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Angeklagter entgeht knapp Haftstrafe

Amtsgericht Angeklagter entgeht knapp Haftstrafe

Zwei Heranwachsende, denen gemeinschaftlicher Einbruch und Diebstahl vorgeworfen wurde, mussten sich vor Kurzem vor dem Kirchhainer Amtsgericht verantworten.

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Die Verhandlung fand in Kirchhain statt.

Quelle: Archivfoto

Kirchhain. Einer der beiden Angeklagten schrammte nur knapp an einer Verurteilung nach allgemeinem, anstatt Jugendstrafrecht vorbei. Vor einigen Monaten schlenderten ein 21-jähriger Arbeitsloser und sein 20-jähriger Freund durch die Stadt. Sie erblickten das Auto eines Bekannten, mit dem es im Vorfeld Streit gegeben haben soll. „Ich habe dann die Scheibe eingeschlagen und wir haben die Musikanlage ausgebaut“, sagte der ältere der beiden Männer. Die Diebe machten weder vor dem Radio, den Boxen, einer Endstufe, dem Verstärker und den im Kofferraum befindlichen Subwoofer Halt. Alles in allem hatten die gestohlenen Gegenstände einen Sachwert von 1.000 Euro.

„Das war so eine Alkohollaune an dem Tag“, verteidigte sich der Hauptangeklagte. Sein „großmäuliges Auftreten vor Gericht“, so Richter Joachim Filmer, veranlasste die Staatsanwaltschaft zu der Forderung, dass bei der Strafbemessung kein Jugendrecht zur Anwendung kommen solle. Das Plädoyer der Anklage lautete auf sechs Monate Haft zur Bewährung, da „keinerlei Unrechtsbewusstsein“ erkennbar sei. Der 20-jährige Mitangeklagte sei hingegen nach Jugendstrafrecht zu einer Geldbuße von mehreren Hundert Euro zu verurteilen. Richter Filmer entsprach diesem Antrag und legte dem Auszubildenden eine Strafe von 450 Euro auf. „Sie haben einen ganz anderen Eindruck vor Gericht hinterlassen als ihr Freund und sind in diesem Fall eindeutig der Mitläufer“, begründete Filmer seinen Urteilsspruch.

An den strafrechtlich bereits in Erscheinung getretenen Hauptangeklagten richtete Filmer warnende Worte: „Sie sind gerade so noch einmal einer Haftstrafe entronnen. Aber wenn Sie es jetzt nicht kapieren, sehen wir uns bald wieder und dann sitzen Sie ein“, sagte der Vorsitzende Richter im Hinblick auf die im Urteilsspruch verkündeten 120 Arbeitsstunden. „Den Jugendarrest haben Sie bereits erlebt und dieses erste Mal prägt für gewöhnlich junge Menschen. Sie sollten das hier und heute nicht als Milde, sondern als letzte Chance begreifen, ihr Leben in den Griff zu bekommen“, belehrte der Richter den ebenfalls wegen Beamtenbeleidigung Verurteilten zum Abschluss der Verhandlung.

von Björn Wisker

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