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Auch andere Wege scheinen möglich

Hessen-Kaserne Auch andere Wege scheinen möglich

Mehrere Varianten dazu, wie die künftig in der Hessen-Kaserne lebenden Flüchtlinge zu Fuß in die Stadt kommen, prüft das Land derzeit. Ein Ergebnis soll in der nächsten Woche vorgestellt werden.

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Möglicherweise werden die Flüchtlinge in naher Zukunft durch den früheren Mobilmachungs-Stützpunkt über die Scharnhorststraße laufen. Rechtes Bild: Die bisherige Lösung sieht vor, dass der Waldweg am Schmiedeweg genutzt werden soll. Fotos: Michael Rinde

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Aus der Rohrborn-Siedlung und vor allem auch von Bewohnern des Schmiedewegs hatte es in der vergangenen Woche deutliche Kritik an der geplanten Wegeführung gegeben. Bisher ist vorgesehen, dass Flüchtlinge aus ihrem Teil der Hessen-Kaserne über einen Waldweg in den Schmiedeweg und dann von dort in die Stadt laufen sollen.

Derzeit nutzen die Bewohner des Zeltcamps die Artilleriestraße, was die Bundeswehr für einen begrenzten Zeitraum duldet. Sie hatte in der Vergangenheit allerdings klargemacht, dass bei einer Nutzung von Teilen der Hessen-Kaserne als Erstaufnahmeeinrichtung eine geordnete Wegeführung für die Flüchtlinge zwingend ist.

Öffentliche Diskussion brachte Bewegung in die Sache

In den bisherigen Planungen ist auch eine Fußgängerbrücke über die Panzerstraße vorgesehen, von der Hessen-Kaserne zum Waldweg und umgekehrt. Die Bundeswehr hatte dies damit begründet, dass der Schwerverkehr auf den bundeseigenen Straßen Zug um Zug wieder steigen wird, zumal inzwischen eine Versorgungskompanie in der Herrenwald-Kaserne stationiert ist.

Besonders deutlich waren die Bedenken von Bürgern aus dem Rohrborn über die vorgesehene Wegeführung bei einer Informationsveranstaltung vor einer Woche geäußert worden (diese Zeitung berichtete). Zuvor hatte sich bereits eine Bürgerinitiative gebildet.

Offenbar hat die öffentliche Diskussion zumindest Bewegung in die Sache gebracht: Am Freitag vergangener Woche gab es laut Bürgermeister Christian Somogyi eine intensive, fast vierstündige Besprechung, teilweise hochkarätig besetzt. Unter anderem nahmen das Baumanagement des Landes, Vertreter des Finanzministeriums und der Bundeswehr daran teil.

Verschiedene Lösungsmöglichkeiten in der Prüfung

Entscheidungen sind dort wohl noch nicht gefallen. Aber es werden jetzt verschiedene Lösungsmöglichkeiten geprüft. In der Diskussion ist jetzt offenbar auch eine mögliche Wegeführung von der Kaserne aus durch den früheren Mobilmachungs-Stützpunkt über die Scharnhorststraße als Alternative zu Waldweg und Schmiedeweg.

„Entschieden ist nichts“, betonte Bürgermeister Somogyi gestern mehrfach im Gespräch mit dieser Zeitung. Derzeit ist das Land, bei dem als Verantwortlichem für die Flüchtlingsunterbringung das letzte Wort liegen dürfte, mit der Prüfung beschäftigt. Die Ergebnisse sollen den Bürgern bei einer weiteren, dann mittlerweile dritten Informationsveranstaltung, vorgestellt werden.

Dafür gibt es bereits einen Termin, den die Stadt mit dem Land abgestimmt hat. Sie soll am Mittwoch, 9. Dezember, ab 19 Uhr in der Stadthalle stattfinden. Das Baumanagement, dessen Platz bei der Veranstaltung am 24. November leergeblieben war, soll dort die Planungen vorstellen. Das gilt auch für die weiteren Bauabschnitte in den Teilen der Hessen-Kaserne, die die Bundeswehr dem Land überlässt.

Bundeswehr sieht Chance für Kompromiss

Wie berichtet, wird die Division Schnelle Kräfte mehrere Gebäude der Hessen-Kaserne noch benötigen - zur Unterbringung von Soldaten und für die Zahnstation. Vom Regierungspräsidium Gießen sitzt Manfred Becker, Abteilungsleiter der Behörde, auf dem Podium.

Seitens der Bundeswehr gibt es nur ein kurzes Statement zum Stand der Überlegungen: „Es hat ein Gespräch stattgefunden, ein Kompromiss ist in Sicht“, sagt Oberstleutnant Friedrich Luchtenberg. Er ist Kasernenkommandant.

Zum Umzugstermin der Flüchtlinge aus den Zelten am Bundeswehr-Bad in die ersten früheren Kasernengebäude gibt es keine neuen Informationen. Geplant ist, dass die ersten Flüchtlinge im Laufe der nächsten Woche umziehen sollen. Vorgesehen ist, dass im Laufe des nächsten Jahres in Gebäuden der Hessen-Kaserne Platz für bis zu 1200 Flüchtlinge entsteht.

von Michael Rinde

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