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Annapark soll keine Partyzone werden

Neue Begehrlichkeiten Annapark soll keine Partyzone werden

Um näher an die Bevölkerung heranzurücken, verlegte die Kirchhainer Feuerwehr ihr Bürgerfest in den Annapark. Diese Idee zündete. Die Bratpartie erfreute sich eines großen Zuspruchs.

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Der Annapark ist zuerst ein Ort der Erholung und der Ruhe. Die Skulptur „Die Wartende“ weist auf die frühere Nutzung des Landschaftsparks als Friedhof hin.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Und den Gästen hat das Beisammensein an diesem erhabenen Ort bei Blasmusik, Bratwurst und Bier sehr gut gefallen. Vielleicht sogar zu gut. Noch während das Fest lief, sprachen Besucher Bürgermeister Jochen Kirchner an, ob man den Annapark künftig häufiger für Feste nutzen könne. Das parteilose Stadtoberhaupt setzte das Thema auf die politische Tagesordnung und begründete dies mit dem Fehlen einer Grillhütte und eines Festplatzes, denn das gleichnamige Gelände ist größter und unverzichtbarer Parkplatz der Stadt.

Der Annapark befindet sich am Stadtrand und liegt doch zentrumsnah - nur wenige Schritte vom Rathaus entfernt. Das macht den Landschaftspark mit seinen großen Bäumen, dem Spielplatz und dem Bewegungsparcours besonders an den Wochenenden zum beliebten Ziel für Spaziergänger und Familien mit Kindern. Unter der Woche herrscht auf dem zum Teil von der historischen Stadtmauer gesäumten Areal meist kontemplative Stille, die manchmal bei Ausflügen der nahegelegenen Kita durch fröhliches Kinderlachen gebrochen wird.

Im Spannungsfeld der heutigen Nutzung und der historischen Bedeutung des ehemaligen Friedhofs stand die Debatte im Haupt- und Finanzausschuss, in die der Bürgermeister zuvor noch ein paar Pflöcke einrammte.

Er verwies auf den Status des Parks als Einzeldenkmal und die Satzung aus dem Jahr 1999, die das Ausführen von Hunden und den Alkohol-Ausschank verbiete. Diese Satzung sei 2012 überarbeitet worden mit zwei Ergebnissen: Aufnahme des Annaparks in den Geltungsbereich der städtischen Spielplatz-Satzung und die zeitliche Beschränkung von Veranstaltungen im Park auf 19 Uhr. Der Bürgermeister verwies zudem darauf, dass die Stadt unterhalb des Parks jenseits der Mühlenwohra Flächen gekauft habe, mit dem Fernziel, diese zur Erweiterung des Parks zu nutzen. Er könne sich aber auch eine Verwendung der aus dem Park direkt erreichbaren Grundstücke als Veranstaltungsfläche vorstellen.

Die Fraktionsvorsitzenden Uwe Pöppler (CDU) und Olaf Hausmann (SPD) warben übereinstimmend dafür, die Öffnung des Annaparks für weitere Veranstaltungen zumindest ins Auge zu fassen - unabhängig von der Option, die sich außerhalb des Parks im Ohmtal abzeichnet.

Schutz für eine„Kulturstätte erster Güte“

„Mit Großveranstaltungen stoßen wir im Annapark an Grenzen“, mahnte Dietmar Menz (CDU). Er könne sich innerhalb des Parks nur kleinere Feste vorstellen, wie beispielsweise einen Frühschoppen oder eine Jazz-Matinee, sagte der Erste Stadtrat.

Auch aus den anderen Wortbeiträgen ging der geschlossene gemeinsame Wille hervor, dass die Kirchhainer Kommunalpolitik aus dem Annapark keine Partyzone machen möchte. Angelika Aschenbrenner (FDP) war dafür, auf den neuen Flächen eine Schutzhütte zu bauen. Dank des direkten Zugangs könne der Park bei Feiern mitbenutzt werden.

Stadtverordnetenvorsteher Willibald Preis mahnte den Schutz des alten Baumbestands an. Die mehr als 100 Jahre alten Bäume befänden sich in der Absterbe-Phase. Da in diesem Umfeld nachgepflanzte Bäume schlecht hochkämen, müssten die alten Baumriesen gesichert und besonders gepflegt werden, „damit die Kulturstätte erster Güte erhalten bleibt“, sagte er.

Für Reiner Nau (Grüne) sind Veranstaltungen im Annapark nur in vertretbaren Einzelfällen möglich. Alles andere sei derzeit Zukunftsmusik, sagte er mit Blick auf die angespannte Haushaltslage der Stadt. Zustimmung erhielt er durch Stefan Völker (CDU) und Stadtrat Hermann Albrecht. Der Sozialdemokrat räumte ein, dass eine mögliche Festwiese im Ohmtal bei einem Jahrhundert-Hochwasser überflutet würde.

von Matthias Mayer

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