälle sei es „nicht verkehrt, heute einen Keil in die Tür zu bringen“, so Krug. Soll heißen: das empfindliche Urteil hat den Zweck, den geständigen 23-Jährigen vor weiteren Gewalttaten zurückschrecken zu lassen. Er bekommt einen Bewährungshelfer, muss eine Anti-Aggressionstherapie besuchen und zudem 500 Euro Schadenswiedergutmachung an seine Ex-Frau bezahlen.

In der Verhandlung ging es um die Geschehnisse vom Juni 2014. Damals hatte der Angeklagte seine um zwei Jahre jüngere Gattin, mit der er zwei Kinder hat, in Neustadt mit dem Handrücken ins Gesicht und mit der Faust gegen die Schulter geschlagen. Außerdem schubste er sie rücksichtslos, sodass die junge Frau am Ende Schwellungen erlitt und sich schmerzhaft auf die Zunge biss. Das Bizarre: Auslöser dieses Gewaltexzesses war eine Geldstrafe von 500 Euro, die der Mann acht Monate zuvor wegen vorsätzlicher Körperverletzung erhalten hatte. Der Angeklagte forderte an jenem Tag im Juni von der 21-Jährigen, dass sie für ihn das Geld bezahlen solle. Er wurde zu diesem Zeitpunkt bereits von der Polizei gesucht und wegen der ausstehenden Zahlung später für einen Tag in Hünfeld inhaftiert. Die Frau hatte sich zunächst geweigert - und dafür einige Schläge kassiert. Als ihr Mann allerdings hinter Gittern saß, beglich sie den Betrag letzten Endes doch. Warum sie das getan hat, wollte Richter Edgar Krug wissen. „Dummheit. Ich habe ihn noch geliebt“, entgegnete die Frau.

Weiter erzählte sie, dass es während der Beziehung fast im monatlichen Rhythmus zu Gewalttaten des Mannes gekommen sei. Die schlimmsten Fälle seien polizeilich gar nicht bekannt, im April 2013 habe er sie bis zur Bewusstlosigkeit geprügelt. Die Ehe der beiden erinnerte Zuhörer der Schilderungen der Frau aus dem Ostkreis an Verhältnisse aus früheren Jahrzehnten: „Er hat mir gesagt, wann ich reden darf und wann ich leise sein soll.“

Im März hat sich das Paar scheiden lassen. Doch die Gewalttaten endeten damit nicht. Drei Monate später hatten die beiden einen gemeinsamen Termin beim Jugendamt, um über das Wohl ihrer Kinder zu beraten, die derzeit bei Pflegeeltern untergebracht sind. Nach dem Gespräch kam es zu einer Auseinandersetzung auf dem Parkplatz. Es ging wohl um einen Laptop, den der 23-Jährige zurückhaben wollte. Am Ende der Diskussion schlug der Angeklagte zu - wieder einmal. Weitere Verhandlungen wegen Körperverletzung stehen ihm also in Kürze bevor.

von Yanik Schick

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr