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Auch Hertingshausen liegt jetzt an europäischem Weg

Ausbau Auch Hertingshausen liegt jetzt an europäischem Weg

Hertingshausen wie auch Gemünden (Wohra) haben auch eine hugenottische Geschichte. Deshalb wurden sie offiziell an den europäischen Hugenotten- und Waldenserpfad angeschlossen.

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Gerhard Badouin (links) und Gemündens Bürgermeister Frank Gleim zeigen die erweiterte Wegführung. Foto: Malte Glotz

Hertingshausen. Genüssliches Wandern hatten die Hugenotten und Waldenser vor Jahrhunderten nicht im Sinn, als sie aus ihrer Heimat loszogen, ein Exil zu suchen. Sie waren Verfolgte: Die hugenottischen Protestanten durften ihren Glauben nicht offen leben. Fortziehen durften sie jedoch auch nicht - und taten es dennoch, oftmals inmitten nächtlicher, schützender Dunkelheit. Auf schweizerischem und deutschem Boden war das Bekenntnis zum reformierten Glauben einfacher. Die Flüchtlinge hinterließen eine Spur im Land, gerade auch in der Region.

Diese Spuren können heute gefahrlos nachverfolgt werden - bei einer genüsslichen Wanderung. Der Hugenotten- und Waldenserpfad führt von den französischen und italienischen Ursprungsgebieten bis nach Bad Karlshafen, in der Region entlang des Burgwaldpfades. Schleifen säumen diesen Pfad - etwa nach Schwabendorf, Louisendorf oder Wiesenfeld. Und seit Dienstag auch nach Gemünden und Hertingshausen. „Es gibt viele Verbindungen“, sagt Gerhard Badouin. Das Vorstandsmitglied des Vereins „Hugenotten- und Waldenserpfad“ meint damit die Verbindungen der beiden Orte über Kreisgrenzen hinweg, aber auch zwischen den Orten und den Hugenotten und Waldensern. Der Wohrataler Ortsteil Hertingshausen ist schon lange als Hugenottendorf bekannt. „In Gemünden gab es traditionell auch eine reformierte Gemeinde. Deren Gottesdienste haben die Hertingshäuser besucht, bevor sie eine eigene Kirche bekamen“, weiß Badouin.

Route führt über die Extratour Galgenberg

Erst sei eine Route über den Kellerwaldsteig vorgesehen gewesen, berichtet Badouin. Das konnte er nicht zulassen: Hertingshausen und Gemünden wollte er unbedingt auf der Schleife sehen.

Die Schleife im Osten des Weges ist die zweite neue innerhalb weniger Wochen: Erst kürzlich war der Frauenberg zwischen Marburg und dem Ebsdorfer Grund angeschlossen worden. Die Route zweigt bei Schwabendorf ab und geht von dort weit in den Schwalm-Eder-Kreis nach Frankenhain. Dort schlägt sie eine scharfe Kurve und kommt über die Drei-Kaiser-Eichen zurück nach Gemünden. Am Stadtmuseum „Auf der Burg“ und der Kirche vorbei führt die Route auf die Extratour Galgenberg nach Hertingshausen. Von dort geht es über die Franzosenwiesen zum Christenberg - und damit zurück auf den Hauptweg Richtung Norden.

von Malte Glotz

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