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Arbeitskreis holt Frühling in die Mühle

Ostereiermarkt Arbeitskreis holt Frühling in die Mühle

Der fünfte Ostermarkt des Arbeitskreises Dörfliche Kultur in der Papiermühle bot den Besuchern an zwei Tagen viel Sehenswertes.

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Elfriede Birk (großes Bild, von links), Erna Messik und Josefine Bollmann gestalten Eier – aber in einer anderen Technik als Maria Becker (kleines Bild).Fotos: Böttcher

Kirchhain. Bei eher herbstlichem Wetter kamen die Besucher in den „Frühling“ der Papiermühle. Denn schon im Eingangsbereich waren die sogenannten „Gründonnerstagskräuter“ in einer Ausstellung auf Schautafeln und in Natur zu sehen. Zudem gab es Informationen rund um ihre Bedeutung in der österlichen Tradition und die Verwendung in der Küche.

Ein paar Schritte weiter durch die Tür schlug den Ostermarktbesuchern wohlige Wärme entgegen, denn die Arbeitskreismitglieder hatten den Ofen angeheizt. Neben dem Wärmespender saß Maria Becker aus Mardorf ganz in ihre Arbeit vertieft. Sie verzierte Eier in der Wachsmaltechnik wie sie im Amöneburger Becken verbreitet ist. Zu sehen waren aber auch einige, mit anderen Techniken gestaltete Eier, zum Beispiel Batik- oder Kratz-Eier und solche, die in Acryl- oder Aquarelltechnik verziert wurden.

Elfriede Birk, Erna Messik und Josefine Bollmann waren in einer Ecke eifrig bei der Arbeit. Während Elfriede Birk in einem Kochtopf rührte, band Erna Messik Sträuße, und Josefine Bollmann stellte Kränze her. „Das Material ist Heu, Buchsbaum, Tannen und Moos - alles selbst gesammelt“, betonte sie, während Birk Eier in den Topf legte. „Die müssen jetzt vorneweg eine halbe Stunde drin bleiben“, erläuterte sie. Sie widmete sich zu diesem Zeitpunkt der uralten Färberei von Eiern mit Kräutern. Je nachdem, welche Kräuter Verwendung finden, kommt eine andere Farbe dabei heraus. In diesem Falle nutzte sie eine Goldkrautbrühe in dem Topf - das Ergebnis waren goldgelbe Eier.

Die Frauen zeigten den Besuchern auch, wie man Muster auf die mit Kräutern gefärbten Eier bekommt. Dazu feuchteten sie Kräuterblätter an und legten sie auf die Eier. Anschließend bleiben die Blätter am Topf haften. An der Stelle, wo das Blatt war, bleibt das Ei weiß. „Die Eier kann man ausgeblasen als Zier-eier färben, aber auch gefüllt als Ostereier in der Kräuterbrühe kochen“, verriet Messik.

Ein wichtiger Teil des Marktes waren die Palmstöcke, deren Herstellung und Bedeutung erklärt wurden. Derweil wies Bildhauer Hans-Heinrich Thielemann die Besucher in die Bearbeitung von Speckstein ein. An seinem Stand saß die kleine Lilly Lemmer mit ihrer Oma Sabine Biehl. Während die Oma sich mit dem Künstler unterhielt, bearbeitete die Enkelin einen Speckstein mit der Feile. Was daraus werden soll, wusste sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht: Sie werde sich erst festlegen, wenn das Teil fertig sei, erläuterte sie.

Der kleine, aber feine Ostermarkt in den gemütlichen Räumen der Papiermühle bot auch Platz zum Verweilen bei Kaffee und Kuchen - was viele Besucher gerne nutzten.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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